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Praxisbeispiel
Berufliche Teilhabe für einen Jugendlichen als Greenkeeper-Helfer

Wo lag die Herausforderung?

Der Jugendliche hat Schwierigkeiten sich Dinge zu merken sowie zu lernen, weshalb er mehr Zeit braucht, um Zusammenhänge zu verstehen und er sollte keine überfordernden Arbeitsaufträge bekommen. Er braucht also entsprechende Hilfe, um später auf dem Arbeitsmarkt Erfolg haben zu können.

Was wurde gemacht?

Bereits während seiner Schulzeit machte der Jugendliche ein Praktikum an einer Werkstatt für behinderte Menschen. Später erfuhr er vom Integrationsfachdienst, welcher dem Jugendlichen ein Praktikum auf einem Golfplatz organisierte, bei dem er von einem Job Coach betreut, qualifiziert und eingearbeitet wurde. Er konnte beim Praktikum überzeugen und wurde als Greenkeeper-Helfer fest eingestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes wurde über das Persönliche Budget zur beruflichen Teilhabe gefördert, das bei der Arbeitsagentur beantragt wurde. Der Arbeitgeber erhält vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung durch die verringerte Arbeitsleistung einen Beschäftigungssicherungszuschuss. Die Beantragung der Fördermittel erfolgte mit Hilfe des Integrationsfachdienstes. Ohne die Betreuung durch den Integrationsfachdienst wäre eine Einstellung nicht möglich gewesen, da der Arbeitgeber nicht das Personal und die Zeit gehabt hätte den Jugendlichen individueller und länger als üblich einzuarbeiten und für die erforderlichen Tätigkeiten anzulernen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen, der Integrations- bzw. Inklusionsämter und die Kontaktdaten zu Integrationsfachdiensten.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt einen Golfplatz. Er stellte einen Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf ein. Zur Einstellung kam es über einen Integrationsfachdienst, zu dessen Aufgaben u. a. die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine Lernbeeinträchtigung und Störungen aus dem Autismus-Spektrum. Behinderungsbedingt hat er Schwierigkeiten beim Lernen sowie Merken und der Aufnahme bzw. Filterung von relevanten Informationen. Er benötigt daher Unterstützung und mehr Zeit, um Zusammenhänge sowie Aufgaben zu verstehen und zu lernen. Es ist wichtig für ihn klare, eindeutige und nicht zu komplexe Arbeitsanweisungen zu erhalten.

Übergang Schule - Beruf:

Der Jugendliche besuchte eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung, die alle Entwicklungsbereiche eines förderbedürftigen Menschen mit lebenspraktischem Bezug einschließen. Schon während seiner Schulzeit absolvierte der Jugendliche einige Praktika, u. a. ein Praktikum in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Nach diesem Praktikum stand für ihn fest, dass er später nicht in einer WfbM arbeiten möchte. Über die Schule erfuhr er dann vom Integrationsfachdienst, der Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf auf dem Weg zur beruflichen Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützt. Über den Integrationsfachdienst wurde der Jugendliche entsprechend zunächst als Praktikant an den Golfplatz vermittelt. Während des Praktikums wurde der Jugendliche mit Hilfe eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes über ein Job-Coaching bzw. Betriebliches Arbeitstraining direkt am Arbeitsplatz qualifiziert und eingearbeitet. Dabei wurden die erforderlichen Arbeitsgänge strukturiert, schrittweise und intensiv bzw. oft trainiert, so dass ein passgenauer Einsatz für die Tätigkeit als Greenkeeper-Helfer beim Arbeitgeber möglich wurde. Neben den Vorgaben durch die Arbeitsanforderungen bzw. den Arbeitgeber wurden auch die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Jugendlichen berücksichtigt. Nach dem Praktikum wurde der Jugendliche vom Arbeitgeber fest eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Auf dem Golfplatz wird der Greenkeeper-Helfer für die Pflege der Grünflächen sowie Wege und das Reinigen der Golfcarts eingesetzt.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Kontaktfähigkeit
  • IMBA - Kritikfähigkeit
  • IMBA - Kritisierbarkeit
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - Misserfolgstoleranz
  • IMBA - Ordnungsbereitschaft
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Teamarbeit
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Kontaktfähigkeit
  • MELBA - Kritikfähigkeit
  • MELBA - Kritisierbarkeit
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Misserfolgstoleranz
  • MELBA - Ordnungsbereitschaft
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Teamarbeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

Pb/110725


Informationsstand: 27.07.2015