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Praxisbeispiel
Gestaltung eines Arbeitsplatzes für eine Konditorin

Wo lag die Herausforderung?

Die Jugendliche ist gehörlos, kann allerdings sprechen und Lippenlesen, dennoch müssen hörbare Informationen für sie sichtbar oder tastbar wahrnehmbar sein. An ihrem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Damit die Jugendliche ihre Tätigkeit ausüben kann, wurde eine Brotschneidemaschine, eine Rühr-Schlagmaschine, eine Frosteranlage, ein Kälteaggregat, ein Backofen und eine Pralinenfüllanlage angeschafft. Die Kommunikationsprobleme mit den Mitarbeitern konnte durch langsames, deutlichem Sprechen und Blickkontakt beseitigt werden. Bei Besprechungen, Unterweisungen und ähnliches wird ein Gebärdensprachendolmetscher herangezogen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Einrichtung des Arbeitsplatzes wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu 80 Prozent und die Kosten für die gebärdensprachdolmetschende Person werden zu 100 Prozent übernommen. Die Beratung und Vermittlung der gebärdensprachdolmetschenden Person erfolgte durch den Integrationsfachdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter, von Gebärdensprachdolmetscherinnen bzw.Gebärdensprachdolmetschern und Integrationsfachdiensten.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt ein Kaffee mit acht Beschäftigten - davon sind drei schwerbehindert.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Jugendlichen:

Die Jugendliche ist gehörlos - aber fähig zu sprechen. Eine verbale Kommunikation mit ihr ist möglich, wenn sie die Lippen der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners (zum Lippenlesen) gut sehen kann und deutlich sowie langsam gesprochen wird. Hörbare Informationen (Signale usw.) müssen so verändert werden, dass sie von der Jugendlichen optisch oder taktil wahrgenommen werden können.

Ausbildung und Beruf:

Die Jugendliche absolvierte nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung zur Konditorin in einem Berufsbildungswerk (BBW). Nach der Ausbildung wurde sie von ihrem jetzigen Arbeitgeber fest als Konditorin eingestellt.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu Ausbildungseinrichtungen für gehörlose Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Zu den Aufgaben der Mitarbeiterin gehört die Herstellung von Torten, Kuchen und Gebäck in der Küche. Hierzu benötigt sie Rohstoffe, wie Marzipan, Nougat, Schokolade usw. Neben Kreativität ist deshalb vor allem Sachverstand gefordert, denn sie ist auch für die korrekte Lagerung und den richtigen Einsatz dieser Rohstoffe verantwortlich. Damit sie ihre Tätigkeit ausüben kann, wurde eine Brotschneidemaschine, eine Rühr-Schlagmaschine, eine Frosteranlage, ein Kälteaggregat, ein Backofen und eine Pralinenfüllanlage angeschafft.

Arbeitsorganisation:

Behinderungsbedingt traten anfangs Kommunikationsprobleme mit den Kolleginnen bzw. Kollegen und der verantwortlichen Konditormeisterin auf, die aber durch langsames deutliches Sprechen und vor allem durch Blickkontakt (zum Lippenablesen) behoben werden konnten. Bei wichtigen Besprechungen, Unterweisungen usw. kann auch eine Gebärdensprachdolmetscherin oder ein Gebärdensprachdolmetscher zum Übersetzen angefordert und eingesetzt werden.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Gestik/Mimik
  • IMBA - Hören

Referenznummer:

R/PB5298


Informationsstand: 28.10.2019