Inhalt

Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Lagerarbeiter bei einem Elektronikunternehmen

Wo lag die Herausforderung?

Der Lagerist hat durch seine rheumatoide Arthritis Probleme beim langen Stehen sowie Gehen und Handhaben von Paketen sowie Waren. Er konnte deshalb die Pakete und Waren nicht weiter ein- und auslagern.

Was wurde gemacht?

Ein neu angeschafftes rechnergesteuertes Umlaufregal ermöglicht das behinderungsgerechte Ein- und Auslagern der Pakete und Waren. In Verbindung mit dem bereits vorhandenen Gabelhochhubwagen müssen keine Lasten mehr von Hand getragen und auch keine belastenden Arbeitshaltungen mehr eingenommen werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsgestaltung bzw. das neue rechnergesteuerte Umlaufregal wurde zu 50 Prozent vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert, da noch weitere Beschäftigte ohne Schwerbehinderung es auch nutzen. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.

Unternehmen:

Das Unternehmen stellt mit seinen 294 Beschäftigten elektromechanische und elektrohydraulische Komponenten wie Hubgeräte, Drehmoment-Wandler und Stellantriebe sowie Getriebe für Schienenfahrzeuge, hydraulische Regelungen (Servo-Antriebe) und elektronische Steuerungen her. Das Unternehmen vergibt Aufträge an Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

- schwere rheumatoide Arthritis mit Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit der Hände beim Lastentransport und Handhaben
- beidseitige starke O-Bein- und Hohlfußbildung mit Einschränkungen beim langen Gehen und Stehen
Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann hat den Beruf des Elektronikers für Geräte und Systeme erlernt. Er wird beim Unternehmen als Lagerarbeiter für die Einlagerung sowie Ausgabe der Zukaufteile eingesetzt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Bei der Elektronikfertigung handelt es sich um den jüngsten Geschäftsbereich des Unternehmens mit einer enormen Produktionsausweitung in den vergangenen Jahren. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass immer mehr Zukaufteile bevorratet werden müssen, die früher paketweise in Fachbodenregalen zwischengelagert wurden. Die oberen Fächerböden der über 2,5 Meter hohen Regalanlage konnten nur von einer Leiter aus bestückt werden, während die Einlagerung im unteren Bereich des Regals häufiges Bücken erforderte. Die einzelnen Zukaufteile sind zwar durchweg leicht - verpackt bzw. in den Verpackungseinheiten erreichen sie aber durchaus Gewichte von 10 bis 15 Kilogramm. Behinderungsbedingt wurde der Mitarbeiter durch die mit den langen Gehstrecken verbundenen Ein- und Auslagerarbeiten (Heben, Tragen, Bücken, Leitern besteigen) sehr stark belastet.
Vom Unternehmen wurden deshalb die Fachbodenregale durch ein neues rechnergesteuertes Umlaufregal ersetzt. Die Zuführung der Pakete bzw. Zukaufteile zum Umlaufregal erfolgt per bereits vorhandenem Elektro-Gabelhochhubwagen, sodass Hebe- und Tragearbeiten völlig entfallen. Die Ausnutzung der vollen Raumhöhe durch das Umlaufregal reduziert die erforderlichen Wegstrecken erheblich, da die Zukaufteile mit großer Zugriffshäufigkeit bevorzugt in dem nur ca. 3,5 Meter breiten Regal untergebracht werden. Die Steuerung der Anlage über PC und die damit verbundene permanente Bestandsführung machen zudem viele Wege ins Lager im Zusammenhang mit Bestandsaufnahmen und -kontrollen unnötig. Außerdem wird so ein Wechsel der Körperhaltung (gehend - stehend - sitzend) ermöglicht.
Teile mit geringer Umschlagshäufigkeit oder sperrige Artikel werden weiterhin in nur wenigen Fachbodenregalen in gut zugänglichen Regalebenen bzw. einer ergonomischen Ein- und Auslagerungshöhe gelagert - wobei hier diese Teile von oder auf den Gabeln des Elektro-Gabelhochhubwagens geschoben bzw. gezogen werden können und damit ein Heben nicht erforderlich ist.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • ERGOS - Treppensteigen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB4621


Informationsstand: 22.06.2021