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Praxisbeispiel
Küchenhilfe bei der Seniorenresidenz Nieder-Olm über das Budget für Arbeit

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
Arbeitsplatz von Christian Blasig

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann arbeitete behinderungsbedingt in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Es wurde versucht ihn seinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechend auf den ersten Arbeitsmarkt zu platzieren.

Was wurde gemacht?

Er wurde an eine Seniorenresidenz vermittelt. Zu Beginn absolvierte er ein Praktikum und wurde durch eine Inklusionsberaterin unterstützt. Nach dem Praktikum wurde er fest eingestellt.

Das Interview können Sie unten über den Reiter dazu öffnen.

Schlagworte und weitere Informationen

Mit dem Budget für Arbeit werden Menschen mit Behinderung beim Übergang von der WfbM auf den ersten Arbeitsmarkt und Unternehmen gefördert sowie unterstützt.

Die Unterstützung kann dabei bedarfsorientiert durch verschiedene Betreuungsleistungen erfolgen, z. B. durch einen Jobcoach.

Die Förderung durch das Budget für Arbeit erfolgt durch die Behörde, die für die Leistungen im Arbeitsbereich der WfbM zuständig ist. In der Regel ist das der Träger der Eingliederungshilfe. Zur Förderung durch das Budget für Arbeit gehört auch ein Lohnkostenzuschuss, der an Unternehmen gezahlt wird.

Arbeitgeber:

Ist die Seniorenresidenz Nieder-Olm, die in vier Wohnbereichen Einzel- und Doppelzimmer mit insgesamt 96 Pflegeplätzen anbietet. Die Seniorenresidenz stellte eine Küchenhilfe über das Budget für Arbeit ein, die vorher in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) beschäftigt war.

Gracia Schade vom Projekt Kommune inklusiv der Verbandsgemeinde Nieder-Olm sprach mit Joachim Schmöckel über seine Erfahrungen mit der Beschäftigung behinderter Menschen im Rahmen des Budget für Arbeit.

Was hat Sie bewogen, das Budget für Arbeit zu nutzen, um Christian Blasig einzustellen?

Es gibt eine lange und gute Zusammenarbeit mit dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZsL) Mainz, von dort wurden und werden uns viele Praktikanten vermittelt. Die GfA ist ein Träger, ebenso der paritätische Wohlfahrtsverband, zu dessen Philosophie es gehört, mit Menschen aus anderen Sozialstrukturen zusammenzuarbeiten. Nun können wir es sogar inklusiv nennen.

Hatten Sie am Anfang Unterstützung dabei?

Das ZsL Mainz hat uns immer durch Fachberater unterstützt, alle Vorbereitungen für das Budget für Arbeit wurden von den Kollegen des ZsL Mainz getroffen und es gab einen klaren Zeitplan, wie man solche Strukturen aufbaut. Regelmäßige begleitende Betreuung ist wichtig, das war im ZsL Mainz über einen langen Zeitraum auf Abruf immer möglich. Das stabilisiert gerade am Anfang eine solche Stelle. Bis der Mitarbeiter sich auch wirklich ins Team integriert hat.
Auf Abruf ist eine externe Unterstützung, also Langzeitbetreuung, sicherlich sinnvoll.

Gab es besondere Reaktionen der Kollegen auf Herrn Blasig?

Im Haus ist immer eine gewisse Offenheit, der neue Mitarbeiter wird eingearbeitet und ins Team eingebunden. Auf der anderen Seite wird auch erwartet, das man sich ins Team einbringt und das hat auch gut geklappt. Gesprächsbedarf entsteht immer mal, zum Teil auch mit Einbezug der Eltern, aber es gab bislang keine Situation, in der das Arbeitsverhältnis gefährdet gewesen wäre.

Gracia Schade vom Projekt Kommune inklusiv der Verbandsgemeinde Nieder-Olm führte folgendes Interview mit Christian Blasig:

Wie war es in der Werkstatt für behinderte Menschen für Sie?

Zu Anfang etwas schwierig, weil ich nie dorthin wollte, ich war dafür überqualifiziert. Die Arbeiten sind oft etwas eintönig, wie zum Beispiel etwas verpacken oder sehr filigrane Arbeiten. Das liegt mir nicht so. Ich wollte selbstständig leben und auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeiten, selbstständig mit dem Bus und Zug fahren.

Wie kamen Sie an das Budget für Arbeit?

Meine Lehrerin hat sich beim Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) Mainz gemeldet und wegen Praktika nachgefragt. Man hat dann verschiedene Praktika organisiert und so kam ich in das Budget für Arbeit.

Wie wollen Sie arbeiten?

Selbstständig arbeiten, vielleicht irgendwann mal eine kleine Ausbildung machen.

Was sind Ihre Aufgaben?

Tische abräumen, Salate vorbereiten, Brötchen für die Stationen verteilen, Quark anrühren. Ich mache ganz viele Unterstützungsarbeiten in der Küche.
Ich muss alle 14 Tage am Wochenende arbeiten.

War das am Anfang schwer?

Ja, am Anfang ein kleines bisschen schon. Aber ich habe mich schnell rein gefunden. Ich wusste ja schon viel durch mein Praktikum. Der Wechsel von der Bäckerei in die Seniorenresidenz war ungewohnt, auch von den Arbeitszeiten.

Was hat sich durch die Arbeit bei Ihnen verändert?

Dass ich selbstständiger geworden bin und viele Sachen allein machen kann und ich bin handwerklich begabt.

Quelle:

Das Praxisbeispiel wurde REHADAT-Gute Praxis durch das Internet-Angebot budgetfuerarbeit.de zur Verfügung gestellt - welches von Aktion Mensch gefördert wird.

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  • IMBA - Arbeitszeit
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Referenznummer:

Pb/111034


Informationsstand: 13.05.2019

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