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Praxisbeispiel
Betriebliches Eingliederungsmanagement für einen Produktionshelfer

Es gibt 2 Abbildungen zu diesem Praxisbeispiel:

  1. Logo|(p539201)Arbeitsplatz
  2. Logo|(p539201)Arbeitsplatz

Wo lag die Herausforderung?

Der linke Arm des Mannes ist gelähmt, weshalb er Probleme beim Greifen, Halten, Tragen und Handhaben hat. Aus diesem Grund waren entsprechende Anpassungen an seinem Arbeitsplatz nötig.

Was wurde gemacht?

Es wurde ein neuer geeigneter Arbeitsplatz gefunden, an dem ein kleines Blechteil sowie eine Mutter in eine Vorrichtung gelegt und anschließend automatisch verschweißt werden muss. Die Anlage wurde dabei speziell auf den Einhand-Betrieb umgebaut. Aus sicherheitstechnischen Gründen wurde zudem ein Fallschutzgitter installiert.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

Arbeitgeber:

Die Ford-Werke haben seit 1930 ihren Stammsitz in Köln. Die europäische Zentrale des Unternehmens befindet sich seit 1998 ebenfalls in Köln, wo neben der Hauptverwaltung auch noch die Fahrzeugfertigung des Ford Fiesta und die 1-Liter-EcoBoost-Motorenfertigung, das Entwicklungszentrum und das europäische Ersatzteillager ansässig sind. Die Ford-Werke beschäftigen in Köln mehr als 18.000 und in Deutschland rund 25.000 Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen. In Europa beschäftigt Ford rund 53.000 Mitarbeiter, inklusive der Joint Ventures 67.000. Das Unternehmen fertigt in 24 Produktionsstätten in Europa - zum Teil mit Joint-Venture-Partnern - Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Motoren und Getriebe.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der linke Arm des Mannes ist seit einem privaten Unfall gelähmt und er ist deshalb schwerbehindert. Bedingt durch die Armlähmung kommt es zu Einschränkungen (beim Greifen, Halten, Tragen und Handhaben) bei der Ausübung der Tätigkeit.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter hat keinen Beruf erlernt. Er arbeitete vor seinem Unfall als Produktionshelfer bzw. Teileeinleger im Fahrzeug-Rohbau.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitglieder des zuständigen Integrationsteams wollten im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmangements (BEM) durch ihre Bemühungen erreichen, dass der Produktionshelfer in seinem alten Arbeitsbereich (Fahrzeug-Rohbau) verbleiben konnte. An den Arbeitsplätzen im Fahrzeug-Rohbau bestücken die Mitarbeiter in der Regel Schweißroboter. Dabei sind kleine und große Karosserieteile (von der Mutter bis zur Motorhaube) manuell zu handhaben. Ein weiterer Einsatz in diesem Bereich ließ aufgrund der Erkrankung nur die Arbeit mit kleinen Blechteilen zu, die, bedingt durch Größe und Gewicht, problemlos mit einer Hand zu handhaben sind.
Mit Hilfe des IMBA-Profilvergleichs (Vergleich der Fähigkeiten des Mitarbeiters mit den Anforderungen am Arbeitsplatz) wurde ein geeigneter Arbeitsplatz gefunden, an dem ein kleines Blechteil sowie eine Mutter in eine Vorrichtung gelegt und anschließend automatisch verschweißt werden muss. Es ergab sich dabei das Problem, dass aus sicherheitstechnischen Gründen die vorhandene Zweihand-Bedienung (Zweihand-Sicherheitsschaltung) der Anlage auf einen Einhand-Betrieb umgerüstet werden musste. Um weiter den sicherheitstechnischen Anforderungen zu genügen, wurde zusätzlich ein Fallschutzgitter installiert, welches ein Eingreifen während des eigentlichen Schweißvorgangs in die Anlage unmöglich macht (vgl. Bild). Seitdem der Mitarbeiter an diesem behinderungsgerecht gestalteten Arbeitsplatz tätig ist, erfüllt er seine Aufgaben problemlos.
Weitere Informationen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement bei Ford finden Sie hier.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Unfallgefährdung
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB5392


Informationsstand: 05.03.2007