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Praxisbeispiel
Fortbildung eines Steinmetzes zum Steinmetzmeister

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann ist gehörlos, kann allerdings sprechen und Lippenlesen. Hörbare Informationen müssen für ihn sichtbar wahrzunehmen sein. Es waren entsprechende Anpassungen nötig, damit der Mann seine Meisterprüfung ablegen konnte.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde in der Meisterschule stets von einem Gebärdensprachendolmetscher begleitet, da die Lehrperson nicht immer Rücksicht auf die Behinderung des Mannes nehmen konnte. Bei seiner Prüfung bekam er als Nachteilsausgleich einen Zeitzuschlag und durfte ebenfalls als Hilfestellung den Dolmetscher heranziehen.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Kosten für die gebärdensprachdolmetschende Person wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt übernommen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb, der in der Denkmalpflege und im Restaurierungsbereich tätig ist. Außerdem werden Bodenbeläge und Möbelteile wie Tisch- und Arbeitsplatten hergestellt.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist gehörlos und fähig zu sprechen sowie die Lautsprache von den Lippen abzulesen. Hörbare Informationen müssen aber so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Steinmetz. Er ist im Restaurierungsbereich tätig. Er fertigt neue Steinelemente für Kirchen- und Wohnhäuser an. Nach mehreren Jahren Berufstätigkeit als Steinmetz, entschloss er sich zu einer Fortbildung zum Steinmetzmeister an einer Meisterschule in Abendform, die er neben seinem Job am Tag besucht. Er besuchte, da es keine spezielle Meisterschule für gehörlose Steinmetze gibt, eine übliche Meisterschule. Dort war er der einzige Teilnehmende mit einer Behinderung bzw. Gehörlosigkeit. Dies führte zu Kommunikationsproblemen, denn die Lehrkräfte konnten nicht ständig Rücksicht nehmen und langsamer sprechen oder ihm jede mündliche Äußerung in schriftlicher Form vorlegen. Deshalb begleitete ihn fast jede Unterrichtsstunde eine gebärdensprachdolmetschende Person, die ihm vom Integrations- bzw. Inklusionsamt vermittelt wurde. Für die Abschlussprüfung wurde auf Antrag bei der zuständigen Kammer ein Zeitzuschlag als Nachteilsausgleich gewährt und ebenfalls die Unterstützung zur Kommunikation durch eine gebärdensprachdolmetschende Person zugelassen.
In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für gehörlose und schwerhörige Menschen.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Gestik/Mimik
  • IMBA - Hören

Referenznummer:

R/PB5344


Informationsstand: 24.03.2020