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Praxisbeispiel
Ausbildung und Beschäftigung in einem Inklusionsbetrieb

Wo lag die Herausforderung?

Einer der Mitarbeiter ist geistig behindert. Der zweite Mitarbeiter hat Multiple Sklerose und eine aus der Krankheit resultierende Lernbeeinträchtigung. Behinderungsbedingt haben beide Mitarbeiter Schwierigkeiten beim Lernen und Merken.
Der dritte Mitarbeiter hat das Asperger-Syndrom. Durch diese abgeschwächte Autismus-Form ist er nur sehr eingeschränkt in der Lage, Blickkontakt oder zwanglose Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen und soziale Regeln, die andere intuitiv beherrschen, zu begreifen und zu praktizieren. Alle drei Mitarbeiter benötigen entsprechende Unterstützung, um später auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Erfolg haben zu können.

Was wurde gemacht?

Von dem Reha-Team der Arbeitsagentur wurden die vorher arbeitslosen Mitarbeiter mit Hilfe eines Integrationsfachdienstes für ein zweiwöchiges Praktikum an den Arbeitgeber vermittelt. Im Anschluss daran erhielten dann zwei Kandidaten einen Ausbildungsvertrag zum Gartenbauwerker und ein Kandidat wurde als Hilfskraft eingestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Gründung des Inklusionsbetriebes wurde im Rahmen der übernommenen Regelförderung für Investitionszuschüsse (pro Arbeitsplatz) aus dem früheren Landesprogramm "Integration unternehmen!" vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Außerdem erhält der Arbeitgeber vom Integrations- bzw. Inklusionsamt eine Betreuungsaufwandsentschädigung und einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung und von der Arbeitsagentur einen zeitlich befristeten Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe für die vorher arbeitslosen Mitarbeiter.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und der Arbeitsagenturen.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Inklusionsbetrieb, der auf dem Gebiet der Garten- und Landschaftspflege tätig ist und zunächst von sechs Gartenbauunternehmen als Gemeinschaftsunternehmen gegründet wurde. Der Inklusionsbetrieb übernimmt von den sechs Gründerunternehmen Aufträge bzw. Arbeiten, um Überkapazitäten und Auftragsspitzen abzubauen. Er beschäftigt fünf Mitarbeiter - davon sind drei schwerbehindert. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung und der guten Erfahrungen mit Arbeitnehmern mit Schwerbehinderung, wird der Geschäftsführer einen weiteren Mitarbeiter bzw. Auszubildenden mit Schwerbehinderung einstellen und zusätzliche Inklusionsbetriebe in den Städten der Region gründen, die unter dem Namen und dem Konzept des bereits bestehenden Betriebes geführt werden. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, übernimmt eine Servicegesellschaft die Verwaltungsaufgaben und hält Kontakt zu den Integrationsfachdiensten, die Praktikanten und Bewerber mit einer Schwerbehinderung an das Integrationsunternehmen vermitteln und diese betreuen.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Einer der Mitarbeiter hat eine geistig Behinderung. Der zweite Mitarbeiter hat Multiple Sklerose (MS) in Verbindung mit einer Lernbeeinträchtigung. Behinderungsbedingt haben beide Mitarbeiter Schwierigkeiten beim Lernen und Merken. Sie benötigen mehr Zeit, um Zusammenhänge zu verstehen und zu erkennen. Es ist wichtig für sie klare und eindeutige Arbeitsanweisungen zu erhalten, um diese Schritt für Schritt ausführen zu können.
Der dritte Mitarbeiter hat das Asperger-Syndrom. Durch diese Erkrankung aus dem Autismus-Spektrum ist er nur sehr eingeschränkt in der Lage, Blickkontakt oder zwanglose Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen und soziale Regeln, die andere intuitiv beherrschen, zu begreifen und zu praktizieren.

Ausbildung und Beruf:

Von dem Reha-Team der Arbeitsagentur wurden die vorher arbeitslosen Mitarbeiter mit Hilfe eines Integrationsfachdienstes für ein zweiwöchiges Praktikum an den Arbeitgeber vermittelt. Im Rahmen des Praktikums wurden sie unter Anleitung für verschiedene Arbeiten eingesetzt, um einschätzen zu können, ob sie mit der entsprechenden Unterstützung Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau ausführen können. Im Anschluss daran erhielten dann zwei Kandidaten einen Ausbildungsvertrag zum Gartenbauwerker und ein Kandidat wurde als Hilfskraft eingestellt. Die Ausbildung und das Anlernen der Mitarbeiter erfolgt durch einen Gartenbaumeister mit Ausbildereignungsprüfung, der zusätzlich noch Diplom-Pädagoge ist.
In REHADAT finden Sie auch Einrichtungen, die behinderte Menschen ausbilden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Behinderungsbedingt bedarf es einer intensiven Einarbeitung, Anleitung und Betreuung der Mitarbeiter durch den Gartenbaumeister. Dabei werden die Arbeitsabläufe Schritt für Schritt erarbeitet und durch mehrmaliges Wiederholen gelernt. Zu den Tätigkeiten gehören neben dem Rasen mähen, Hecken sowie Sträucher schneiden und Pflanzflächen pflegen auch das Reinigen der Wege und das Aufsammeln des Mülls.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitsplanung
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Auffassung
  • IMBA - Kontaktfähigkeit
  • IMBA - Kritikfähigkeit
  • IMBA - Kritisierbarkeit
  • IMBA - Lernen/Merken
  • IMBA - Misserfolgstoleranz
  • IMBA - Ordnungsbereitschaft
  • IMBA - Problemlösen
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Teamarbeit
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)
  • MELBA - Arbeitsplanung
  • MELBA - Auffassung
  • MELBA - Kontaktfähigkeit
  • MELBA - Kritikfähigkeit
  • MELBA - Kritisierbarkeit
  • MELBA - Lernen/Merken
  • MELBA - Misserfolgstoleranz
  • MELBA - Ordnungsbereitschaft
  • MELBA - Problemlösen
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Teamarbeit
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Vorstellung (Vorstellungsvermögen)

Referenznummer:

Pb/110716


Informationsstand: 04.01.2018