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Praxisbeispiel
Von der Werkstatt für behinderte Menschen zur Anstellung als Produktionshelfer

Wo lag die Herausforderung?

Behinderungsbedingt war der Mann in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigt. Ihm sollte aufgrund seiner dortigen positiven Entwicklung der Übergang auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde zunächst an ein Unternehmen für ein Praktikum vermittelt und dabei durch die WfbM betreut. Am Ende des Praktikums stand fest, dass er im Unternehmen für Helfertätigkeiten eingesetzt werden kann. Deshalb erfolgte zunächst eine weitere Beschäftigung im Unternehmen auf einem sog. Betriebsintegrierten Arbeitsplatz (Arbeitsplatz außerhalb der WfbM). Nach einem Jahr auf dem Betriebsintegrierten Arbeitsplatz wurde der Mann vom Unternehmen fest eingestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Während des Praktikums und der Zeit auf dem Betriebsintegrierten Arbeitsplatz wurde das "Arbeitsentgelt" des Mannes weiter von der WfbM gezahlt. Der Arbeitgeber erhielt von der Arbeitsagentur einen Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschuss zur Festeinstellung des Mannes mit Schwerbehinderung und Ausgleich des Mehraufwands zur Einarbeitung.
Mit der Einrichtung und festen Einbindung des Budgets für Arbeit in das SGB IX, können Unternehmen einen Lohnkostenzuschuss durch den Träger der Eingliederungshilfe bei Abschluss eins sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses mit einem oder einer ehemals Beschäftigten einer WfbM erhalten. Außerdem können die betroffenen Beschäftigten eine Anleitung und Begleitung, z. B. durch eine persönliche Assistenz, am neuen Arbeitsplatz erhalten.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Werkstätten für behinderte Menschen und der Arbeitsagenturen.

Unternehmen:

Das Unternehmen stellt Druckmaschinen her und stellte einen Mann aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) neu ein.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat eine geistige Behinderung und ist schwerbehindert. Behinderungsbedingt sind seine geistigen Fähigkeiten (z. B. das Lernen, Merken und die Konzentrationsfähigkeit) und seine Selbstständigkeit eingeschränkt.

Übergang Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt:

Der Mann besuchte eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Da er nach der schulischen Ausbildung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden konnte, wurde er behinderungsbedingt vom Reha-Team der Arbeitsagentur zu einer Werkstatt für behinderte Menschen geschickt. Im Rahmen des dreimonatigen Eingangsverfahrens in der WfbM wurde zunächst ermittelt für welche Tätigkeiten er eingesetzt werden kann und dementsprechend eine berufliche sowie persönliche Förderung in einem Eingliederungsplan festgelegt. Nach dem Eingangsverfahren wurden im Berufsbildungsbereich zwei Jahre lang die fachpraktischen Fähigkeiten (z. B. das Arbeiten mit Maschinen, der Materialtransport und das Verpacken), die Leistungsfähigkeit und die Persönlichkeitsentwicklung geschult sowie gefördert. Im Anschluss erfolgte eine weitere Beschäftigung im Arbeitsbereich der WfbM. Während der Zeit in der WfbM hatte sich der Mann soweit entwickelt, dass er zunächst von der WfbM für ein Praktikum über acht Wochen an den Druckmaschinenhersteller vermittelt werden konnte. In diesem Zeitraum wurde ermittelt ob und für welche Tätigkeiten der Mann eingesetzt werden kann. Dabei wurden auch die Neigungen und Wünsche des Mannes berücksichtigt. Im Rahmen des Praktikums wurde der Mann für unterschiedliche Helferarbeiten in der Produktion eingesetzt. Die Einarbeitung erfolgte dabei schrittweise durch die Kolleginnen und Kollegen. Zum Ende des Praktikums stand für die Beteiligten fest, dass dem Mann die Arbeit gefällt und er auch für die anfallenden Helfertätigkeiten eingesetzt werden kann. Danach wurde der Mann zunächst beim Unternehmen auf einem sog. Betriebsintegrierten Arbeitsplatz (Arbeitsplatz außerhalb der WfbM) in der Produktion beschäftigt. Er blieb jedoch vom Status weiter offiziell Beschäftigter der WfbM. Den verantwortlichen im Unternehmen und den Kolleginnen bzw. Kollegen ermöglichte die weitere Beschäftigung den Mann, seine Einsatzmöglichkeiten und Grenzen noch besser kennen zu lernen. Nach einem Jahr auf dem Betriebsintegrierten Arbeitsplatz wurde der Mann vom Unternehmen aufgrund der Leistungen und guten Entwicklung fest eingestellt.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Aufmerksamkeit
  • IMBA - Konzentration
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Aufmerksamkeit
  • MELBA - Konzentration
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

R/PB0335


Informationsstand: 15.12.2020