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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für eine Richterin

Wo lag die Herausforderung?

Die Richterin ist auf dem rechten Auge sehbehindert und auf dem rechten blind. Behinderungsbedingt kann sie demnach nur noch sehr schlecht sehen. An ihrem Arbeitsplatz benötigt sie entsprechende Hilfsmittel.

Was wurde gemacht?

Es wurde ein PC mit einem Großbildschirm und ein daran angeschlossenes Bildschirmlesegerät neu angeschafft. Außerdem wurde ein spezielle Vergrößerungssoftware installiert, mit der die Frau die Inhalte auf dem Bildschirm vergrößern und kontrastreicher darstellen lassen kann, oder sie kann sich die Inhalte über die Sprachausgabe vorlesen lassen. Die Richterin erhielt zusätzlich noch ein Laptop für die Nutzung während der Prozesse im Gerichtssaal. Für die Nutzung der Hilfsmittel ist die Richterin geschult worden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist das Justizministerium eines Bundeslandes.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau ist auf dem rechten Auge sehbehindert und auf dem linken Auge blind. Ihre Fähigkeit optisch Informationen wahrzunehmen ist behinderungsbedingt eingeschränkt. Worte, Zahlen, Zeichen oder Symbole kann sie deshalb nur noch vergrößert erkennen bzw. lesen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau absolvierte ein Jurastudium und ist seit einigen Jahren als Richterin beim Oberlandesgericht tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die Richterin arbeitet während der Prozesse im Gerichtsaal und sonst in ihrem Büro, um die Gerichtsprozesse vor- und nachzuarbeiten. Als Schreib- und Leseunterlage diente ihr bisher eine schräg gestellte Tischplatte, auf der sie mit Hilfe einer Leselupe und eines Bildschirmlesegerätes die Schrift ausreichend zum Lesen für ihre Tätigkeit vergrößern konnte. Aufgrund der Verschlechterung ihres Sehvermögens reichten die vorhandenen Hilfsmittel, zur Wahrnehmung der schriftlichen Informationen, nicht mehr aus.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Damit die Richterin ihren Aufgaben auch weiterhin nachkommen kann wurde ein PC mit Großbildschirm für den Arbeitsplatz im Büro angeschafft. Durch den Einsatz eines modernen Kameralesesystems bzw. Bildschirmlesegerätes, in Verbindung mit dem PC, kann sich die Richterin schriftliche Informationen zum Lesen vergrößert am Großbildschirm anzeigen lassen. Eine auf dem PC installierte Vergrößerungssoftware ermöglicht der Richterin das Verfassen von Schriftstücken und die Bedienung des Computers bzw. das Arbeiten mit der Software (Textverarbeitung, Datenbank usw.). Die Informationen können dazu vergrößert auf dem Großbildschirm ausschnittsweise und in unterschiedlichen Farbkontrasten dargestellt werden. Die Vergrößerungssoftware besitzt auch eine Sprachoption. So können die optischen Bildschirminhalte, alternativ über Soundkarte sowie Lautsprecher oder Kopfhörer, akustisch ausgegeben bzw. der Richterin vorgelesen werden. Mit Hilfe eines Druckers kann sich die Richterin auch Schriftstücke ausdrucken lassen. Die Richterin erhielt zusätzlich noch ein Laptop für die Nutzung während der Prozesse im Gerichtssaal. Mit Hilfe des Laptops kann die Richterin auch während eines Prozesses auf Informationen, die mittels Software vergrößert auf dem Display dargestellt werden, zurückgreifen.
Zu Beginn wurde die Richterin zur Nutzung der Hilfsmittel vom Hilfsmittelanbieter geschult.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Sehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Sehen

Referenznummer:

R/PB4263


Informationsstand: 04.06.2018