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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Lageristen

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann sollte behinderungsbedingt nicht schwer heben sowie tragen, wenn er dabei knien muss, und ist generell körperlich kaum belastbar. Für seine Arbeit als Lagerist waren entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

Es wurde eine elektronische Kranwaage angeschafft, mit der das Anliefergewicht sofort ermittelt werden kann. Mit einem Säulenschwenkarm kann er dann das Stangenmaterial sofort einlagern. Als Ersatz für den Handhubwagen wird ein Elektro-Gabelhubwagen eingesetzt, mit dem der Mann die Rohteile sowie die Behälter mit den Fertigteilen ohne hohe körperliche Belastungen transportieren kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Metallwarenfabrik, in der aus Stangenmaterial Kleinteile für die Automobilindustrie hergestellt werden.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Kniegelenkschädigung und eine Herz-Kreislauferkrankung. Er ist körperlich nur eingeschränkt belastbar, z. B. für das Heben sowie Tragen von Lasten und das Arbeiten in einer knienden Körperhaltung. Sein GdB (Grad der Behinderung) beträgt 40. Er wurde von der Arbeitsagentur mit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt.

Beruf:

Der Mann ist beim Arbeitgeber als Lagerist beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Die Tätigkeit des Mitarbeiters beinhaltet den innerbetrieblichen Materialtransport, d.h. die Annahme der Rohteile (Stangenmaterial) im Wareneingang, den Transport der Rohteile in die betreffenden Abteilungen und den Versand der Fertigteile an die Kunden. Der Transport der Rohteile in den Wareneingang und der Fertigteile aus dem Warenausgang erfolgt über eine ca. 1 m hohe Rampe an der hinteren Längsseite der Produktionshalle. Die Höhe der Rampe ist so bemessen, dass der Mitarbeiter zum Verladen mit einem Handhubwagen in die Lastkraftwagen ein- und ausfahren kann. Das angelieferte Stangenmaterial wird mit Hilfe des Handhubwagens aus dem Lastkraftwagen herausgefahren und zum Kragarmregal im Wareneingangslager befördert. Das Einlagern des Stangenmaterials in das Kragarmregal erfolgt mit Hilfe eines Säulenschwenkkranes. Vor der Einlagerung des Stangenmaterials in das Kragarmregal, erfolgt noch eine Kontrolle des Anliefergewichtes. Dazu muss das zum Einlagern an dem Ausleger des Säulenschwenkkranes hängende schwere Stangenmaterial zur Waage geschwenkt, dort aufgelegt, ausgerichtet bzw. geschoben und abgewogen werden. Aufgrund der teilweise sehr hohen Gewichte ist der Ausleger vom Mitarbeiter nur mit hoher Muskelkraft zu schwenken bzw. nur schwer über der Waage zu positionieren. Bei Bedarf transportiert der Mitarbeiter das Stangenmaterial dann vom Wareneingangslager zu den entsprechenden Maschinen zur Fertigbearbeitung. Die Fertigteile müssen, bevor sie in den Warenausgang transportiert werden können, noch entgratet und entfettet werden. Zum Entgraten und Entfetten werden die bis zu 30 kg schweren Behälter mit den Fertigteilen per Hand zur Entgratungs- oder Entfettungsanlage getragen oder gezogen. Im Bereich der Entfettungsanlage ist bereits ein Säulenschwenkkran mit einem Greifer für die Behälter installiert. Ein entsprechender Säulenschwenkkran befindet sich nicht im Bereich der Entgratungsanlage, obwohl dies dringend erforderlich wäre.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Mit dem Einsatz einer elektronischen Kranwaage, die zwischen dem Kettenzug des Säulenschwenkkranes und dem Stangenmaterial aufgehängt wird, kann das Anliefergewicht direkt ermittelt werden. Im Anschluss an das Wiegen kann der Mitarbeiter das Stangenmaterial direkt mit dem Säulenschwenkkran einlagern. Durch den Einsatz der Kranwaage entfällt das körperlich sehr anstrengende Positionieren zum Wiegen. Durch die Installation eines Säulenschwenkkranes, zum Anheben und Schütten der Fertigteile in die Entgratungsanlage (Trockenrommel), entfällt das manuelle Heben der bis zu 30 kg schweren Behälter auf eine Höhe von ca. 1,20 m.
Als Ersatz für den Handhubwagen wird ein Elektro-Gabelhubwagen eingesetzt, mit dem der Mitarbeiter die Rohteile sowie die Behälter mit den Fertigteilen ohne hohe körperliche Belastungen transportieren kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Knien
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • EFL - wiederholte Kniebeugen
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Hocken
  • ERGOS - Knien
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Knien/Hocken
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB4827


Informationsstand: 06.08.2010