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Praxisbeispiel
Gabelstaplerfahrer bei einem Zellstoffunternehmen

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Rücken- und eine Herz-Kreislauferkrankung, weshalb er nicht schwer heben sowie tragen kann und Belastungen für die Wirbelsäule vermieden werden sollten. Der vorhandene Gabelstapler war behinderungsbedingt nicht für die Ausübung der Tätigkeit geeignet, da der Mitarbeiter häufig rückwärts mit verdrehtem Oberkörper fahren musste. Außerdem wurden die Stöße durch die unebene Fahrbahn nicht durch den Gabelstapler und den Sitz gefedert.

Was wurde gemacht?

Durch den Einsatz eines neuen Gabelstaplers mit in Fahrtrichtung verdrehbarer Kabine und einem speziell gefederten Fahrersitz konnte das Verdrehen des Oberkörpers und die Übertragung von Stößen auf die Wirbelsäule vermieden werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen stellt Zellstoff aus Holz für die Papierindustrie her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat eine Rücken- und Herz-Kreislauferkrankung. Er ist allgemein nicht mehr fähig schwer sowie häufig zu heben sowie zu tragen oder in bestimmten Körperhaltungen (gebückt oder gebeugt) zu arbeiten. Außerdem sollte er nicht speziell für fahrende Tätigkeiten eingesetzt werden, die beim Sitzen durch häufige starke Stöße und Schwingungen zu einer erhöhten Belastung der Wirbelsäule führen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 60.

Beruf:

Der Mitarbeiter arbeitet als Gabelstaplerfahrer beim Unternehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter wird für den innerbetrieblichen Transport mit einem Gabelstapler eingesetzt. Im Unternehmen werden pro Monat ca. 3.000 Tonnen Zellstoff über eine Wegstrecke von ca. einem Kilometer mit Gabelstaplern transportiert. Ein großer Teil der Strecke wurde, bedingt durch die großen Transportmengen und die Art des Transportweges, vom Gabelstaplerfahrer in Rückwärtsfahrt zurückgelegt. Beim Rückwärtsfahren verdrehte der Fahrer den Oberkörper und belastete so seine Wirbelsäule stark. Eine weitere Belastung der Wirbelsäule erfolgte durch die Unebenheiten der Fahrbahn, die nicht durch das Fahrzeug und den Sitz abgefedert wurden. Dem Mitarbeiter konnte diese auf Dauer behinderungsbedingt nicht mehr zugemutet werden.
Aus diesem Grund wurde für den Mitarbeiter ein neuer Gabelstapler angeschafft, der über eine drehbare Fahrerkabine verfügt und der Mitarbeiter so immer in Fahrtrichtung - ohne Verdrehung der Wirbelsäule - sitzen kann. Zusätzlich dämpft ein gefederter Fahrersitz in der Kabine die Erschütterungen und Stöße für die Wirbelsäule, die durch die unebene Fahrbahn entstehen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Sitzen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Sitzen
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Vibration/Erschütterungen

Referenznummer:

R/PB5079


Informationsstand: 28.04.2021