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Erasmus+-Projekt "Erwachsenenbildung in Gebärdensprache" (23.09.2021)

Ein Good Practice Beispiel

NA BIBB & Erasmus

Viele Gehörlose nutzen nach der schulischen Ausbildung nur noch selten Angebote der Weiter- und Erwachsenenbildung. Das liegt einerseits an einer mangelnden Förderung von Lese- und Schreibkompetenz in Gehörlosenschulen, zum anderen aber fehlt es häufig auch am Zugang, insbesondere zu Angeboten der Politischen Bildung. Genau hier setzt das Erasmus+-Projekt "Erwachsenenbildung in Gebärdensprachen" an.

Das Projekt schafft ein innovatives Bildungskonzept für gehörlose Erwachsene, das in verschiedenen Ländern Mitteleuropas anwendbar ist.

Es gehe darum, die eigene Perspektive zu erweitern und das Gesamtangebot der Erwachsenenbildung in Gebärdensprachen zu verbessern. Ein elementares Thema sei dabei die Teilhabe. Gehörlose Menschen müssten lernen, wie man miteinander diskutiert und sich einbringen kann. Aktuell gebe es diesbezüglich noch große Hemmungen, gerade im Dialog mit hörenden Menschen. 

Während entsprechende Angebote auf der Fachebene bereits relativ verbreitet seien, fehlten sie an der Basis oftmals noch. Daher richtet sich der Blick des Projekts vor allem auf Volkshochschulen und vergleichbare Bildungsanbieter. Ihnen sollen die Erfahrungen und Erkenntnisse lokaler Best Practices neue Impulse geben. Dazu Rudi Sailer, Vorsitzender des Netzwerks der Gehörlosen-Stadtverbände e.V.: "Wir stärken das Angebot vor Ort, indem wir die Menschen stärken. Aus meiner Sicht kann die Erwachsenenbildung einen wichtigen Beitrag leisten, um die Partizipation am politischen Diskurs zu ermöglichen."

Sie möchten mehr über das Projekt erfahren? Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung informiert auf ihrer Eramus+-Themenseite über alle Programmbereiche, spezielle Fördermittel, Good Practice Beispiele und Literatur.

Übrigens: Vom 14. bis 16. Oktober finden europaweit spannende Aktionen statt, die das europäische Engagement aller am Programm Beteiligten sichtbar machen. Seit dem 1. Juni 2021 können Organisationen und Bildungseinrichtungen ihre Aktionen über die ErasmusDays-Plattform anmelden und bewerben.