Praxisbeispiel
Wo lag die Herausforderung?
Der neu eingestellte Modellbauer konnte auch nach einer medizinischen Reha nicht dauerhaft für Arbeiten eingesetzt werden, die das Heben und Tragen von Lasten, das Einnehmen von Zwangshaltungen, das Aussetzen des Körpers gegenüber Vibrations- oder Stoßbewegungen und das Arbeiten unter einem höheren Schalldruckpegel erforderten. Da er an seinem Arbeitsplatz aber Rohmaterial und Einzelteile zum Anfertigen der Modelle heben, tragen und positionieren muss, musste dieser entsprechend behinderungsgerecht gestaltet werden.Was wurde gemacht?
Zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden folgende Hilfsmittel eingesetzt:- ein
, der bereits im Unternehmen vorhanden war - einScherenhubtisch
- ein Säulenkran
Der Säulenschwenkkran wurde nur zum Teil vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt zur Gestaltung des neu geschaffenen Arbeitsplatzes gefördert, da dieser auch von den anderen Beschäftigten zur Lastenhandhabung benutzt wird und das Unternehmen aus Gründen des Arbeitsschutzes ein entsprechendes Hilfsmittel zur Verfügung stellen müsste. Die gesetzliche Rentenversicherung förderte die medizinische Rehabilitation, den Scherenhubtisch zur Teilhabe am Arbeitsleben und zahlte dem Unternehmen einen gestaffelten Eingliederungszuschuss über sechs Monate. Die Beratung erfolgte im Rahmen der Amtshilfe durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der gesetzlichen Rentenversicherung und Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter.
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Unternehmen:
Das Unternehmen fertigt mit seinen zehn Beschäftigten Modelle für Gießereien und Formen für den Werkzeugbau (z. B. Tiefzieh- und Spritzgussformen). Das Unternehmen stellte einen Mitarbeiter mit Behinderung neu ein.Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:
Der Mann hat eine Rückenerkrankung, eine Schultererkrankung, Bluthochdruck und ist auf einem Ohr schwerhörig. Die Rücken- und Schultererkrankung ist mit entsprechend lokal auftretenden Schmerzen verbunden. Er nahm bereits an einer medizinischen Rehabilitation teil und sollte behinderungsbedingt nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, die:- nach Gutachten des ärztlichen Dienstes der Arbeitsagentur das Heben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm,
- die Einnahme von Zwangshaltungen mit Armen über Schulterhöhe oder gebückter/gebeugter Körperhaltung,
- den Körper Vibrations- oder Stoßbewegungen aussetzen und
- das Arbeiten unter einem höheren Schalldruckpegel bzw. Lärm sowie erhöhten klimatischen Bedingungen erfordern.
Ausbildung und Beruf:
Der ausgebildete und arbeitslose Modellbauer bewarb sich auf eine Stellenausschreibung des Unternehmens. Nach dem Bewerbungsverfahren wurde er für die Anfertigung von Holz- und Kunststoffmodellen eingestellt.Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:
Der Arbeitsplatz des Modellbauers befindet sich in einer geschlossenen, normal klimatisierten Werkshalle mit Tageslicht und Deckenbeleuchtung. Zu seinen Aufgaben bei der Fertigung der Modelle gehören der Aufriss sowie Zuschnitt des Materials und die Maschinenbedienung. Je nach Auftrag durch die Kundschaft variieren dabei Form, Größe und Gewicht. Für den Transport des Rohmaterials, der zu montierenden Einzelteile und der fertigen Modelle stehen u. a. Elektro-Gabelhochhubwagen bzw. Flurförderzeuge zur Verfügung, mit denen der Modellbauer das Material zum und die fertigen Modelle vom Scherenhubtisch transportieren kann. Die Flurförderzeuge ermöglichen beispielsweise auch das Ablegen des Materials auf dem neu angeschafften Scherenhubtisch. Mit Hilfe des hydraulisch stufenlos höhenverstellbaren Scherenhubtisches kann sich der Modellbauer dann das Rohmaterial, die Einzelteile und das Modell über einen Handschalter in einer ergonomischen Arbeitshöhe positionieren, sodass es zu keinen Zwangshaltungen kommt. Aus Sicherheitsgründen erfolgt die Tischbewegung unter Last über den Handschalter, der an einem drei Meter langen Kabel befestigt ist. Außerdem wurde zum Heben und Tragen in der Mitte der Werkshalle ein über 360 Grad schwenkbarer Säulenkran installiert, der von allen Arbeitsplätzen aus genutzt werden kann. Der Säulenschwenkkran ermöglicht auch das Drehen und Umsetzen der bis zu fünfzig Kilogramm schweren Einzelteile und Modelle auf dem Scherenhubtisch.Arbeitsschutz:
Der von der Rentenversicherung im Rahmen der Amtshilfe eingeschaltete technische Berater des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes ermittelte mit Hilfe der Leitmerkmalmethode für das Heben und Tragen zur Gefährdungsbeurteilung, dass selbst ohne die eingesetzten Hilfsmittel eine Gefahr für die Gesundheit der Beschäftigten ohne Behinderung besteht. Die behinderungsgerechte Gestaltung bzw. der Einsatz der Hilfsmittel zur Lastenhandhabung war deshalb dringend erforderlich.In Bezug auf den Lärm in der Werkshalle wird dem Mitarbeiter als persönliche Schutzausrüstung vom Unternehmen ein Gehörschutz zur Verfügung gestellt.
Eingesetzte Hilfsmittel – Anzeigen der Produkte:
Ohr- oder Gehörschutzhandgeführte Hubwagen
Kräne, Flaschenzüge und Lastaufnahmemittel (Drehkräne)
Hebe- und Positionierungssysteme (Scherenhubtische)
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- s2609 |
- s410 |
- s4109 |
- s720 |
- s7209 |
- s760 |
- s7600 |
- s76009
Mögliche Assessments – Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung
- EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
- EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
- EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
- EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
- ELA - Bücken/Aufrichten
- ELA - Heben
- ELA - Reichen
- ELA - Stehen
- ELA - Tragen
- ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
- ERGOS - Bücken
- ERGOS - Hören
- ERGOS - Reichen
- ERGOS - statisches/dynamisches Heben
- ERGOS - Stehen
- ERGOS - Tragen
- IMBA - Arbeitssicherheit
- IMBA - Arbeitszeit
- IMBA - Armbewegungen
- IMBA - Geneigt/Gebückt
- IMBA - Heben
- IMBA - Hören
- IMBA - Klima
- IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
- IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
- IMBA - Schall/Lärm
- IMBA - Stehen
- IMBA - Tragen
- IMBA - Vibration/Erschütterungen
Referenznummer:
Pb/110703
Informationsstand: 05.03.2026