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Praxisbeispiel
Gestaltung des Arbeitsplatzes und -umfeldes für eine Mitarbeiterin in der Anschriftenermittlung

Es gibt 3 Abbildungen zu diesem Praxisbeispiel:

  1. Toilette|(p106772)Waschraum|(p106773)Signalanlage
  2. Toilette|(p106772)Waschraum|(p106773)Signalanlage
  3. Toilette|(p106772)Waschraum|(p106773)Signalanlage

Wo lag die Herausforderung?

Die Motorik der Frau sowie die Armbeweglichkeit sind vermindert und die Körperhaltung bei der Tätigkeitsausführung eingeschränkt. In Bezug auf die Körperhaltung sollte zum Sitzen ein ergonomischer Arbeitsstuhl, der ein dynamisches Sitzen und eine Stützung der Wirbelsäule ermöglicht, eingesetzt werden. Ihr Arbeitsplatz muss barrierefrei gestaltet werden und es werden entsprechende Hilfsmittel benötigt.

Was wurde gemacht?

Für den Arbeitsweg nutzt die Mitarbeiterin einen Pkw mit Automatikgetriebe. Ihren Pkw parkt sie direkt neben dem ebenerdig liegenden Gebäudeeingang auf einem ausgewiesenen Behindertenparkplatz. Der Weg zum Büro ist kurz und zur Überwindung einer kleinen Treppe mit dem Rollstuhl ist eine Rampe vorhanden. Zum Arbeitsplatz gehören ein höhenverstellbarer Arbeitstisch, der mit dem Rollstuhl unterfahren werden kann und ein ergonomischer Bürostuhl mit zusätzlicher Feststellbremse. Die Bremse verhindert das Wegrollen des Stuhls beim Hinsetzen vom oder auf den Rollstuhl, wobei beim Hinsetzen die höhenverstellbaren Armlehnen von der Mitarbeiterin auch als Stütze zum Stehen benutzt werden können.

Schlagworte und weitere Informationen

Das behinderungsgerechte WC wurde zu 80 % und der Bürostuhl zu 100 % vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die entsprechenden Anfragen zur Beratung und Förderung wurden zunächst vom Arbeitgeber und der Schwerbehindertenvertretung an einen Mitarbeiter des Integrations- bzw. Inklusionsamtes gestellt, dieser koordinierte den Planungsprozess, indem er Kontakte zu technischen Beratern des Integrations- bzw. Inklusionsamtes herstellte und die Zuständigkeit der Kostenübernahme in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung überprüfte.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und der Deutschen Rentenversicherung.

Arbeitgeber:

Deutsche Post DHL Group ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation. Die Gruppe konzentriert sich darauf, in ihren Kerngeschäftsfeldern weltweit die erste Wahl für Kunden, Arbeitnehmer und Investoren zu sein. Sie verbindet Menschen, ermöglicht den globalen Handel und leistet mit verantwortungsvollem unternehmerischen Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Welt.
Deutsche Post DHL Group vereint zwei starke Marken: Deutsche Post ist Europas führender Postdienstleister, während DHL in den weltweiten Wachstumsmärkten ein umfangreiches Serviceportfolio in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management repräsentiert.
Deutsche Post DHL Group beschäftigt mehr als 500.000 Mitarbeiter in über 220 Ländern und Territorien weltweit.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau ist an Multipler Sklerose (MS) und an einem Wirbelsäulensyndrom erkrankt. Behinderungsbedingt ist ihre Gehfähigkeit so eingeschränkt, dass sie auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Außerdem sind ihre Motorik sowie die Armbeweglichkeit vermindert und die Körperhaltung bei der Tätigkeitsausführung eingeschränkt. In Bezug auf die Körperhaltung sollte zum Sitzen ein ergonomischer Arbeitsstuhl, der ein dynamisches Sitzen und eine Stützung der Wirbelsäule ermöglicht, eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau war früher Zustellerin für Postsendungen und arbeitet nun in der Servicestelle Adressmanagement in der Niederlassung BRIEF Münster des Arbeitgebers.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitarbeiterin ist im Bereich der Anschriftenermittlung in einem Büro an einem Bildschirmarbeitsplatz tätig. Sie bearbeitet unzustellbare Briefsendungen, bei denen beispielsweise eine falsche oder fehlende Postleitzahl oder Hausnummer festgestellt wurde. Dabei nutzt sie ein entsprechendes Programm, um die richtigen Anschriften zu ermitteln und die Sendungen entsprechend an die Empfänger weiterzuleiten.
Zum Arbeitsplatz gehören ein höhenverstellbarer Arbeitstisch, der mit dem Rollstuhl unterfahren werden kann und ein ergonomischer Bürostuhl (z. B. mit Bag UP bzw. aufblasbarem Kissen zur gezielten Stützung des Lendenwirbelsäulenbereichs und individuell anpassbarer beweglicher Sitzfläche sowie Rückenlehne) mit zusätzlicher Feststellbremse. Die Bremse verhindert das Wegrollen des Stuhls beim Hinsetzen vom oder auf den Rollstuhl, wobei beim Hinsetzen die höhenverstellbaren Armlehnen von der Mitarbeiterin auch als Stütze zum Stehen benutzt werden können. Die Betätigung der Bremse erfolgt über einen Hebel, der bis zur Höhe der Armlehnen reicht und so einfach benutzt werden kann oder über das Treten auf das Fußkreuz des Bürostuhls. Weitere Hilfsmittel benötigt die Mitarbeiterin trotz motorischer Einschränkungen zurzeit nicht.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Für den Arbeitsweg nutzt die Mitarbeiterin einen Pkw mit Automatikgetriebe. Ihren Pkw parkt sie direkt neben dem ebenerdig liegenden Gebäudeeingang auf einem ausgewiesenen Behindertenparkplatz. Der Weg zum Büro ist kurz und zur Überwindung einer kleinen Treppe mit dem Rollstuhl ist eine Rampe vorhanden. In der Nähe des Arbeitsplatzes wurde behinderungsbedingt eine barrierefreie Toilette eingerichtet, die von der auf den Rollstuhl angewiesenen Mitarbeiterin befahren und benutzt werden kann. Die Behindertentoilette entstand durch die Zusammenlegung zweier Toilettenzellen. Die so entstandene größere Toilettenzelle, mit den entsprechenden Bewegungs- und Umsetzflächen, wurde mit einem erhöhten WC (zum besseren Umsetzen vom bzw. auf den Rollstuhl) mit Haltegriffen und einem Notrufauslöser ausgestattet (Bild 1). Im Vorraum der Toilette wurden zur behinderungsgerechten Gestaltung ein höheres unterfahrbares Waschbecken, ein Kippspiegel und ein weiterer Notrufauslöser installiert (Bild 2). Im Fall einer Notrufauslösung wird das Notrufsignal optisch und akustisch außerhalb der Toilette angezeigt (Bild 3) und zusätzlich weiter zum Raum einer Aufsichtsperson geleitet. Der Zugang zur Toilette bzw. zum Vorraum erfolgt über eine schwere Tür, die behinderungsbedingt mit einem Außen- und Innenschalter automatisch geöffnet werden kann.

Dieses Beispiel dient exemplarisch für zwei ähnlich gestaltete Arbeitsplätze bei der Niederlassung BRIEF Göppingen mit entsprechend barrierefreier Arbeitsumgebung (Behindertenparkplatz und Toilette) für die auf den Rollstuhl angewiesenen Mitarbeiter.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Treppe steigen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Sitzen
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Sitzen
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

Pb/110677


Informationsstand: 29.05.2018