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Praxisbeispiel
Kündigungsvermeidung durch Arbeitsgestaltung bei einem Umzugsunternehmen

Wo lag die Herausforderung?

Da der Mann eine chronische Darmerkrankung hat, sollte er nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein schweres sowie häufiges Heben / Tragen sowie die Einnahme bestimmter Körperhaltungen erfordern. Er konnte deshalb seinen Job als Umzugshelfer nicht weiter ausüben und das Umzugs- und Transportunternehmen wollte dem Mitarbeiter deshalb kündigen.

Was wurde gemacht?

Damit die Kündigung vermieden werden konnte, suchte ein technischer Berater des Integrations- bzw. Inklusionsamtes mit Unterstützung des Betriebsinhabers nach Möglichkeiten den Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Es wurde ein neues Trägerfahrzeug mit Möbelaufzug angeschafft. Der Mann wird nun als Fahrer des Fahrzeuges und Bediener des Möbelaufzuges eingesetzt. So konnte er weiter beschäftigt werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Das Integrations- bzw. Inklusionsamt schaltete seinen Technischen Beratungsdienst ein. Dieser besuchte das Unternehmen und im Rahmen der Betriebsbesichtigung konnte gemeinsam mit dem Inhaber, durch eine Änderung der Aufgaben, das Beschäftigungsverhältnis erhalten werden. Dazu wurde das erforderliche Trägerfahrzeug mit Möbelaufzug zu 70 Prozent gefördert. Es wurde eine Bindungsfrist zur Förderung für den Arbeitsplatz von fünf Jahren mit dem Unternehmen vereinbart. Der Arbeitsplatz des Mitarbeiters konnte so gesichert und die Kündigung vermieden werden.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Inklusions- bzw. Integrationsämter.

Unternehmen:

Es handelt sich um ein Umzugs- und Transportunternehmen mit 44 Beschäftigten. Der Betriebsinhaber beantragte beim Integrations- bzw. Inklusionsamt die Zustimmung zur Kündigung eines Mitarbeiters, da dieser durch eine eingetretene chronische Erkrankung bzw. Behinderung nicht mehr für den manuellen Lastentransport eingesetzt werden kann.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine chronische Darmerkrankung und ist schwerbehindert. Er sollte nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die ein schweres sowie häufiges Heben und Tragen sowie die Einnahme bestimmter Körperhaltungen erfordern. Dies gilt besonders bei Tätigkeiten in einer gebeugten oder gebückten Körperhaltung, da es dabei zu Pressungen im Bauchbereich kommt.

Beruf:

Der Mann arbeitet als Transporthelfer beim Umzugs- und Transportunternehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Im Rahmen seiner Tätigkeit musste der Mitarbeiter Möbel, Umzugskartons, Haushaltsgegenstände usw. manuell transportieren (heben und tragen) und dies zum Teil in Zwangshaltungen. Damit die Kündigung vermieden werden konnte, wurde der Mitarbeiter versetzt bzw. eine Änderung der Aufgaben beschlossen. In Verbindung dazu wurde ein Fahrzeug bzw. Trägerfahrzeug mit Möbelaufzug angeschafft. Der Mitarbeiter wird nun als Fahrer des Fahrzeuges sowie Bediener des Möbelaufzuges eingesetzt.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB2996


Informationsstand: 18.01.2021