Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Der Fachlagerist kann behinderungsbedingt nicht mehr gut sehen und sein Greifraum ist eingeschränkt. Damit der er seinen neuen Job beim Unternehmen im Lager ausüben kann, benötigt er einen Gabelstapler, den er einfach bedienen und mit dem er ohne größere Belastungen Material lagern kann.Was wurde gemacht?
Es wurde ein Gabelstapler mit speziellem Zubehör zur behinderungsgerechten Gestaltung angeschafft. Das Zubehör ermöglicht es, dass der Fachlagerist trotz seiner Beeinträchtigungen selbständig, sicher und belastungsfrei arbeiten kann.
Die Arbeitsplatzgestaltung für den neu geschaffenen Arbeitsplatz wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes. Die Eingliederung des Mannes mit Schwerbehinderung in das Arbeitsleben wurde von der Arbeitsagentur durch die Gewährung eines Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschusses gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und Arbeitsagenturen.
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Unternehmen:
Das Unternehmen ist ein mittelständischer, zuliefernder Betrieb für die Automobilindustrie. Das Unternehmen stellte einen Mitarbeiter mit Schwerbehinderung neu ein.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hatte vor einigen Jahren einen schweren privaten Verkehrsunfall und ist danach schwerbehindert. Durch den Unfall kam es zu einer Armbehinderung, einer hochgradigen Sehbehinderung am rechten Auge und einer Zwangshaltung des Kopfes durch eine Lähmung. Behinderungsbedingt hat er Einschränkungen beim Sehen, Greifen (Greifraum) und manuellen Heben und Tagen von Lasten.Ausbildung und Beruf:
Der Mitarbeiter ist Tischler, wurde jedoch später aufgrund der vorliegenden Behinderungen zum Fachlageristen umgeschult. Zuletzt hat er im Ausbaugewerbe als Trockenbauer gearbeitet. Danach war er eine Zeit lang arbeitslos, bis er vom Unternehmen als Lagerarbeiter und Gabelstaplerfahrer neu eingestellt wurde.Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:
Der Lagerarbeiter ist für das Ein- und Auslagern des Rohmaterials, der Zukaufteile, der Halbfertigwaren sowie der Fertigteile zuständig. Für die Lagerung stehen über den gesamten Betrieb verteilt umfangreiche Palettenregalanlagen mit Lagerhöhen von bis zu fünf Metern zur Verfügung. Außerdem umfasst der Aufgabenbereich des Mitarbeiters die Be- und Entladung der LKW.Aufgrund der sehr hohen Seheinschränkung des rechten Auges, der Kopfzwangshaltung und der Funktionseinschränkung der rechten Hand, kann der Mitarbeiter die vorhandenen konventionellen Gabelstapler nicht nutzen. Benötigt wurde daher ein Gabelstapler mit ergonomisch besonders gut gestaltetem verstellbarem Bedienfeld, sehr leichtgängiger Lenkung, einem ergonomischen Schwingsitz, elektronischer Höhenanzeige, kippbarer Fahrerkabine und Seitenschieber.
Die elektronische Höhenanzeige, im Zusammenhang mit der kippbaren Kabine, erleichtert dem Mitarbeiter das Ein- und Auslagern in großen Höhen, das ihm wegen des Verlusts des räumlichen Sehens bisher schwerfiel. Während des Hubvorgangs ist lediglich das im Blickfeld liegende Display für die Höhenanzeige zu beobachten, der Hubvorgang erfolgt automatisch. Auch das eigentliche Einschieben der Palette in das Regalfach kann in ergonomisch günstiger Körperhaltung ohne Kopfverrenkungen beobachtet werden, da die gesamte Fahrerkabine nach einer frei einprogrammierbaren Hubhöhe selbsttätig um 15 Grad nach hinten geneigt wird. Die zusätzliche Ausstattung des Staplers mit einem Seitenschieber macht umständliches Rangieren unnötig. Durch die Betätigung eines Steuerventils können die Gabeln mit der Last leicht nach rechts oder links in die exakte Position verschoben werden.
Arbeitsschutz:
Der Mitarbeiter ist im Besitz eines Gabelstaplerführerscheins (Befähigungsnachweis zum Führen von Flurförderzeugen) und hat die notwendigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen durch den Betriebsarzt mitgemacht. Auch das Ergebnis einer Gefährdungsbeurteilung sprach für den Einsatz als Gabelstaplerfahrer im Unternehmen.Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:
kraftbetriebene Industriefahrzeuge zum Anheben und Transportieren von Material (Gabelstapler)Schlagworte
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ICF-Items
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- d110 |
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Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Handkoordination (rechts/links)
- EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- ELA - Feinmotorik
- ELA - Handgreifkraft
- ELA - Heben
- ELA - Reichen
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Dreipunktgriff
- ERGOS - Fingergeschicklichkeit
- ERGOS - Handgeschicklichkeit
- ERGOS - Handgreifkraft
- ERGOS - Reichen
- ERGOS - Schlüsselgreifkraft
- ERGOS - Sehen
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitssicherheit
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Armbewegungen
- IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
- IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
- IMBA - Heben
- IMBA - Kopf-/Halsbewegungen
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Sehen
- IMBA - Sehen (Gesichtsfeld/Räumliches Sehen)
- IMBA - Tragen
- IMBA - Unfallgefährdung
- MELBA - Feinmotorik
Referenznummer:
R/PB4208
Informationsstand: 31.07.2025