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Praxisbeispiel
Verbesserung der Kommunikation für eine Auszubildende

Wo lag die Herausforderung?

Aufgrund der hochgradigen Hörbehinderung kann Sprache im Rahmen der Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule nicht wahrgenommen werden.

Was wurde gemacht?

Es wurden Hörgeräte zur Verstärkung der Sprache mit Richtmikrofonen sowie der Möglichkeit zur Dämpfung von Störgeräuschen und eine FM-Übertragungsanlage mit Zubehör, speziell für den Unterricht in der Berufsschule, angeschafft. Mit Hilfe der FM-Übertragungsanlage kann die Sprache des Lehrers per Mikrofon von der Quelle, mittels Sender und Empfänger, auf direktem Weg zu den Hörgeräten der Auszubildenden übertragen werden.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Hörgeräte wurden von der gesetzlichen Krankenversicherung und die FM-Übertragungsanlage mit dem entsprechenden Zubehör für die Hörgeräte (Audioschuh und Funkempfänger) wurde von der Arbeitsagentur im Rahmen der Einstellung gefördert. Die Beratung, Messungen sowie Anpassung der Hörgeräte erfolgte durch einen Hörgeräteakustiker.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nummer der Arbeitsagenturen.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist ein Zulieferer für die Automobilindustrie.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Auszubildenden:

Die Frau hat eine hochgradige Hörbehinderung und ist nur eingeschränkt fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verstärkt werden, dass sie von der Frau akustisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen RF.

Ausbildung:

Die Frau befindet sich in einer kaufmännischen Berufsausbildung. Sie nimmt, im Rahmen der Berufsausbildung, auch am üblichen Berufsschulunterricht teil.
In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für gehörlose und schwerhörige Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In einer Testphase wurden mehrere Hörgeräte von der Auszubildenden getestet. Auf Grund der ton- und sprachaudiometrischen Messungen sowie der Beratung durch einen Hörgeräteakustiker entschied sie sich für Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, in Kombination mit einer FM-Übertragungsanlage.
Die Hörgeräte besitzen jeweils drei schaltbare Hörprogrammkurven und eine Zoomfunktion über die Richtmikrofone. Die Zoomfunktion ermöglicht besonders eine Verbesserung des Hörens bei Gesprächen mit mehreren Personen und Störgeräuschen im Hintergrund. Durch die Richtmikrofone wird auch das Richtungshören erheblich verbessert. Um eine normale Sprachwahrnehmung zu erreichen, wird der Schalldruckpegel (Lautstärke) mit Hilfe der Hörgeräte erhöht und die Störgeräusche gefiltert bzw. gedämpft. Zur weiteren Verbesserung der Sprachwahrnehmung (im Klassenraum) werden die Hörgeräte durch eine FM-Übertragungsanlage ergänzt. Die FM-Übertragungsanlage ist ein Funksystem, welches die Sprache von der Quelle, mittels Sender und Empfänger, auf direktem Weg zu den Hörgeräten der Auszubildenden überträgt.
Die Sprache wird dabei ohne Störgeräusche von einem Mikrofon, das der Lehrer um den Hals trägt, aufgenommen und drahtlos über einen kleinen Funkempfänger, der über einen Audioschuh bzw. Adapter in die Hörgeräte gesteckt werden kann, direkt in die Hörgeräte der Auszubildenden übertragen. Störgeräusche und andere negative Einflussfaktoren werden dabei nicht übertragen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • ERGOS - Hören
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Hören
  • IMBA - Schall/Lärm

Referenznummer:

R/PB1285


Informationsstand: 21.10.2019