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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung in der Paket-Nachverpackung

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau hat eine Wirbelsäulenerkrankung und Narben, weshalb sie nicht schwer heben sowie tragen und bestimmte Körperhaltungen vermeiden sollte. Dafür waren am Arbeitsplatz entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

Um der Frau eine ergonomische Körperhaltung und ein belastungsfreies Arbeiten zu ermöglichen, wurde der Arbeitsplatz höhenverstellbaren Arbeitstisch, einem Stehsitz, einem Minilifter, Rollenbahnen und einer Arbeitsplatzmatte ausgestattet.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsgestaltung wurde zu 60% vom Integrationsamt gefördert. Es wurden insgesamt zwei identische Arbeitsplätze für schwerbehinderte Mitarbeiter im Bereich Nachverpackung eingerichtet. Der Kontakt zum technischen Beratungsdienst des Integrationsamtes und die Koordination der Maßnahme erfolgten über den Inklusionsbeauftragten des Arbeitgebers und die Schwerbehindertenvertretung der Niederlassung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Deutsche Post DHL Group ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation. Die Gruppe konzentriert sich darauf, in ihren Kerngeschäftsfeldern weltweit die erste Wahl für Kunden, Arbeitnehmer und Investoren zu sein. Sie verbindet Menschen, ermöglicht den globalen Handel und leistet mit verantwortungsvollem unternehmerischen Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Welt.
Deutsche Post DHL Group vereint zwei starke Marken: Deutsche Post ist Europas führender Postdienstleister, während DHL in den weltweiten Wachstumsmärkten ein umfangreiches Serviceportfolio in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management repräsentiert.
Deutsche Post DHL Group beschäftigt mehr als 500.000 Mitarbeiter in über 220 Ländern und Territorien weltweit.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Wirbelsäulenerkrankung und Narben. Behinderungsbedingt sollte sie nicht für den manuellen Transport (z. B. Heben und Tragen) schwerer Lasten und für Tätigkeiten in bestimmten Körperhaltungen (z. B. Bücken) eingesetzt werden, da dies auf Dauer zu einer Überbelastung und weiteren gesundheitlichen Schädigung führen kann. Ihr GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau arbeitet im Schichtbetrieb als angelernte Paketsortiererin in der Niederlassung BRIEF Freiburg des Arbeitgebers.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Paketsortiererin arbeitet im Bereich Nachverpackung des Frachtzentrums. Im Frachtzentrum werden die Sendungen (Pakete) für die Zustellgebiete und die dazu gehörenden Zustellstützpunkte sortiert.
Die beschädigten Sendungen (mit einem Gewicht von bis zu 31,5 kg) werden aussortiert und bis zu einer Höhe von ca. 2 m in Transportwagen abgelegt, die anschließend zur Nachverpackung in eine andere Halle geschoben werden. Dort werden die Sendungen mit Hilfe eines elektrischen Minilifters (Hubwagens) auf eine Rollenbahn gelegt und zum Arbeitstisch der Mitarbeiterin mit einer Schwerbehinderung transportiert. Zur Nachverpackung schiebt sie die Pakete auf den Arbeitstisch, der stufenlos elektrohydraulisch höhenverstellbar (mittels Schalter) ist. Der Arbeitstisch bzw. die Arbeitsflächenhöhe kann so ergonomisch an die Körpergröße sowie Körperhaltung angepasst werden. Zur weiteren Reduzierung der Steh-Belastung (z. B. der Wirbelsäule), wurde der Arbeitsplatz mit einer höhenverstellbaren Stehhilfe ausgestattet und auf den harten Betonboden eine dämpfende Arbeitsplatzmatte ausgelegt. Nach dem die Pakete neu- oder nachverpackt und etikettiert (abhängig vom Beschädigungsgrad) wurden, schiebt die Mitarbeiterin diese vom Tisch auf eine andere Rollenbahn. Am Ende der Rollenbahn werden dann die Sendungen mit Hilfe eines weiteren Minilifters wieder in Transportwagen gestapelt. Durch den Einsatz der Minilifter und der Rollenbahnen werden manuelle Hebe- und Tragarbeiten vermieden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Schichtarbeit
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB5431


Informationsstand: 29.05.2018