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Praxisbeispiel Arbeits­platz­gestaltung für einen neu eingestellten Zerspanungsmechaniker

Wo lag die Herausforderung?

Der Zerspanungsmechaniker hat eine rechtsseitige Spastik. Aus diesem Grund ist er für Tätigkeiten, bei denen bestimmte Körperhaltungen eingenommen und bei denen manuell Lasten transportiert werden müssen, nur eingeschränkt einsetzbar. Nach einer Probebeschäftigung möchte ein Unternehmen den Zerspanungsmechaniker einstellen. Dafür musste der neue Arbeitsplatz entsprechend gestaltet werden.

Was wurde gemacht?

Er wird an einer CNC-Fräsmaschine eingesetzt und der dortige Arbeitsplatz wurde mit folgenden Hilfsmitteln behinderungsgerecht gestaltet:
- einem ergonomischen Arbeitsstuhl
- einem Säulenschwenkkran
- Spannelementen zur Fixierung und Positionierung der Werkstücke
- einem Messschieber für Linkshänder

Schlagworte und weitere Informationen

Als Investitionshilfe erhielt das Unternehmen für den neu geschaffenen Arbeitsplatz des Zerspanungsmechanikers mit Schwerbehinderung vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent. Außerdem erstattet die Arbeitsagentur im Rahmen der Probebeschäftigung die Lohnkosten und zahlte für die erste Zeit der späteren Beschäftigung einen Eingliederungszuschuss als Lohnkostenzuschuss.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen fertigt mit seinen neun Beschäftigten Ersatzteile für die Maschinen der Unternehmen in der Region. Das Unternehmen beabsichtigt einen Mann mit einer Schwerbehinderung nach einer Probebeschäftigung einzustellen.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine rechtsseitige Spastik (Hemispastik) der Extremitäten. Er kann nur eingeschränkt für Tätigkeiten, die die Einnahme bestimmter Körperhaltungen erfordern (z. B. das Bücken) und den manuellen Transport von Lasten eingesetzt werden. Trotz seiner Behinderung kann er kurze und mittlere Strecken verlangsamt gehen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 90.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann hat in einem Berufsbildungswerk (BBW) den Beruf des Fachpraktikers für Zerspanungsmechanik erlernt und wurde neu vom Unternehmen eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Im Rahmen der Probebeschäftigung konnte das Unternehmen feststellen, ob der Mann für Fräsarbeiten bei den vorliegenden Arbeitsbedingungen eingesetzt werden kann. Es stellte sich heraus, dass an der vorhandenen konventionellen Fräsmaschine behinderungsbedingt oft Hilfe benötigt und nicht die Arbeitsleistung wie die anderen Beschäftigten erbringt. Um den Zerspanungsmechaniker behinderungsgerecht und gleichzeitig für das Unternehmen wirtschaftlich zu beschäftigen, möchte das Unternehmen eine gebrauchte CNC-Fräsmaschine mit Werkzeugmagazin sowie automatischem Werkzeugwechsler, einen Säulenschwenkkran mit einem Lasthebemagneten, hydraulische Spannelemente und einen ergonomischen Arbeitsstuhl anschaffen. Über die zur Bedienung und Programmierung der CNC-Fräsmaschine erforderlichen Fachkenntnisse verfügt der Zerspanungsmechaniker.
Vom Arbeitsablauf her würde der Zerspanungsmechaniker den Säulenschwenkkran mit dem Lasthebemagneten nutzen, um die zu bearbeitenden Werkstücke von Paletten auf dem Maschinentisch abzulegen. Nach dem Ablegen werden die Werkstücke mit den hydraulischen Spannelementen auf dem Maschinentisch befestigt. Durch das Starten des CNC-Programms erfolgt die Bearbeitung. Während der Bearbeitung kann der Zerspanungsmechaniker den Bearbeitungsprozess von seinem individuell einstellbaren Arbeitsstuhl verfolgen. Je nach Art des Werkstückes, der Werkstückspannung auf dem Maschinentisch und der CNC-Programmierung ist eine fünfseitige Bearbeitung in nur einer Aufspannung (ohne ein Umspannen) möglich. Durch das Werkzeugmagazin sowie den automatischen Werkzeugwechsler entfallen die häufigen manuellen Wechsel und Spannarbeiten für die Fräswerkzeuge. Nach dem Lösen der hydraulischen Spannelemente wird wieder der Säulenschwenkkran mit dem Lasthebemagneten benutzt, um die fertigen Werkstücke auf andere Paletten abzulegen. Zum Messen der Maße an den zu bearbeitenden und fertigen Werkstücken wird ein Messschieber für Linkshänder eingesetzt.

Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB4631


Informationsstand: 19.12.2022