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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Schlosser

Wo lag die Herausforderung?

Der Mitarbeiter ist auf den linken Auge vollständig erblindet. Optische Informationen kann er nur noch eingeschränkt wahrnehmen. Aus Gründen des Arbeitsschutzes soll der Mitarbeiter an einen neuen Arbeitsplatz versetzt werden.

Was wurde gemacht?

Dazu muss eine neue Maschine angeschafft werden, bei welcher die Arbeit konventionell und über eine Programmierung möglich ist. Da mit der neuen Maschine die Arbeiten voll automatisch ausgeführt werden, werden an das Sehvermögen keine Anforderungen gestellt.

Schlagworte und weitere Informationen

Für den Arbeitgeber entstehen nicht unerhebliche Kostenvorteile durch den Einsatz einer neuen leistungsfähigen Drehmaschine mit Programmsteuerung. Andererseits ist die wirtschaftliche Lage des Betriebes seit Jahren sehr angespannt, da sich das Unternehmen wegen der entfallenden Aufträge aus dem Bergbaubereich erst mühsam neue Tätigkeitsfelder erschließen muss.
Die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung wurde von dem Integrationsamt mit einem Zuschuss in Höhe von 40% der entstandenen Kosten gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst. Für die Wiedereingliederung des schwerbehinderten und vorher arbeitslosen Mannes in das neue Aufgabengebiet gewährt die zuständige Arbeitsagentur einen Lohnkostenzuschuss.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und Arbeitsagenturen.

Arbeitgeber:

Die Firma führt mit ihren 80 Mitarbeitern Neuanfertigungen und Reparaturen für den Bergbau aus und baut auftragsbezogene Sondermaschinen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Das linke Auge des Mannes ist vollständig erblindet. Der Mann kann optische Informationen wie Zahlen, Zeichen oder Symbole nur eingeschränkt wahrnehmen und hat kein räumliches Sehvermögen mehr.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet seit einigen Jahren als Betriebsschlosser bei seinem Arbeitgeber.
In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für sehbehinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Im Reparaturbereich für Druckluftkettenzüge fallen häufig Arbeiten an offenen konventionellen Metallbearbeitungsmaschinen (Dreh-, Bohr-, Fräs- und Schleifmaschinen) an. Diese Arbeiten kann der Mitarbeiter wegen der erhöhten Unfallgefahr, durch wegfliegende Späne usw. und wegen des fehlenden räumlichen Sehvermögens, nicht mehr ausführen. Außerdem werden in dem Reparaturbereich ständig mit Kohlenstaub verschmutzte Teile abgestrahlt und abgeblasen, so dass eine permanente Gefährdung des gesunden Auges durch umherfliegende Staub- und Metallpartikel gegeben ist. Das ständige Tragen einer Schutzbrille würde aber den eingeschränkten Sehraum und das eingeschränkte Sehvermögen des Schlossers noch weiter begrenzen. Gerade das räumliche Sehvermögen ist für die Demontage und den Zusammenbau der Hebezeuge sehr wichtig.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Aus Gründen des Arbeitsschutzes soll der Mitarbeiter an einen neuen Arbeitsplatz versetzt werden bzw. an einer CNC-Drehmaschine arbeiten. Diese Maschine muss neu angeschafft werden und verfügt über eine numerische Steuerung, die ein Drehen auf konventionelle Art und Weise aber auch programmgesteuert ermöglicht.
Der Mitarbeiter soll ausschließlich programmierte Arbeitsabläufe an der Maschine überwachen, die Teile ein- sowie ausspannen und die Programme selbst erstellen. Die programmierten Arbeitszyklen laufen bei völlig geschlossener Maschine ab, so dass keine Gefahr durch Späneflug oder Kühlschmiermittelspritzer gegeben ist. An das räumliche Sehvermögen werden keine Ansprüche gestellt, da die Arbeitsvorgänge vollautomatisch ausgeführt werden.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Sehen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Sehen
  • IMBA - Sehen (Gesichtsfeld/Räumliches Sehen)
  • IMBA - Unfallgefährdung

Referenznummer:

R/PB4632


Informationsstand: 04.06.2018