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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung in der Entgeltsicherung bei der Deutschen Post DHL Group

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
Hebehilfe

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann kann behinderungsbedingt nicht schwer Heben sowie Tragen und sollte gewisse Körperhaltungen wie Bücken vermeiden. Sein Arbeitsplatz in der Entgeltsicherung musste entsprechend angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Um früher auftretende Belastungen zu vermeiden, wurde ein Minilifter mit entsprechendem Zubehör angeschafft, an dem ebenfalls die elektrische Spezialwaage installiert werden konnte. Seine Rückenprobleme, aufgrund der früheren starken Belastung, wurden auf ein übliches Maß reduziert und die Arbeit macht ihm wieder vielmehr Spaß. Zudem ist er seltener krankgeschrieben.

Schlagworte und weitere Informationen

Das Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung wurde zu 100% vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Der Kontakt zum technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes und die Koordination der Maßnahme erfolgten über den Inklusionsbeauftragten des Arbeitgebers und die Schwerbehindertenvertretung der Niederlassung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

In der Niederlassung BRIEF Wiesbaden wurde ebenfalls für eine Briefsortiererin mit einer Wirbelsäulenerkrankung eine Hebe- und Transporthilfe zur Lastenhandhabung eingesetzt.

Unternehmen:

Deutsche Post DHL Group ist ein weltweit tätiges Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation mit rund 570.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 220 Ländern.
Zur Deutschen Post DHL Group gehören dabei die Deutsche Post - als europaweit agierendes postdienstleistendes Unternehmen und DHL - als weltweit tätiges Unternehmen in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management.
Das Unternehmen leistet u. a. mit verantwortungsvollem Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Umwelt und Gesellschaft.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Wirbelsäulenerkrankung. Er kann behinderungsbedingt nur eingeschränkt für den manuellen Lastentransport (Heben und Tragen) eingesetzt werden. Auch das Arbeiten in gebückter Körperhaltung sollte vermieden werden. Der Mann hat einen Grad der Behinderung (GdB) von 30 und wurde von der Arbeitsagentur Menschen mit Schwerbehinderung gleichgestellt.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter wurde zu Beginn seiner Tätigkeit als Zusteller beim Arbeitgeber eingestellt. Seit einigen Jahren arbeitet er im Frachtzentrum der Niederlassung BRIEF Berlin Nord in der Entgeltsicherung.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

In der Entgeltsicherung hat der Mitarbeiter mit Gleichstellung die Aufgabe die Paketsendungen auf die Richtigkeit des Entgeltes bzw. der Frankierung (Porto) zu überprüfen. Zur Durchführung der Aufgabe ist u. a. eine Waage und ein Transportmittel notwendig, da vom Unternehmen nicht nur Paketsendungen mit normaler Größe, sondern auch Sperrgüter (Teppiche usw.), befördert werden. Zum Transport der Sendungen und zur Kontrolle des Gewichts diente früher ein nicht höhenverstellbarer Wagen, auf dem eine Waage befestigt war. Die zu bearbeitenden Sendungen werden kurzzeitig an verschiedenen Stellen in der Halle des Frachtzentrums gelagert und müssen deshalb auch dort überprüft bzw. nachgewogen werden. Um die Ergebnisse der Überprüfung zu notieren, trug der Mitarbeiter mit Gleichstellung immer eine Kiste mit Schreibmaterialen (Schreibblöcke, Stifte, Informationsmaterial usw.) mit sich. Zum Ablegen der Sendungen, Wiegen, Ablesen der jeweiligen Gewichte und Notieren der Ergebnisse musste sich der Mitarbeiter ständig bücken. Wobei die Sendungen dabei von ihm manuell gehoben und getragen werden mussten. Zum Abbau der Belastungen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen wurde eine Hebe- und Transporthilfe bzw. ein Minilifter mit speziellen Elementen, wie Ablageschale, Schreibpult und Drahtkorb, angeschafft (vgl. Bild). Auch die erforderliche elektronische Spezialwaage konnte am Minilifter installiert werden. Durch den Einsatz des Minilifters müssen die Sendungen nicht mehr manuell gehoben sowie getragen werden und es kann bei den Arbeitsabläufen eine ergonomische Körperhaltung eingenommen werden. Nach Aussage des Mitarbeiters mit Gleichstellung, haben sich die Arbeitsbedingungen spürbar zum Positiven verbessert. Seine Rückenprobleme, aufgrund der früheren starken Belastung, wurden auf ein übliches Maß reduziert und die Arbeit macht ihm wieder vielmehr Spaß - auch seine krankheitsbedingten Ausfallzeiten gingen zurück.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Arbeitsorganisation:

Da die Mitarbeiter der Entgeltstelle nur am Nachmittag tätig sind, wird die Hebehilfe in den übrigen Zeiten in dem Bereich der Nachverpackung genutzt. Dadurch müssen dort die schweren Paketsendungen nicht mehr manuell vom Boden auf den Verpackungstisch gehoben heben. Die Hebehilfe dient somit auch anderen Mitarbeitern zur gesundheitlichen Prävention, Verringerung der krankheitsbedingten Ausfallzeiten und Leistungssteigerung.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB5445


Informationsstand: 29.05.2018