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Praxisbeispiel
Umschulung eines Bohrarbeiters zum Materialprüfer

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann erlitt einen Trümmerbruch des linken Unterschenkels sowie des linken Sprunggelenks. Im Reha-Verlauf zeigte sich, dass aufgrund der Verletzungen und bleibenden Bewegungseinschränkungen die weitere Ausübung der körperlich schweren Tätigkeiten in seinem Beruf nicht mehr möglich sein würde. Dementsprechend musste eine neue Tätigkeit gefunden werden.

Was wurde gemacht?
Der Mann wurde behinderungsbedingt umgeschult. Die Reha-Managerin vermittelte ihn zu einer Berufsfindung und Arbeitserprobung an ein Berufsförderungswerk. Im Rahmen der Berufsfindung- und Arbeitserprobung stellte sich heraus, dass der Beruf des Materialprüfers den Neigungen und Fähigkeiten des Mannes entspricht. Er absolvierte eine sechsmonatige Umschulung zum Euro-Materialprüfer für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung. Nach einem Praktikum übernahm ein Zulieferbetrieb bzw. Arbeitgeber den Euro-Materialprüfer in ein festes Arbeitsverhältnis.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Berufsfindung, Arbeitserprobung und Umschulung) wurden von der Berufsgenossenschaft gefördert. Die Berufsgenossenschaft zahlte dem Rehabilitanden außerdem direkt nach der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ein Verletztengeld und später mit dem Beginn der Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben ein Übergangsgeld. Während der medizinischen und beruflichen Rehabilitation wurde der Mann von einer Reha-Managerin im Rahmen des Reha-Managements unterstützt und betreut.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Berufsgenossenschaften.

Arbeitgeber:

Der neue Arbeitgeber ist ein Zulieferbetrieb.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Bei einem Arbeitsunfall bzw. Sturz in die Tiefe erlitt der Mann einen Trümmerbruch des linken Unterschenkels sowie des linken Sprunggelenks. Die Trümmerbrüche wurden mehrmals operativ behandelt, da sich immer wieder Schwierigkeiten beim Heilungsprozess ergaben. Bereits im Krankenhaus besuchte die Reha-Managerin (Berufshelferin) der Berufsgenossenschaft den Mann und erarbeitete mit den behandelnden Ärzten einen Reha-Plan. Im Rahmen des Reha-Plans wurde der Mann nach den Operationen langsam wieder durch Physiotherapie an Belastungen, die später im Arbeitsleben bzw. seinem alten Beruf auftreten, herangeführt. Ziel war dabei unter Vollbelastung der verletzten Extremität die Muskulatur möglichst vollständig wieder aufzubauen und die eingetretenen Bewegungseinschränkungen (beim Gehen, Steigen usw.) auszugleichen. Im weiteren Reha-Verlauf zeigte sich aber, dass aufgrund der Verletzungen und bleibenden Bewegungseinschränkungen die weitere Ausübung der körperlich schweren Tätigkeiten in seinem Beruf nicht mehr möglich sein würde.

Beruf:

der Mann arbeitete bis zu seinem Arbeitsunfall als Bohrarbeiter bei einem erdöl- und erdgasfördernden Unternehmen und musste behinderungsbedingt umgeschult werden.

Umschulung:

Da eine Rückkehr in den alten Beruf nicht mehr möglich war, setzte sich die Reha-Managerin mit dem Mann zusammen, um mit ihm die Möglichkeiten der weiteren Vorgehensweise zu besprechen. Nach diesem Gespräch vermittelte die Reha-Managerin ihn zu einer Berufsfindung und Arbeitserprobung an ein Berufsförderungswerk (BfW). Im Rahmen der Berufsfindung- und Arbeitserprobung stellte sich heraus, dass der Beruf des Materialprüfers den Neigungen und Fähigkeiten des Mannes entspricht.
Die sechsmonatige Umschulung zum Euro-Materialprüfer für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung absolvierte der Mann, nach der Kontaktaufnahme durch die Reha-Managerin, bei einem privaten Bildungsträger, der ein spezielles Angebot für Rehabilitanden auf dem Gebiet der Werkstoffprüfung in seinem Programm hat und eine anerkannte Ausbildungsstätte der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) ist. Die Inhalte (zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, Strahlenschutz, Qualitätssicherung und Gefahrgutfahrerschulung) während der Umschulung wurden in Module vermittelt. Am Ende der Module musste jeweils eine entsprechende Prüfung bestanden werden. Nach dem Abschluss der Module und dem Bestehen der Prüfungen erfolgte die Vermittlung des Euro-Materialprüfers durch den Bildungsträgers für ein dreimonatiges Praktikum in ein Industrieunternehmen bzw. einen Zulieferbetrieb. Nach dem Praktikum übernahm der Zulieferbetrieb bzw. Arbeitgeber den Euro-Materialprüfer in ein festes Arbeitsverhältnis.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

Pb/110799


Informationsstand: 18.12.2012