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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung im Adressmanagement bei der Deutschen Post DHL Group

Wo lag die Herausforderung?

Sein Resthörvermögen reicht trotz des Einsatzes von Hörgeräten nicht zur Erfassung von akustischen Informationen zur Kommunikation aus. Er beherrscht die Gebärdensprache und kann einigermaßen verständlich sprechen. Außerdem ist er auf dem rechten Auge fast blind und seit einem Raubüberfall treten in bestimmten Situationen Angstzustände auf. Er kann deshalb nicht an einem Einzelarbeitsplatz eingesetzt werden.

Was wurde gemacht?

Am Arbeitsplatz hat der Mitarbeiter nur die Wand hinter sich und kann den restlichen Raum mit seinen Kollegen sowie das Geschehen in der Halle gut überblicken. Um ihn durch das Öffnen der Hallentür nicht zu überraschen, wird dies vorher durch ein optisches Signal angekündigt. Zusätzlich wurde die Tür mit einem elektromotorischen Antrieb ausgestattet und ein Flächentaster installiert. Das Tastersignal aktiviert die Blitzlampe und löst zeitlich verzögert das Öffnen der Tür aus.
Am Arbeitsplatz befinden sich ein hör- sowie sehbehindertengerechtes Telefon, dass er in Verbindung mit den Hörgeräten zur Kommunikation nutzt. Alternativ kann auch per E-Mail miteinander kommuniziert werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Hörgeräte wurden von der Krankenkasse und die Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Der Kontakt zum Integrations- bzw. Inklusionsamt und die Koordination der Maßnahme erfolgten über die Schwerbehindertenvertretung und die Abteilung Personal der Niederlassung. Die Beratung, Messungen sowie Anpassung der Hörgeräte nahm ein Hörgeräteakustiker vor.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Unternehmen:

Deutsche Post DHL Group ist ein weltweit tätiges Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation mit rund 570.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 220 Ländern.
Zur Deutschen Post DHL Group gehören dabei die Deutsche Post - als europaweit agierendes postdienstleistendes Unternehmen und DHL - als weltweit tätiges Unternehmen in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management.
Das Unternehmen leistet u. a. mit verantwortungsvollem Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Umwelt und Gesellschaft.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist stark hörbehindert. Sein Resthörvermögen reicht trotz des Einsatzes von Hörgeräten nicht zur Erfassung von akustischen Informationen zur Kommunikation aus. Er beherrscht die Gebärdensprache und kann einigermaßen verständlich sprechen. Außerdem ist er auf dem rechten Auge fast blind und seit einem Raubüberfall treten in bestimmten Situationen Angstzustände auf. Er kann deshalb nicht an einem Einzelarbeitsplatz eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet seit vielen Jahren beim Arbeitgeber und wird in der Servicestelle Adressmanagement der Niederlassung BRIEF Duisburg als angelernte Hilfskraft eingesetzt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Servicestelle Adressmanagement ist der Mitarbeiter unter anderem für die nicht zustellbaren und beschädigten Sendungen zuständig. Zur Ermittlung der Empfänger bzw. Adressen der nicht zustellbaren Sendungen benutzt er an seinem Arbeitsplatz ein spezielles Programm, um die richtigen Anschriften zu ermitteln und die Sendungen entsprechend an die Empfänger weiterzuleiten. Die im Betriebssystem bereits vorhandenen Optionen zur Anpassung ermöglichen dabei eine ausreichend große Darstellung der Bildschirminhalte. Die beschädigten Sendungen werden gesichtet, anschließend eingeschweißt und ebenfalls an die Empfänger oder bei zu starker Beschädigung zur Entsorgung weitergeleitet.
Der Arbeitsplatz befindet sich in einer Halle direkt an der Wand in einem Raum, der Platz für insgesamt fünf Mitarbeiter bietet. Der Arbeitsplatz ist so im Raum angeordnet, dass der Mitarbeiter nur die Wand hinter sich bzw. "im Rücken" hat und den restlichen Raum und das Geschehen gut überblicken kann. Der Mitarbeiter verrichtet seine Arbeitsaufgaben sitzend am Arbeitsplatz bzw. Arbeitstisch aber auch stehend oder gehend an Regalen im Raum. Am Arbeitsplatz befinden sich ein hör- sowie sehbehindertengerechtes Telefon (mit großen Tasten sowie einer LED-Anzeige bei einem Anruf) zur Tele-Kommunikation. Alternativ kann auch schriftlich per E-Mail miteinander kommuniziert werden. Beim Telefonieren ermöglicht die integrierte Telefonspule des Telefons ein direktes besseres Hören der Sprache ohne Nebengeräusche, weil die Sprache nicht durch den Schall auf das Mikrofon des Hörgerätes, sondern über ein elektromagnetisches Feld direkt in das Hörgerät übertragen und dort verstärkt wird. Dazu muss das Hörgerät auf Telefonspule gestellt werden.

Arbeitsumgebung:

Durch die Tür zur Halle wird häufiger am Tag Post an- und abgeliefert. Um den Mitarbeiter durch das Öffnen der Tür in den unterschiedlichen Arbeitssituationen nicht zu überraschen, wird dies vorher durch ein optisches Signal (Blitzlampe) angekündigt. Zusätzlich wurde die Tür mit einem elektromotorischen Antrieb ausgestattet und in der Produktionshalle ein großer Flächentaster installiert. Das Tastersignal aktiviert die Blitzleuchte und löst zeitlich verzögert das Öffnen der Tür aus.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • ERGOS - Sehen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - Gestik/Mimik
  • IMBA - Hören
  • IMBA - Sehen
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

Pb/110681


Informationsstand: 08.04.2019