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Praxisbeispiel
Menschen mit Behinderung bei der Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co KG

Wo lag die Herausforderung?`
Die Mitarbeiter haben eine geistige oder körperliche Behinderung. Sie arbeiten langsamer und benötigen mehr Zeit sowie Hilfe, um komplexe Zusammenhänge und Situationen zu verstehen sowie zu erkennen. Bei anderen Mitarbeitern sollten beispielsweise aufgrund ihrer körperlichen Behinderung physisch stark belastende Tätigkeiten und bestimmte Körperhaltungen beziehungsweise Zwangshaltungen vermieden werden.

Was wurde gemacht?

Die Mitarbeiter mit Behinderung arbeiten im Produktionsbereich und bedienen Maschinen, montieren sowie entgraten Kunststoffteile oder prüfen und versenden fertige Produkte. So erfahren sie eine gewisse Routine und sind keinen schweren körperlichen Belastungen ausgesetzt.

Schlagworte und weitere Informationen

Zur Teilhabe am Arbeitsleben können Arbeitgeber und behinderte Arbeitnehmer spezielle Leistungen z. B. nach dem SGB III und SGB IX in Anspruch nehmen. Beraten und unterstützt werden sie dabei beispielsweise kostenlos von speziellen Fachdiensten, wie dem Technischen Beratungsdienst des Integrationsamtes / der Bundesagentur für Arbeit und dem Integrationsfachdienst.

Arbeitgeber:

Die Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co KG ist ein mittelständiges Unternehmen mit 135 Mitarbeitern, das Kunststoffteile für die Automobilindustrie sowie Unternehmen aus den Bereichen Heizungs-, Regelungs- und Medizintechnik entwickelt und herstellt.
Auf der Suche nach engagierten Arbeitskräften nahm das Unternehmen vor einigen Jahren auch Kontakt zum Integrationsfachdienst (IFD) für Menschen mit Behinderung in der Region auf. Zunächst wurden den vom IFD vermittelten Personen Praktika im Unternehmen angeboten, um die Beschäftigungsmöglichkeiten zu testen. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit Behinderung viele Tätigkeiten im Unternehmen übernehmen können und somit als Arbeitskräfte für das Unternehmen zur Deckung des vorhandenen Bedarfs in Frage kommen. So entstand dann die Zusammenarbeit mit den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) in der näheren Umgebung, die u. a. Menschen mit einer Körperbehinderung, Lernbehinderung oder geistigen Behinderung in ihrem Arbeitsbereich beschäftigen. Seit dieser Zeit arbeiten im Unternehmen bis zu zehn Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung in einer Außenarbeitsgruppe der WfbM auf sog. Außenarbeitsplätzen. Ihre täglichen Arbeitsaufgaben sind vielfältig und berücksichtigen die jeweiligen Neigungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Dabei sind sie zu einem großen Teil selbstständig und zuverlässig. Bei Bedarf und Problemen können das Unternehmen und die beschäftigten Menschen mit Behinderung Unterstützung durch den IFD und die WfbM erhalten. Mittlerweile wurden vom Unternehmen mehrere Menschen mit Behinderung in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen. Auch die Beschäftigten der Außenarbeitsgruppe fühlen sich gleichwertig zu den anderen Mitarbeitern und als Teil des Unternehmens. Für das Unternehmen gehört die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung inzwischen zum Alltag. Sie sind fest in den gesamten Produktionskreislauf integriert und werden vollständig akzeptiert.
Für sein herausragendes Engagement wurde das Unternehmen mehrfach ausgezeichnet, so z. B. mit dem Mittelstandspreis für soziale Verantwortung des Landes Baden-Württemberg. Einen kurzen Film dazu können Sie unten über den Link: Video bei Youtube über das Unternehmen im Rahmen des Mittelstandspreis für soziale Verantwortung des Landes Baden-Württemberg aufrufen.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Integration:
„Bei uns ist der Umgang mit Menschen mit Behinderung alltäglich. Sie kommen motiviert jeden Morgen durchs Firmentor und stehen ihren Mann in der Produktion und Montage."

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Die Mitarbeiter haben eine geistige oder körperliche Behinderung. Einige können sich behinderungsbedingt Sachverhalte schlecht merken. Außerdem ist ihre Fähigkeit neue Dinge zu lernen eingeschränkt. Sie arbeiten langsamer und benötigen mehr Zeit sowie Hilfe, um komplexe Zusammenhänge und Situationen zu verstehen sowie zu erkennen. Bei anderen Mitarbeitern sollten beispielsweise aufgrund ihrer körperlichen Behinderung physisch stark belastende Tätigkeiten (z. B. das Tragen und Heben von Lasten) und bestimmte Körperhaltungen bzw. Zwangshaltungen vermieden werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitarbeiter mit Behinderung arbeiten im Produktionsbereich und bedienen Maschinen, montieren sowie entgraten Kunststoffteile oder prüfen und versenden fertige Produkte.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

Pb/110850


Informationsstand: 14.12.2015