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Praxisbeispiel
Job beim Dienstleister K Produktion über das Budget für Arbeit

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
Arbeitsplatz von Recep Özdemir

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann arbeitete behinderungsbedingt in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Er versuchte einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden.

Was wurde gemacht?

Über persönliche Kontakte zum Arbeitgeber erhielt er eine Anstellung im Büro des Unternehmens.

Das Interview können Sie unten über den Reiter dazu öffnen.

Schlagworte und weitere Informationen

Mit dem Budget für Arbeit werden Menschen mit Behinderung beim Übergang von der WfbM auf den ersten Arbeitsmarkt und Unternehmen gefördert sowie unterstützt.

Die Unterstützung kann dabei bedarfsorientiert durch verschiedene Betreuungsleistungen erfolgen, z. B. durch einen Jobcoach.

Die Förderung durch das Budget für Arbeit erfolgt durch die Behörde, die für die Leistungen im Arbeitsbereich der WfbM zuständig ist. In der Regel ist das der Träger der Eingliederungshilfe. Zur Förderung durch das Budget für Arbeit gehört auch ein Lohnkostenzuschuss, der an Unternehmen gezahlt wird.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen bietet Beratung und Fortbildungen aus den Bereichen Barrierefreiheit und Inklusion sowie Leichte Sprache und Tanz an.

Folgenden Text schrieb Recep Özdemir über seine Erfahrungen in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und zu seinem jetzigen Arbeitsplatz.

Meine Zeit in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

Ich stand fünf Tage die Woche um 5:00 Uhr auf. Um ca. 6:30 Uhr wurde ich vom Fahrdienst abgeholt. Meistens waren wir zwischen 7:00 Uhr und 7:10 Uhr in der Werkstatt. Um 7:30 Uhr war Arbeitsbeginn. Um ca. 14:00 Uhr war Schluss für mich.
Oft saß ich nur rum, weil es keine Arbeit für mich gab. Da habe ich mich immer gefragt, warum ich so früh aufstehen muss. Ich halte mich für einen intelligenten Menschen, der nicht den ganzen Tag nichts tun kann.
Weil ich ein ruhiger freundlicher Mensch bin, haben mich meine Gruppenleiter, Sozialpädagogen und Kollegen gemocht.
In der Gruppe war es oft sehr laut. Ich war immer sehr kaputt, als ich am Nachmittag wieder zu Hause war. Oft nicht von der Arbeit selber, sondern von der psychischen Belastung.
Für diese 'Arbeit' habe ich monatlich ca. 150 € bekommen. Dazu habe ich nicht sehr viel Grundsicherung erhalten.
Am Ende kam ich als Beisitzer in den Werkstattrat. Dies hat mir auch nicht so gefallen. Im Werkstattrat lernte ich Christian Judith kennen. Er war dort die Vertrauensperson. Er ist es immer noch. Von Christian habe ich erfahren, dass er eine eigene Firma namens K Produktion hat. Ich habe ihm erzählt, dass ich mich in der Werkstatt nicht wohl fühle, und gerne woanders arbeiten möchte. Über dieses Gespräch und das Hamburger Budget für Arbeit kam ich dann zu K Produktion.
Die Gruppenleiter und Sozialpädagogen der Werkstatt haben mir in dieser Hinsicht nie geholfen. Wenn ich damals Christian nicht kennen gelernt hätte, würde ich wahrscheinlich immer noch in der Werkstatt vegetieren.

Mein Leben mit K Produktion

Meine Kollegen sind sehr nett.
Ich habe meine geliebte Ruhe.
Ich verdiene wesentlich mehr.
Ich muss keine Grundsicherung mehr in Anspruch nehmen.
Ich weiß, warum ich morgens um 7:00 Uhr aufstehe.
Weil meine Kollegen oft unterwegs sind, habe meistens keinen, mit dem ich mich unterhalten kann. Aber das ist Tausendmal besser als die WfbM.

Quelle:

Das Praxisbeispiel wurde REHADAT-Gute Praxis durch das Internet-Angebot budgetfuerarbeit.de zur Verfügung gestellt - welches von Aktion Mensch gefördert wird.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

Pb/111036


Informationsstand: 14.05.2019

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