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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für sieben rückenerkrankte Mitarbeiter

Wo lag die Herausforderung?

Die sieben schwerbehinderten Beschäftigten haben Wirbelsäulenerkrankungen, weshalb sie Zwangshaltungen vermeiden müssen und nicht schwer heben sowie tragen sollten. An ihren Arbeitsplätzen waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Die zu kommissionierenden Pakete werden vom alten Förderband, über quer danebenliegende Rollenbahnen, auf höhenverstellbare Arbeitstische geschoben. Die Hebetische werden dann auf eine ergonomische Höhe zur Entnahme des Werbematerials positioniert. Das Werbematerial wird anschließend in die Pakete gelegt, verpackt und abschließend wieder, über die Rollenbahnen, auf das alte Förderband geschoben. Ergonomische Stehsitze entlasten zusätzlich die Wirbelsäule und ermöglichen ein steh-sitzendes Arbeiten.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsgestaltung wurde zu 30% vom Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Verlag und beschäftigt auch Menschen mit Behinderung.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Die sieben schwerbehinderten Personen haben Wirbelsäulenerkrankungen. Vor allem Zwangshaltungen sowie das ständige Heben von Lasten zwischen 5 und 10 kg sind den Mitarbeitern auf Dauer nicht möglich und würden zu einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. einer Zunahme von Fehlzeiten führen. Der GdB (Grad der Behinderung) liegt bei 30 oder 40. Die Mitarbeiter wurden von der Arbeitsagentur mit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt.

Beruf:

Die sieben Mitarbeiter sind beim Arbeitgeber als Kommissionierer und Verpacker tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die sieben schwerbehinderten Mitarbeiter sind in der Versandabteilung des Verlages tätig. Ihre Aufgabe besteht darin, Versandaufträge zusammenzustellen bzw. zu kommissionieren und in Kartons bzw. Pakete zu verpacken. Es werden überwiegend Prospekte verschickt, die zu ca. 50 Stück zusammengeschweißt sind. Diese verschweißten Prospekte wiegen bis zu 10 kg und müssen von auf dem Boden stehenden Paletten aufgenommen werden. Die Paletten mit dem zugeführten Werbematerial sind in mehreren Reihen parallel zum Förderband angeordnet. Das Verpackungsmaterial wird am Förderbandanfang aufgelegt oder es liegt an verschiedenen Plätzen als Handvorrat auf dem Boden. Die Tätigkeit an dieser Verpackungslinie ist durch feste ergonomisch nicht anpassbare Arbeitshöhen, ständiges Bücken nach Verpackungsgut und Verpackungsmaterial sowie manuelles Heben und Tragen von Leerpaletten gekennzeichnet. Behinderungsbedingt ist es den Mitarbeitern dauerhaft nicht möglich diese Tätigkeit auszuführen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Im Rahmen struktureller Veränderungen wurde die Kommissionierlinie neu und behinderungsgerecht gestaltet. Das palettierte Werbematerial wird über Durchlaufkanäle (Materialtransportbänder) im Rückraum des alten Förderbandes den Arbeitsplätzen zugeführt und auf Hebetischen bereitgestellt. Die zu packenden bzw. kommissionierenden Pakete werden vom alten Förderband, über quer danebenliegende Rollenbahnen, auf höhenverstellbare Arbeitstische geschoben. Die Hebetische werden dann auf eine ergonomische Höhe zur Entnahme des Werbematerials positioniert. Das Werbematerial wird anschließend in die Pakete gelegt, verpackt und abschließend wieder, über die Rollenbahnen, auf das alte Förderband geschoben. Die Leerpaletten können nach der Werbe-Materialentnahme durch den unteren Durchlaufkanal abtransportiert werden. Ergonomische Stehsitze entlasten zusätzlich die Wirbelsäule und ermöglichen ein steh-sitzendes Arbeiten.
An dieser neu gestalteten Verpackungslinie entstanden insgesamt 14 Arbeitsplätze, an denen die sieben schwerbehinderten Mitarbeiter auf Dauer eingesetzt werden können.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Stehen
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Stehen
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB1805


Informationsstand: 15.01.2010