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Praxisbeispiel
Sicherheitsmaßnahme zur Evakuierung eines Mitarbeiters aus einem Bürogebäude

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
Evakuierungsstuhl

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann trägt eine Prothese. Bedingt durch das Tagen der Prothese kommt es phasenweise zu einer schmerzhaften Entzündung des Stumpfes. In diesen Phasen ist der Mann nicht gehfähig und auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Er muss mit entsprechenden Hilfsmitteln unterstützt werden.

Was wurde gemacht?

Es wurde zur Evakuierung ein zusammenklappbarer Evakuierungsstuhl auf der 2. Etage in der Nähe des Treppenhauses bereitgestellt. Zur Fortbewegung nutzt der Mann Rollstühle mit beidseitigem Greifreifenantrieb.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu 100 Prozent gefördert. Die Beratung erfolgte dabei durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrations- bzw. Inklusionsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst und dem Unternehmen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Unternehmen, das im Bereich der Telekommunikation tätig ist.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Ein Bein des Mannes wurde am Oberschenkel amputiert. Der Mann trägt eine Prothese. Bedingt durch das Tagen der Prothese kommt es phasenweise zu einer schmerzhaften Entzündung des Stumpfes. In diesen Phasen ist der Mann nicht gehfähig und auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Der Grad der Behinderung (GdB) beträgt 100. Sein Schwerbehindertenausweis enthält das Merkzeichen G.

Beruf:

Der Mann arbeitet seit vielen Jahren als Kundenbetreuer im Back-Office des Arbeitgebers.

Arbeitsplatz und Arbeitsschutz:

Der Kundenbetreuer arbeitet in einem Büro, das sich in der 2. Etage des Gebäudes befindet. Er erreicht und verlässt die 2. Etage mit Hilfe der vorhandenen Aufzüge. Im Notfall (Brand usw.) ist die Benutzung der Aufzüge untersagt. Die Mitarbeiter müssen dann das Treppenhaus bzw. die Treppen benutzen. Dem Kundenbetreuer ist dies nicht möglich, wenn er durch die Entzündung seines Beinstumpfes auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen ist. Nach den entsprechenden Vorschriften muss der Arbeitgeber Rettungsmaßnahmen vorsehen und Rettungsmittel zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund wurde zur Evakuierung ein zusammenklappbarer Evakuierungsstuhl (vgl. Bild) auf der 2. Etage (in der Nähe des Treppenhauses) bereitgestellt. Dieser wird im Notfall von einer eingewiesenen Person von der Wandhalterung genommen und ausgeklappt. Der Kundenbetreuer kann dann sitzend von nur einer Person über die Treppe nach unten transportiert werden. Der Evakuierungsstuhl gleitet dabei leicht und nicht zu schnell mit seinen Kufen über die Vorderkante der Stufen. Im Rahmen von Brandschutzübungen wird dies auch so trainiert.
Einen kurzen Film zur Funktionsweise des Evakuierungsstuhls im Notfall können Sie unten über folgenden Link aufrufen: Video bei YouTube - Rettung von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mit Hilfe eines Evakuierungsstuhls.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Treppe steigen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

Pb/110652


Informationsstand: 24.01.2017