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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für eine Textilrestauratorin in einem Museum

Es gibt 4 Abbildungen zu diesem Praxisbeispiel:

  1. Arbeitsplatz vorher|(p150103)Arbeitsplatz nachher|(p150104)Arbeitsplatz nachher|(p150105)Arbeitsplatz nachher
  2. Arbeitsplatz vorher|(p150103)Arbeitsplatz nachher|(p150104)Arbeitsplatz nachher|(p150105)Arbeitsplatz nachher
  3. Arbeitsplatz vorher|(p150103)Arbeitsplatz nachher|(p150104)Arbeitsplatz nachher|(p150105)Arbeitsplatz nachher
  4. Arbeitsplatz vorher|(p150103)Arbeitsplatz nachher|(p150104)Arbeitsplatz nachher|(p150105)Arbeitsplatz nachher

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau hat eine Skoliose, welche sie beim Bücken, Heben, Tragen und Arbeiten in bestimmten Körperhaltungen einschränkt. An ihrem Arbeitsplatz waren entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

In Zusammenarbeit mit einem Konstruktionsbüro, einem Orthopädiemechaniker und der Angestellten wurde die Restaurationsbrücke behinderungsgerecht umgestaltet, indem eine ergonomische Arbeitserhaltung durch entsprechende Arbeitstische sowie Bürostühle gewährleistet werden konnte.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Kosten für die behinderungsgerechte Gestaltung wurden zu 50 % vom Integrationsamt übernommen.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein städtisches Textilmuseum, das eine umfangreiche Sammlung an Textilien besitzt, z. B. Seidengewebe von der Antike bis zur Neuzeit, afrikanische Textilien, indonesische Textilien und japanische Textilien. Zum Textilmuseum gehören Ausstellungsräume, ein Archiv, eine Restaurierungswerkstatt, ein Feuchtlabor, ein Fotoatelier, ein Studiensaal und eine Bücherei. Die Ausstellungsräume, der Studiensaal und die Bücherei sind für Besucher geöffnet. In dem Textilmuseum sind insgesamt 14 Angestellte beschäftigt.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit einer Dehnung der einzelnen Wirbelkörper und Versteifungen in diesem Bereich (Skoliose). Die Wirbelsäulenerkrankung schränkt die Frau beim Bücken, Heben, Tragen und Arbeiten in bestimmten Körperhaltungen ein.
Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50. Ihr Schwerbehindertenausweis enthält das Merkzeichen G.

Beruf:

Die Angestellte ist ausgebildete Textilrestauratorin.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Im Feuchtlabor und der Restaurierungswerkstatt des Museums konservieren und restaurieren die Angestellte und ihre vier Kollegen Kunstobjekte, z. B. Teppiche, Kleidungsstücke und Fahnen. Die Kunstobjekte werden zu Beginn im Feuchtlabor gereinigt und mikroskopisch untersucht. Im Feuchtlabor erfolgt zusätzlich die Einfärbung des Unterlegstoffes, der später in der Restaurierungswerkstatt mit dem Kunstobjekt verwebt wird. Die Restauration der Kunstobjekte bzw. die Web- und Schlitzarbeiten erfolgen horizontal auf einem speziellen Arbeitstisch. Der Arbeitstisch, d.h. die Arbeitsfläche des Tisches, ermöglicht auch eine Restauration größerer Kunstobjekte, z. B. Fahnen und Teppiche. Bei der Restauration liegt die Angestellte auf einer verschiebbaren Restaurations-Brücke über dem Arbeitstisch. Während des Arbeitsablaufes muss die Angestellte ihren Kopf und die Arme ständig halten.
Das statische Halten der Körpermassen führte bei der angestellten zu Schmerzzuständen im Wirbelsäulenbereich sowie zu erheblichen Verspannungen im Arm- und Schulterbereich. Die Kunstobjekte werden Zusätzlich zur Restauration von der Angestellten schriftlich dokumentiert. Die Dokumentation erfolgt in der Restaurationswerkstatt an einem üblichen Büroarbeitsplatz mit einem nicht höhenverstellbaren Arbeitstisch und einem höhenverstellbaren Bürostuhl mit einer nicht verstellbaren Rückenlehne (Bild 1).
Aufgrund ihrer Behinderung konnte die Angestellte die Tätigkeit mit den vorhandenen technischen Hilfen nicht mehr ausüben.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

In Zusammenarbeit mit einem Konstruktionsbüro, einem Orthopädiemechaniker und der Angestellten wurde die Restaurationsbrücke behinderungsgerecht umgestaltet. An der Restaurations-Brücke wurde(n):
- eine Stufe zum besseren Auf- und Abstieg,
- Handläufe zum Festhalten beim Auf- und Abstieg,
- eine Höhenverstellung für die Liegefläche,
- Stützen für die Arme und den Kopf und
- Ablageflächen für das Werkzeug (Nadeln, Schere usw.) angebracht.
Zusätzlich wurde die Liegefläche im Kopf und Schulterbereich an die Körpermaße der Angestellten angepasst (Bild 2 und 3). Der vorhandene Bürostuhl wurde durch einen höhenverstellbaren Bürostuhl mit einer verstellbaren und beweglichen Rückenlehne ersetzt, der die natürliche Sitzhaltung der Angestellten unterstützt und ihr somit ein dynamisches Sitzen ermöglicht. Zusätzlich stütz die Rückenlehne besonders seitlich die erkrankte Wirbelsäule der Angestellten (Bild 4).

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Sitzen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Sitzen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB1501


Informationsstand: 03.04.2009