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Inklusionsvereinbarung
Inklusionsvereinbarung für ein mittelständisches Unternehmen für Energie- und Wasserversorgung

Daten

Branche:

Sonstige Dienstleistungen

Unternehmensgröße:

Klein und Mittlere Unternehmen KMU 10-249 Mitarbeiter

Art:

Betriebsvereinbarung

Betriebsvereinbarung „Inklusionsvereinbarung gem. § 166 SGB IX“
zwischen
XXX
und
Schwerbehindertenvertretung der XXX
und
Betriebsrat der XXX

Präambel


Es besteht Einigkeit darüber, dass die Förderung und Eingliederung von Schwerbehinderten und dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen zu den ständigen unternehmerischen Aufgaben gehören.
Behinderung muss immer individuell gesehen werden und bedarf einer dementsprechenden Lösung.
Die folgende Betriebsvereinbarung dient der Festlegung von Zielen und Maßnahmen und strebt ein modernes, zeitnahes Informationssystem für die Schwerbehindertenvertretung an. Darüber hinaus können weitere Zielsetzungen in separaten Vereinbarungen festgelegt bzw. konkretisiert werden.

§ 1 Ziele


1) Um die Eingliederung von Schwerbehinderten und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen zu fördern, ist eine generelle Steigerung der Beschäftigungsquote durch Sicherung bestehender Arbeitsplätze und Einstellungen anzustreben. Hierbei soll die Ausbildung jugendlicher Schwerbehinderter und die Einstellung von schwerbehinderten Frauen besondere Berücksichtigung finden.

2) Es ist im Rahmen einer Betriebsvereinbarung ein geeignetes Eingliederungsmanagement zu installieren.

§ 2 Maßnahme


1) Die Schwerbehindertenvertretung sowie Vertreter des Arbeitsgebers/Unternehmens und des Betriebsrates haben die Aufgabe, die Ziele und Maßnahmen aus dieser Vereinbarung im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten umzusetzen. Dabei haben sich die oben genannten Beteiligten bei Eintreten von personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten, die zur Gefährdung der Fortsetzung der bisherigen Tätigkeiten oder des Arbeitsverhältnisses führen könnten, frühzeitig gegenseitig zu informieren.

2) Zur Erreichung der Ziele arbeitet der oben genannte Personenkreis mit den Vorgesetzten, der Arbeitsmedizin und dem Integrationsamt, der örtlichen Fürsorgestelle, dem Integrationsfachdienst und der Bundesagentur für Arbeit eng zusammen. Die Art der Zusammenarbeit wird im Sinne einer engen Zusammenarbeit ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand gestaltet.

3) Wird dabei festgestellt, dass eine Weiterbeschäftigung von schwerbehinderten oder dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen am bisherigen Arbeitsplatz nicht möglich ist, ist zeitnah eine Lösung herbeizuführen.
Dabei sollen die persönliche Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft sowie soziale Kriterien Berücksichtigung finden. Vorrangig sollte eine gleichwertige Beschäftigung im Unternehmen angeboten werden. Besteht die Möglichkeit nicht, ist die Frage der Weiterbeschäftigung zu prüfen. Dabei sind alle Fördermöglichkeiten (z.B. Integrationsamt, Bundesagentur für Arbeit, Berufsgenossenschaft, Krankenkasse) im Vorfeld einer Maßnahme zu berücksichtigen.

4) Dem demografischen Wandel in der Arbeitswelt ist Rechnung zu tragen. Dies gilt insbesondere
bezüglich
- der barrierefreien Gestaltung von Arbeitsprozessen sowie Arbeitsmittel jeglicher Art und
- Arbeitsumgebung und
- Arbeitszeiten
Die besonderen Belange von Menschen mit Behinderungen sollen bei der Konzeption und Umsetzung innerbetrieblicher Strukturen und Prozesse bewusst und umfassend berücksichtigt werden.

§ 3 Personalplanung


1) Bei der Besetzung offener Planstellen ist grundsätzlich davon auszugehen, dass
- Schwerbehinderte bei fachlicher Eignung leistungsfähig und -bereit wie Nichtbehinderte sind,
- alle Arbeitsplätze bei schwerbehindertengerechter Umgestaltung auch für Schwerbehinderte geeignet sind.

2) Schwerbehinderte Stellenbewerber/innen sind bei der Besetzung von Stellen bei gleicher Qualifikation und Fähigkeit besonders zu fördern. Bei internen und externen Stellenausschreibungen ist darauf hinzuweisen, dass Bewerbungen von Schwerbehinderten erwünscht sind. Dies gilt ebenso bei der Auswahl von Auszubildenden sowie bei einer etwaigen Übernahme in ein Tarifbeschäftigungsverhältnisses.
Die gesetzlich vorgesehene Meldung von offenen Stellen an die Bundesagentur für Arbeit ist der Schwerbehindertenvertretung zu dokumentieren. Jegliche Fördermöglichkeiten durch Dritte sind auszuschöpfen.

3) Die innerbetriebliche Förderung erstreckt sich auch auf Maßnahmen der Fortbildung.

§ 4 Qualifizierung von Beteiligten


1) In entsprechenden Führungs- und BR-Seminaren ist das Thema „Integration von Schwerbehinderten“ unter Wahrung betrieblicher Belange und Möglichkeiten zu berücksichtigen.

2) Beschäftigten (insbesondere Ausbilder und Führungskräfte) im Arbeitsumfeld von Schwerbehinderten und dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigten Menschen wird ermöglicht, besondere Schulungen zur Sensibilisierung und Unterstützung wahrzunehmen.

§ 5 Datenschutz


Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen sind in besonderem Maße zu beachten.

§ 6 Inkrafttreten


1) Die Betriebsvereinbarung tritt mit Unterzeichnung in Kraft.

2) Die Betriebsvereinbarung kann mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende gekündigt werden.

3) Die Kündigung bedarf der Schriftform. Es sind unverzüglich Verhandlungen über eine neue Vereinbarung aufzunehmen. Im Falle einer Kündigung wirkt diese Betriebsvereinbarung bis zur Neuregelung fort.

§ 7 Salvatorische Klausel


Sollten eine oder mehrere Bestimmungen dieser Betriebsvereinbarung ungültig sein, so beeinträchtigt dies die Wirksamkeit der Betriebsvereinbarung und der übrigen Bestimmungen nicht. In einem solchen Fall werden die Betriebsparteien einer der unwirksamen Regelungen angenähertes rechtswirksame Ersatzvereinbarung treffen und so die Betriebsvereinbarung zur Durchführung bringen.

XXX
Ort, Datum
XXX
Unterschriften

Weiterführende Informationen zur Inklusionsvereinbarung

Mit Inkraftreten des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wurde u. a. die Bezeichnung von Integrationsvereinbarung zu Inklusionsvereinbarung geändert. Die bereits abgeschlossenen Integrationsvereinbarungen behalten weiter ihre Gültigkeit. Entsprechend finden Sie auch noch Integrationsvereinbarungen hier im Portal.

Sollten Sie eine interessante Vereinbarung finden, die aber noch vom Status her als Integrationsvereinbarung abgeschlossen wurde, so können Sie über den folgenden Link die gesetzlichen Änderungen durch das BTHG abrufen.

Gegenüberstellung SGB IX neu / alt anzeigen (PDF)

Referenznummer:

IV/0126


Informationsstand: 28.07.2021