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Praxisbeispiel Neueinstellung und Arbeitsgestaltung für einen Fachpraktiker für elektronische Geräte

Wo lag die Herausforderung?

Der Jugendliche hat eine Ausbildung zum Fachpraktiker für elektronische Geräte abgeschlossen. Aufgrund einer spastischen Teillähmung der linken Seite, kann er nur eingeschränkt körperlich belastet werden. Er sollte deshalb nicht Treppen steigen, lange gehen oder stehen oder manuelle Lasten heben. Nach der Ausbildung wurde der Jugendliche neu von einem Unternehmen eingestellt, wobei die Arbeitsbedingungen behinderungsbedingt angepasst werden mussten.

Was wurde gemacht?

Damit der Jugendliche keine Treppen mehr steigen muss, wird er im umgebauten Erdgeschoss an neu angeschafften Maschinen eingesetzt, die nun bestimmte vorher manuell ausgeführte Tätigkeiten teilautomatisiert durchführen. Die zu bedienenden Maschinen befinden sich dazu auf höhenverstellbaren Arbeitstischen an denen er auf einem individuell anpassbaren Arbeits- und Bürostuhl arbeiten kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Das Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt förderte den neu geschaffenen Arbeitsplatz. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes. Das Unternehmen erhielt außerdem von der Arbeitsagentur einen Eingliederungszuschuss als Lohnkostenzuschuss für drei Jahre.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das mittelständische Unternehmen entwickelt und produziert auftragsbezogen elektronische Baugruppen und komplette Steuergeräte. Außerdem werden Kabelbäume für die Zulieferindustrie hergestellt.

Behinderung und Beeinträchtigung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine spastische Teillähmung (Hemispastik) der linken Extremitäten. Er kann Wege zu Fuß zurücklegen – sollte aber nicht Treppensteigen, längere Strecken gehen, lange stehen oder für das manuelle Handhaben von Lasten eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 90. Der Schwerbehindertenausweis trägt die Merkzeichen G und RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Jugendliche hat in einem Berufsbildungswerk (BBW) eine Ausbildung zum Fachpraktiker für elektronische Geräte erfolgreich abgeschlossen. Nach der Ausbildung war er bis zur Einstellung beim mittelständischen Unternehmen in der Produktion arbeitslos.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Fachpraktiker für elektronische Geräte wird in der Produktion zur Konfektionierung von Kabeln für Kabelbäume eingesetzt. Dazu muss er das auf Trommeln angelieferte Kabel ablängen, das Kabel an den Enden abisolieren und die Anschlüsse ancrimpen. Aufgrund der äußerst beengten Platzverhältnisse führt der Fachpraktiker für elektronische Geräte einen Teil dieser Arbeiten in einem nur künstlich beleuchteten und zu kleinen Arbeitsraum aus. Seinen Arbeitsplatz erreicht er über eine steile Treppe, was behinderungsbedingt sehr problematisch ist. Weitere Schwierigkeiten hat er außerdem beim manuellen Abrollen, Ablängen und Crimpen der Kabel.
Für die auszuführenden belastenden Arbeiten, die wegen der Einschränkungen des Mitarbeiters sehr viel Zeit beanspruchen, wurden ein Ablängautomat mit Kabelzuführgerät und eine Maschine zum Crimpen angeschafft. Der Ablängautomat mit Kabelzuführgerät und die Crimpmaschine wurden im umgebauten Erdgeschoss auf höhenverstellbaren Arbeitstischen nebeneinander aufgestellt. Das umgebaute Erdgeschoss verfügt über genügend Fläche für Maschinen, Geräte und Arbeitsplätze, die neben dem natürlichen Licht (Fenster) zusätzlich zur Erzielung einer optimalen Beleuchtungsstärke künstlich beleuchtet werden können. Das Ablängen und Crimpen an den Maschinen erfolgt am jeweiligen Arbeitstisch in einer sitzenden Körperhaltung. Dem Fachpraktiker für elektronische Geräte wurde dazu an jedem Arbeitstisch bzw. jeder Maschine ein ergonomischer Arbeitsstuhl zur Verfügung gestellt, den er entsprechend seiner Bedürfnisse individuell verstellen kann.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • EFL - Treppe steigen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB4609


Informationsstand: 15.12.2022