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Praxisbeispiel
Betriebliches Eingliederungsmanagement bei der Adam Opel GmbH im Werk Rüsselsheim

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1 Unternehmen

1.1 Profil

Die Adam Opel AG baut seit 1899 Kraftfahrzeuge in Deutschland und gehört seit 1929 zum General Motors Konzern mit den drei Standorten Rüsselsheim, Bochum und Eisenach. Das Werk Rüsselsheim ist das Stammwerk von Opel, in dem sich auch die Firmenzentrale und das internationale technische Entwicklungszentrum befinden. Insgesamt sind rund 18. 300 Mitarbeiter am Standort Rüsselsheim beschäftigt - davon sind 6,52% schwerbehindert. Die Jahreskapazität beträgt, seit der Modernisierung im Jahr 2002, 270.000 Fahrzeuge.

1.2 Unternehmenskultur

Gesundheit und Sicherheit eines jeden Mitarbeiters haben für Opel Priorität. Zu diesem Grundsatz haben sich der Vorstand und Gesamtbetriebsrat von Opel verpflichtet. Dabei liegt es in der gemeinsamen Verantwortung der Führungskräfte und der Mitarbeiter, für eine sichere und gesundheitlich unbedenkliche Arbeitsumgebung zu sorgen.
Aktiv fördert Opel den fairen Umgang mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, körperlicher Fähigkeiten und religiöser Überzeugungen. Die zentralen Prinzipien der Zusammenarbeit und des Ausgleichs sind in Betriebsvereinbarungen festgelegt.
Opel versteht die Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen nicht nur als eine arbeits- und sozialrechtliche Verpflichtung, sondern als gesellschaftliche Aufgabe und Teil seiner Unternehmenskultur.

2 Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Anlass und Ziel
Der Beschluss des Gesetzgebers mit dem SGB IX § 167 und innerbetriebliche Erfahrungen machten deutlich, dass Maßnahmen über die bereits bestehende Inklusionsvereinbarung hinaus ergriffen werden mussten. Mit der Veränderung des SGB IX im Jahr 2004 hat der Gesetzgeber die Betriebe dazu verpflichtet das BEM auf langzeiterkrankte und wiederholt erkrankte Mitarbeiter auszudehnen.

Verfahrensablauf
Die bestehende Inklusionsvereinbarung regelt:
- Präventionsmaßnahmen (präventive Gesundheitsmaßnahmen, Betreuung von Langzeiterkrankten ab der 7ten Krankheitswoche, Kontaktaufnahme und Kontaktpflege)
- Aufgaben des Integrationsteams
- Arbeitsplatzbegehungen (Werksarzt und Integrationsteams)
- Aufgaben des Integrationsmanagements
- Zusammenarbeit mit dem Reha-Management der Betriebskrankenkasse
- Betreuung und stufenweise Wiedereingliederung
- Teilzeit
- unterstützende Möglichkeiten von betrieblichen Integrationsmaßnahmen
- Möglichkeit einer Fortbildung und Umschulung
- Ergonomieaspekte

Besonderheiten
- Prävention
- Instrumentarium als Frühwarmsystem
- Akzeptanz aller Beteiligten
- Intensivierung der Vernetzung aller internen und externen Beteiligten

Betriebliche Prävention und Eingliederungsmanagement werden als Ausdruck einer modernen Unternehmensphilosophie verstanden, deren wirtschaftlicher Erfolg im Wesentlichen auf der Motivation und Pflege der Arbeitskraft der Mitarbeiter/innen basiert.

Wirkung/Erfahrung
Zurückgegriffen werden kann auf langjährige Erfahrung mit allen innerbetrieblichen Beteiligten. Dies hat sich in der Inklusionsvereinbarung manifestiert.

Beteiligte Personen
Das Kernteam besteht aus:
- dem Werksarzt
- dem Vorgesetzten
- einem Inklusionsbeauftragten des Arbeitgebers
- der Schwerbehindertenvertretung (SBV)
- einem Vertreter der Personalabteilung
- dem Ergonomiekoordinator
- dem Bereichsbetriebsrat (BR)

Das erweiterte Integrationsteam umfasst zusätzlich:
- ein Betriebsratsausschussmitglied
- die Leiterin Arbeitsbeziehungen und Richtlinien
- einen Vertreter des zentralen Arbeitsrechts
- den Leiter Personal/HRM Fertigung & Qualität
- das Integrationsamt
- das operative Versorgungsmanagement der Betriebskrankenkasse (BKK)

Zusätzlich können bei Bedarf noch folgende Stellen hinzugezogen werden:
- der Integrationsfachdienst
- die Servicestelle
- die Arbeitsagentur
- die Berufshelfer (Reha-Manager) der Berufsgenossenschaft (SMBG)

3 Betriebsvereinbarung (Inklusionsvereinbarung)
Ein wichtiges Element der aktuellen Unternehmenspolitik ist die Betriebsvereinbarung zur Integration von schwerbehinderten Menschen und gesundheitlich Beeinträchtigten. Darin legen die Geschäftsleitung, die Schwerbehindertenvertretung und der Opel-Betriebsrat eine einheitliche Vorgehensweise für die dauerhafte Eingliederung in den Arbeits- bzw. Produktionsprozess fest.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern. Das Opel Werk Rüsselsheim wurde deshalb für die Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (Integrations- bzw. Inklusionsamt) mit 3.000 Euro prämiert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.




ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • IMBA - Arbeitszeit

Referenznummer:

R/PB5402


Informationsstand: 11.07.2011