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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für eine Rechtsanwaltsgehilfin

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau hat behinderungsbedingt eine Verringerung des Seh- bzw. Leseabstandes. Deshalb müssen sichtbare Informationen für sie vergrößert und kontrastreich dargestellt werden. Dafür waren an ihrem Arbeitsplatz entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

Um der Frau ein problemloses Arbeiten zu ermöglichen, wurde ihr Arbeitsplatz mit einem Bildschirmlesegerät, einer Vergrößerungssoftware und einem flimmerfreien Großbildschirm mit Monitorschwenkarm ausgestattet. Mit diesen Hilfsmitteln kann die Frau wieder problemlos arbeiten.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde zu 100% vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Anwaltskanzlei.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Sehbehinderung, die zu einer Verringerung des Seh- bzw. Leseabstandes führt. Behinderungsbedingt müssen deshalb Informationen zur besseren optischen Wahrnehmung vergrößert und kontrastreich dargestellt werden. Die Frau hat einen Grad der Behinderung (GdB) von 60.

Beruf:

Die ausgebildete Rechtsanwaltsgehilfin arbeitet seit vielen Jahren als Angestellte auf Teilzeitbasis in der Kanzlei. Ihre wöchentliche Arbeitszeit beträgt 20 Stunden. In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für sehbehinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Anwaltsgehilfin arbeitet in einem Büro an einem Bildschirmarbeitsplatz. An ihrem Arbeitsplatz verrichtet sie überwiegend Büro- und Schreibarbeiten, die im Zusammenhang mit den üblichen Arbeiten in einer Anwaltskanzlei stehen. Zur Eingabe bzw. zur besseren und behinderungsgerechten Wahrnehmung der Bildschirminhalte wurde der vorhandene PC mit einer Vergrößerungssoftware, einem Kameralesesystem (Bildschirmlesegerät) und einem Großbildschirm ausgestattet. Mittels der speziellen Software kann sich die Angestellte die Inhalte auf dem Bildschirm vergrößert anzeigen lassen. Das eingesetzte Kameralesesystems besitzt eine offene Bauform, einen Kreuztisch zum exakten positionieren der Vorlagen und einen Fußschalter zum Umschalten zwischen PC/Kamera-Bildschirm. Die Anwaltsgehilfin nutzt das Kameralesesystem, um sich die Inhalte von Vorlagen in Papierformat vergrößert auf dem Monitor darzustellen oder um Formulare auszufüllen. Das Ausfüllen der Formulare kann dabei von der Angestellten auf dem Bildschirm vergrößert beobachtet werden. Der dazu eingesetzte Großbildschirm ist flimmerfrei und ermöglicht eine kontrastreiche Darstellung. Aufgrund des verringerten Leseabstandes wurde der Monitor mit einem Schwenkarm am Arbeitstisch befestigt. Mit Hilfe des Schwenkarmes kann sich die Anwaltsgehilfin den Monitor optimal im Sehraum positionieren ohne dabei Zwangshaltungen einzunehmen.

Arbeitsumgebung:

Die Tätigkeit bedingt auch ein häufiges Arbeiten mit den Akten der Klienten. Die betreffenden Akten befinden sich in dem Archiv der Kanzlei. Die Beleuchtungsstärke im Archiv ist für die sehbehinderte Angestellte zu gering, so dass die Aktenaufschriften nicht gelesen werden können. Zum Ausgleich der Einschränkungen kann eine Taschenlampe und ein mobiles Handkamera-Lesegerät (elektronische Lupe) eingesetzt werden. Die Taschenlampe ermöglicht eine gezielte und verbesserte Ausleuchtung der zu lesenden Stelle und das mobile Lesegerät dient zur Vergrößerung der Schriftstücke und Aufdrucke außerhalb des Büros.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Sehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Licht
  • IMBA - Sehen

Referenznummer:

R/PB5321


Informationsstand: 29.05.2018