Inhalt

Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Landwirt

Wo lag die Herausforderung?

Dem Mann wurde der rechte Arm amputiert, weshalb sein Greifraum sowie die Fähigkeit Gegenstände zu handhaben eingeschränkt sind und er nicht schwer heben oder tragen kann. An seinem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Es wurden entsprechende technische Hilfsmittel zum Füttern und Melken eingesetzt, um die Körperbelastungen zu reduzieren und die eingeschränkten Körperfunktionen auszugleichen. Zum Düngen wurde der vorhandene Traktor zusätzlich mit einem Lenkraddrehknopf ausgestattet.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft förderte die behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung, wobei der Technische Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes die Berufsgenossenschaft im Rahmen der Amtshilfe unterstütze.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Berufsgenossenschaften und Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Der Mann ist selbständiger Landwirt.

Behinderung und Beeinträchtigung:

Dem Mann wurde infolge eines Arbeitsunfalls der rechte Arm amputiert. Behinderungsbedingt ist sein Greifraum und die Fähigkeit Lasten manuell zu transportieren und Gegenstände zu handhaben eingeschränkt.

Ausbildung und Beruf:

Der gelernte Landwirt bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Landwirt konnte die körperlich anstrengenden Arbeiten behinderungsbedingt nicht mehr ausüben. Es mussten daher entsprechende technische Hilfsmittel zum Füttern, Melken und Düngen eingesetzt werden, um die Körperbelastungen zu reduzieren und die eingeschränkten Körperfunktionen auszugleichen.

1. Füttern
Für die Fütterung mit Heu und Silage im Stall wurde der Traktor mit einer universellen Schnittstelle versehen, an die ein Steuerungsgerät in der Fahrerkabine angeschlossen ist. Über dieses ist eine stufenlose Einstellung der Geschwindigkeit des Kratzbodens (vorher manuell am Wagen einstellbar) des Flachsilowagens möglich. Für das zusätzliche Transportieren und Streuen des Kraftfutters wird eine dreirädrige Schubkarre mit geschlossenem Bügelgriff eingesetzt. Sie lässt sich auch einhändig ziehen und schieben.

2. Melken
Das Melkkarussell wurde mit Servicearmen nachgerüstet, die das Melkzeug automatisch rausschwenken, wenn es abgenommen wird. Ein Herausnehmen des Melkzeugs in vornübergebeugter Körperhaltung, bei der sich der Landwirt abstützen musste, entfällt somit. Es wurde zusätzlich ein Geländer und eine Treppe mit breiten Stufen für einen sicheren Stand installiert.

3. Düngen
Für das Ausbringen der Gülle auf die Äcker wurde das Lenkrad des Traktors mit einem Lenkraddrehknopf ausgestattet. Am Güllewagen wurde die manuell einstellbare Dosiervorrichtung durch einen elektrohydraulische Dosierschieber ersetzt. Das Steuerungsgerät wurde ebenfalls an die bereits installierte Schnittstelle angeschlossen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Führungsfähigkeit
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Führungsfähigkeit

Referenznummer:

R/PB0814


Informationsstand: 03.08.2021