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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Feinmechaniker

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
Skizze Greifraum

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Querschnittlähmung, weshalb er einen Rollstuhl nutzen muss und sein Greifraum eingeschränkt ist. An seinem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Um eine Weiterbeschäftigung des Mannes zu ermöglichen, wurde eine CNC-Drehmaschine mit Schrägbettbauweise angeschafft. Der Mitarbeiter ist in der Lage, bei einer Absenkung der Drehmaschine in den Boden sowohl das Maschinenbedienpult als auch die Maschine selbstständig zu bedienen. Damit der Mann auch die Werkbankarbeiten in ergonomischer Arbeitshaltung kann, wurde ein elektromotorisch höhenverstellbarer Tisch angeschafft.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde zu 70% von dem zuständigen Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Institut für Mineralogie.

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Der Mann hat eine Querschnittslähmung. Er ist auf die ständige Nutzung eines Rollstuhles angewiesen. Sein Greifraum ist behinderungsbedingt eingeschränkt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Feinmechaniker und arbeitet seit vielen Jahren bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Feinmechaniker hatte sowohl Werkbank- als auch Maschinenarbeiten (überwiegend Drehmaschinenarbeiten) auszuführen. Die aus Gold, Paladium, Platin, Silberpaladium, Pyrophyllit, Graphit, Stahl und VA gefertigten Probeneinheiten werden in Hochdruckpressen für Forschung und Ausbildung laufend benötigt. Die von dem Feinmechaniker zu bearbeitenden Teile haben einen maximalen Durchmesser von 20 mm und eine maximale Länge von 100 mm. Für die Bearbeitung stehen ausschließlich konventionelle Drehmaschinen zur Verfügung. Dabei erfordern manuelles Spannen, Werkzeugwechsel, Messen und Entspannen eine stark nach vorn gebeugte Körperhaltung, wobei gleichzeitig hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit des Mitarbeiters gestellt werden. Diese Arbeitsanforderungen kann der Mitarbeiter vom Rollstuhl aus nicht erfüllen. Zum eingeschränkten Greifraum des Behinderten gibt die entsprechende Skizze Aufschluss. Andere geeignete Arbeitsplätze stehen nicht zur Verfügung.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Um eine Weiterbeschäftigung des Feinmechanikers in seinem Berufsfeld zu ermöglichen, wurde eine CNC-Drehmaschine mit Schrägbettbauweise angeschafft. Der Mitarbeiter ist in der Lage, bei einer Absenkung der Drehmaschine in den Boden um ca. 10 cm sowohl das Maschinenbedienpult als auch die Maschine selbstständig zu bedienen. Das Maß vom Boden bis Unterkante des schwenkbaren Tableaus beträgt bei einer Absenkung der Maschine um 10 cm bis 100 cm. Die Oberkante des Tableaus ist 145 cm, das eingespannte Werkstück 110 cm vom Boden entfernt. Das schwenkbare Tableau ist unterfahrbar, und die Oberkante des Tableaus sowie das Spannfutter mit dem Werkstück können vom Rollstuhl aus problemlos erreicht werden. Die NC-Programmierung erfolgt direkt an der CNC-Steuerung am Maschinenbedienpult. Dabei werden neben den geometrischen und technischen Daten, die für den Bearbeitungsablauf erforderlichen Werkzeuge vorbestimmt. Auf dem Bildschirm wird der Bearbeitungsprozess, so wie er auf der Maschine abläuft, grafisch simuliert. Die erforderlichen CNC-Grundkenntnisse hat sich der Feinmechaniker bereits bei der zeitweisen Bedienung der in der Werkstatt vorhandenen CNC-Fräsmaschine erworben. Die Fräsmaschine kann er auch als Rollstuhlfahrer zeitweise weiter bedienen. Nach der Programmierung werden die bis max. 100g schweren Teile, die in Losgrößen von 50 bis 1.000 Stück anfallen, von einem ca. 70 cm hohen Tisch entnommen und mit der rechten Hand zum Spannfutter geführt. Die linke Hand betätigt den Druckschalter für das pneumatische Spannfutter. Nach der Prozesszeit, die in Abhängigkeit von der Größe und Geometrie des Werkstücks zwischen 2 und 15 Minuten beträgt, wird das Werkstück wieder entspannt und auf einen ca. 70 cm hohen Tisch abgelegt (siehe Bild).
Damit der Mann auch die Werkbankarbeiten unter ergonomisch günstigen Bedingungen wahrnehmen kann, wurde ein elektromotorisch höhenverstellbarer Tisch angeschafft.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB1310


Informationsstand: 08.06.2006