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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung in der Anschriftenermittlung bei der Deutschen Post DHL Group

Wo lag die Herausforderung?

Die Motorik und Koordination der Frau sind in ihrem rechten Arm und Bein behinderungsgerecht eingeschränkt, weshalb sie ihre Arbeiten mit der linken Hand ausführen muss. Für ihren Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen notwendig.

Was wurde gemacht?

Der Arbeitsplatz der Mitarbeiterin wurde mit einer speziellen Maus für Linkshänder und einem separaten Nummernblock ausgestattet. Weiterhin wurden ein 21 Zoll großer Flachbildschirm und ein Schwenkarm angeschafft. Der Schreibtisch wurde durch einen Freiform-Arbeitstisch mit Innenrundung ersetzt.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde zu 100 % von der örtlichen Fürsorgestelle gefördert. Der Kontakt zum Integrations- bzw. Inklusionsamt und die Koordination der Maßnahme erfolgten über den Inklusionsbeauftragten des Arbeitgebers und die Schwerbehindertenvertretung der Niederlassung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Deutsche Post DHL Group ist ein weltweit tätiges Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation mit rund 570.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 220 Ländern.
Zur Deutschen Post DHL Group gehören dabei die Deutsche Post - als europaweit agierendes postdienstleistendes Unternehmen und DHL - als weltweit tätiges Unternehmen in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management.
Das Unternehmen leistet u. a. mit verantwortungsvollem Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Umwelt und Gesellschaft.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat rechtsseitig eine spastische Lähmung (Hemispastik) des Armes und Beines, so dass ihre Motorik und Koordination dort eingeschränkt sind. Deshalb führt sie Tätigkeiten nur mit der linken Hand aus, da sie die linke Körperhälfte gut kontrollieren kann. Außerdem hat sie eine Beinverkürzung und eine Rückenerkrankung. Ihr GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis enthält die Merkzeichen G und H.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiterin wurde nach Abschluss der Höheren Handelsschule bei der Post eingestellt. Sie wurde als Hilfskraft angelernt und arbeitet seit vielen Jahren im Unternehmen. Ihre Wochenarbeitszeit beträgt 20 Stunden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die Mitarbeiterin ist im Bereich der Anschriftenermittlung tätig. Dort bearbeitet sie unzustellbare Briefsendungen, bei denen beispielsweise eine falsche oder fehlende Postleitzahl oder Hausnummer festgestellt wurde. Dafür steht ihr ein PC Arbeitsplatz (Bildschirmarbeitsplatz) zur Verfügung. Mit Hilfe eines speziellen Programms ermittelt sie die richtigen Anschriften. Zur Bedienung des Computers stehen ihr eine handelsübliche Tastatur mit Maus und ein Monitor zur Verfügung. Bedingt durch ihre Behinderungen ist das Bedienen des Programms mit der Tastatur und Maus sehr umständlich. Da sie den Computer zur Steuerung und Eingabe nur einhändig bedient ("Einhandarbeitsplatz"), muss sie große Entfernungen zwischen Maus und Tastatur überbrücken. Die dabei immer wieder einzunehmenden statischen Körperhaltungen bereiten der Mitarbeiterin Rückenschmerzen.

Arbeitsumgebung:

Der Arbeitsplatz der Mitarbeiterin liegt ebenerdig, so dass sie trotz ihrer Gehbehinderung ungehindert zum Arbeitsplatz gelangen kann.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Arbeitsplatz der Mitarbeiterin wurde mit einer speziellen Maus für Linkshänder und einem separaten Nummernblock ausgestattet. Dies ermöglicht ihr kürzere Abstände zwischen Maus und Tastatur und eine ergonomisch günstigere Dateneingabe. Weiterhin wurden ein 21 Zoll großer Flachbildschirm und ein Schwenkarm angeschafft. Der Schreibtisch wurde durch einen Freiform-Arbeitstisch mit Innenrundung ersetzt. Die Kombination aus größerem Monitor, Schwenkarm und ergonomischen Arbeitstisch ermöglicht eine weitere Entlastung des Rückens, da sie die Hilfsmittel ihrer Arbeitshaltung optimal anpassen und im Arbeitsraum positionieren kann. Die Mitarbeiterin ist seit dem Einsatz der Hilfsmittel erheblich schneller im Bearbeiten ihrer Aufträge geworden. Zudem klagt sie nicht mehr über Rückenschmerzen. Beide Faktoren tragen zu einer erhöhten Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterin bei.
Der beschriebene Arbeitsplatz der Mitarbeiterin mit einer Schwerbehinderung gehört zu der Niederlassung BRIEF Herford.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB5412


Informationsstand: 29.05.2018