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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Papierschneider in einer Druckerei

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann kann behinderungsbedingt nicht schwer heben sowie tragen und er muss langes Stehen und häufiges Bücken vermeiden. Dafür waren entsprechende Hilfsmittel an seinem Arbeitsplatz nötig.

Was wurde gemacht?

Das zu schneidende Papier wird vom Papierzuschneider mit einem elektrisch höhenverstellbaren und verfahrbaren Hebetisch vom Zwischenlager der Halle zur Papierschneidemaschine transportiert und neben dem Maschinentisch bereitgestellt. Der als Stehhilfe bereitgestellte ergonomische Stehsitz ermöglicht eine steh-sitzende Körperhaltung.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Druckerei.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der schwerbehinderte Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung. Behinderungsbedingt kann er nur eingeschränkt für manuelle Hebe- und Tragearbeiten eingesetzt werden, bei denen ein langes Stehen oder häufiges Bücken erforderlich ist.

Beruf:

Der Mann arbeitet im Schichtbetrieb als Papierschneider bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet an einer Papierschneidemaschine mit einer Schnittlänge von ca. 90 cm, einer max. Schnitthöhe von 12 cm und einer Maschinentischhöhe von 90 cm. Das zu schneidende Papier wird vom Papierzuschneider mit einem elektrisch höhenverstellbaren und verfahrbaren Hebetisch vom Zwischenlager der Halle zur Schneidemaschine transportiert und neben dem Maschinentisch bereitgestellt. Das Papier wird in Stapeln mit einer Höhe von ca. 10 cm vom Hebetisch direkt auf gleicher Höhe auf den Maschinentisch geschoben. Der Maschinentisch ist mit Druckluftdüsen, die ein Luftpolster unter dem Papier erzeugen, ausgestattet. Das Luftpolster ermöglicht eine leichte Papierzufuhr und -ausrichtung für das Schneiden. Das zugeschnittene Papier wird anschließend auf einem weiteren verfahrbaren Hebetisch geschoben und kann abtransportiert werden. Der als Stehhilfe bereitgestellte ergonomische Stehsitz ermöglicht eine steh-sitzende Körperhaltung. Durch den Einsatz der Stehhilfe und dem zusätzlich möglichen Wechsel der Körperhaltung, zwischen steh-sitzend oder stehend, wird eine weitere Entlastung der Wirbelsäule ermöglicht. Die Belastungen durch die Lastenhandhabung und Zwangshaltungen werden durch die behinderungsgerechte Gestaltung beseitigt, so dass der Mitarbeiter das pro Schicht durchschnittlich bewegte Material von 2,5 t ohne Probleme bewältigen kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Schichtarbeit
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB0100


Informationsstand: 23.03.2011