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Praxisbeispiel
Betriebliches Eingliederungsmanagement am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
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1 Unternehmen

Der Träger des Universitätsklinikums ist das Bundesland Hessen. Auf einem Gelände von 448.000 qm sind 23 Kliniken und 17 Institute angesiedelt. Pro Jahr werden fast 250.000 Patienten ambulant bzw. stationär von ca. 3100 Mitarbeitern behandelt. Von den Mitarbeitern sind 8,25% schwerbehindert.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Anlass und Ziel
Der Arbeitgeber hat nicht nur aufgrund des gesetzlichen Auftrages die Belange der schwerbehinderten, gleichgestellten und sonstig gesundheitlich beeinträchtigten Menschen im Betrieb zu berücksichtigen, sondern sich aktiv, im Zuge von präventiven Maßnahmen und Gesundheitsförderung, für die Beschäftigten einzubringen. Durch das BEM soll gewährleistet werden, dass alle Verantwortlichen die Inhalte des BEM wahren und umsetzen und damit einen Beitrag zur Gesunderhaltung der Beschäftigten leisten, sowie darüber auch die krankheitsbedingten Arbeitgeberkosten senken.

Recht
Die rechtliche Grundlage des BEM bildet das SGB IX bzw. SGB IX § 167.

Verfahrensablauf (mehrstufiges Verfahren)
Prüfung der Arbeitsunfähigkeitsdauer durch Personaldezernat und Führungskräfte; schriftliche Kontaktaufnahme mit betroffener Person inkl. Informationsblatt der Personalberatung, Frage- und Antwortbogen. Bei vorhandener Bereitschaft, Durchführung eines Informations- und Klärungsgespräches, zu dem die Personalbetreuerin einlädt; ggf. Einleitung entsprechender Maßnahmen. Dies können sein:
betriebsinterne Maßnahmen, wie z. B. Änderung der Arbeitsplatzgestaltung oder der Arbeitsaufgaben; betriebliche Unterstützungsmaßnahmen, wie z. B. Therapievermittlung oder Beurlaubung für Weiterbildungsmaßnahmen; Unterstützungsmaßnahmen durch Reha- oder Sozialversicherungsträger, wie stufenweise Wiedereingliederung, Zuschüsse für Arbeitshilfen; außerbetriebliche Maßnahmen durch Rehaträger, wie med. Leistungen zur Rehabilitation; unterstützende Maßnahmen durch das Integrationsamt, wie z. B. durch einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich).

Besonderheiten
Das BEM ist ein zusätzlicher Baustein im Rahmen des auf Dauer angelegten Projektes "Gesundheitsmanagement im Universitätsklinikum".

Wirkung/Erfahrung
Die Wirksamkeit des BEM ist seit der Einführung ab 01.07.2006 erprobt. Das BEM wird zwischenzeitlich gelebt und ist akzeptiert.

Beteiligte Personen
Am BEM sind folgende Personen oder Institutionen beteiligt:
- der Inklusionsbeauftragte des Arbeitgebers (Dienststelle)
- die Personalvertretung
- die Vertrauensperson aus der Schwerbehindertenvertretung (SBV)
- die Frauenbeauftragte
- der betriebsärztliche Dienst
- die Personalberatungsstelle

Die Verantwortlichkeit für das BEM übernimmt die Dienststelle.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern. Das Universitätsklinikum Frankfurt wurde deshalb für die Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (Integrations- bzw. Inklusionsamt), zusammen mit weiteren Unternehmen, prämiert. Jedes Unternehmen erhielt eine Prämie in Höhe von 3000 Euro.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5410


Informationsstand: 10.10.2007