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Praxisbeispiel
Rückkehr in den Job für einen Zerspanungsmechaniker

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann war nach einem Herzinfarkt länger krank bzw. Arbeitsunfähig und konnte nicht mehr für schwere Hebe- und Tragearbeiten eingesetzt werden. Außerdem sollten Belastungen durch Stress, die sich auch auf die Herzerkrankung auswirken können, vermieden werden.

Was wurde gemacht?

Nach einer Reha wurde er wieder stufenweise in den Arbeitsprozess eingegliedert. Durch einen Lehrgang wurde sein Einsatzgebiet erweitert, so dass er belastungsarmer eingesetzt werden kann. Außerdem wurde für die noch anfallenden Hebe- und Tragearbeiten ein hydraulischer Bodenkran und ein Rollenwagen angeschafft. In Verbindung mit einer Unterweisung bzw. einem Training zum Heben und Tragen, konnten so schädigenden Belastungen vermieden werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die medizinische und berufliche Rehabilitation wurden von der Rentenversicherung gefördert. In dieser Zeit erhielt der Mitarbeiter auch unterhaltssichernde Leistungen in Form von Übergangsgeld von der Rentenversicherung. Das Übergangsgeld wurde dabei auch während der stufenweisen Wiedereingliederung von der Rentenversicherung gezahlt. Die Rentenversicherung förderte im Zusammenhang mit der beruflichen Rehabilitation auch den Lehrgang im Berufsförderungswerk. Die Hilfsmittel zur Lastenhandhabung wurden vom Unternehmen im Rahmen des Arbeitsschutzes bzw. dessen Fürsorgepflicht angeschafft und zur Verfügung gestellt. Dazu gehörte auch die Unterweisung und das Training durch den Arbeitsschutzbeauftragten des Unternehmens.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Rentenversicherung.

Unternehmen:

Das Kleinunternehmen beschäftigt 14 Personen und ist in den Bereichen Werkzeugbau, Formenbau, Spritzgießen sowie der Fertigung mechanischer Teile tätig. Die hergestellten Teile finden in der kunststoffverarbeitenden Industrie ihren Einsatz.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann erlitt einen Herzinfarkt, woraufhin ihm bei einer Operation mehrere Stents eingesetzt wurden. Anschließend erfolgte eine mehrwöchige medizinische Rehabilitation in einer Rehaklinik, die seinen Gesundheitszustand verbessern und seine Arbeitsfähigkeit wiederherstellen sollte. Während der medizinischen Rehabilitation traten neue Komplikationen an seinen Händen auf - sie begannen sich zu versteifen und mussten operiert werden. Behinderungsbedingt sollten keine schwere sowie häufige Hebe- und Tragarbeiten ausgeführt werden. Neben physischen sollten psychische Belastungen durch Stress, der sich ebenfalls negativ auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt, vermieden werden. Nach dem Aufenthalt in der Rehaklinik wurde der Mann stufenweise wieder über mehrere Monate in den Arbeitsprozess eingegliedert.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann absolvierte eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker und arbeitet seit einigen Jahren in seinem Ausbildungsberuf beim Unternehmen. Nach seinem Herzinfarkt und der Rückkehr ins Unternehmen, wurde er extern weiterqualifiziert, damit er weitere weniger belastende Tätigkeiten im Unternehmen übernehmen kann. Dazu nahm der Mitarbeiter an einem mehrwöchigen Lehrgang zum Senkerodieren in einem Berufsförderungswerk (BFW) teil und er ist nun auch breiter im Unternehmen einsetzbar.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mann arbeitet als Zerspaner in der Produktion beim Unternehmen. Dort bedient er Zerspanungs- und Erodiermaschinen zur Werkzeugherstellung, welche im Bereich des Kunststoffspritzgusses Verwendung finden. Da bei der Tätigkeit weiter Lasten gehandhabt bzw. gehoben und transportiert werden müssen, wurden dazu eine Hebehilfe bzw. ein rollbarer hydraulischer Bodenkran und ein Transport-/Rollwagen bereitgestellt. Sollte dies zur Lastenhandhabung einmal nicht ausreichen, so unterstützen die Kolleginnen und Kollegen ihn denn dabei.

Arbeitsschutz:

Der Arbeitsschutzbeauftragte des Unternehmens führte mit dem Zerspaner eine Unterweisung und ein Training zum Heben und Tragen von Lasten durch, damit er hohe körperliche Belastungen in Verbindung mit den eingesetzten Hilfsmitteln zur Lastenhandhabung am Arbeitsplatz vermeiden kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

PB/111100


Informationsstand: 14.12.2020