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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Sattlergehilfen

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
Bedienelement

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung und Thrombose, die zu Durchblutungsstörungen in den Beinen führt. Er sollte deshalb bei Arbeiten langes Stehen und Sitzen vermeiden. Der Mann wurde neu eingestellt und der Arbeitsplatz musste behinderungsgerecht ausgestattet werden.

Was wurde gemacht?

Damit der Mann bei dem Sattlerbetrieb eingestellt werden konnte, wurde eine Nähmaschine mit Arbeitstisch und eine Stehhilfe für den Arbeitsplatz angeschafft. Die Nähmaschine ist elektrisch höhenverstellbar und in Verbindung mit der Stehhilfe, kann nun im Sitzen oder Stehen gearbeitet werden. Die Belastung kann so durch die variable Arbeitshaltung verringert und das Arbeiten auf Dauer an der Nähmaschine ermöglicht werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde für den neu geschaffenen Arbeitsplatz vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst (TBD) des Integrations- bzw. Inklusionsamtes und einem Ingenieurbüro, das die Nähmaschine konstruierte. Der Sattlerbetrieb erhielt zusätzlich von der Arbeitsagentur einen Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschuss für den Mitarbeiter.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Arbeitsagenturen und Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein kleiner Sattlerbetrieb, der individuelle Maßanfertigungen für Autos, Motorräder und Boote herstellt.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung und Thrombose, die zu Durchblutungsstörungen in den Beinen führt. Behinderungsbedingt kann er nur eingeschränkt für Tätigkeiten eingesetzt werden, die langes Stehen sowie Sitzen oder häufiges Bücken erfordern. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Behinderungsbedingt konnte er diesen Beruf nicht mehr ausüben. Deshalb absolvierte er ein dreimonatiges Praktikum in einer Sattlerwerkstatt. Nach Ablauf des Praktikums wurde er dort als Sattlergehilfe eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Damit der Mitarbeiter in dem Sattlerbetrieb eingestellt werden konnte, war die Anschaffung einer neuen Nähmaschine mit Arbeitstisch notwendig. Der Arbeitsplatz (Nähmaschine und Arbeitstisch) wurde von einem Ingenieurbüro an die Behinderung des Mitarbeiters angepasst. Die Konstruktion der Nähmaschine mit Arbeitstisch zeichnet sich durch ihre elektrische Höhenverstellbarkeit aus. So kann der Mitarbeiter sitzend oder stehend in ergonomischer Arbeitshaltung die Materialien aus Stoff, Leder oder Kunstleder nähen - wobei zusätzlich noch eine Steh- bzw. Sitzhilfe für das Arbeiten im Stehen zur Verfügung steht. Die Bein- und Rückenbelastung kann so durch eine variable Arbeitshaltung verringert und das Arbeiten auf Dauer an der Nähmaschine ermöglicht werden. Die Nähmaschine ist außerdem als Säulennähmaschine konstruiert und erlaubt damit eine erheblich leichtere Drehbarkeit des Nähgutes. Für weitere Entlastung sorgen auch verstellbare Armstützen am Nähtisch. Außerdem kann der Mitarbeiter elektronische Voreinstellungen vornehmen, die ihm helfen sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren (vgl. Bild).

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Sitzen
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Sitzen
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

R/PB5311


Informationsstand: 25.01.2021