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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Lagerarbeiter und Gabelstaplerfahrer

Wo lag die Herausforderung?

Der Fachlagerist kann behinderungsbedingt nicht mehr gut sehen und sein Greifraum ist eingeschränkt. Damit der er seinen neuen Job beim Unternehmen im Lager ausüben kann, benötigt er einen Gabelstapler, den er einfach bedienen und mit dem er ohne größere Belastungen Material lagern kann.

Was wurde gemacht?

Es wurde ein Gabelstapler mit speziellem Zubehör zur behinderungsgerechten Gestaltung angeschafft. Das Zubehör ermöglicht es, dass der Fachlagerist trotz seiner Beeinträchtigungen selbständig, sicher und belastungsfrei arbeiten kann.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsplatzgestaltung für den neu geschaffenen Arbeitsplatz wurde vom Integrations- beziehungsweise Inklusionsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- beziehungsweise Inklusionsamtes. Die Eingliederung des Mannes mit Schwerbehinderung in das Arbeitsleben wurde von der Arbeitsagentur, durch die Gewährung eines Eingliederungs- bzw. Lohnkostenzuschusses für zwei Jahre, in Höhe von 70 Prozent gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und Arbeitsagenturen.

Unternehmen:

Das Unternehmen ist ein mittelständischer zuliefernder Betrieb für die Automobilindustrie. Das Unternehmen stellte einen Mitarbeiter mit Schwerbehinderung neu ein.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hatte vor einigen Jahren einen schweren Verkehrsunfall. Durch den Unfall kam es zu einer Armbehinderung, einer hochgradigen Sehbehinderung am rechten Auge und einer Zwangshaltung des Kopfes durch eine Lähmung. Behinderungsbedingt kommt es zu einer Einschränkung beim Sehen und Greifen (Greifraum). Außerdem kann der Mann nicht mehr für das manuelle Handhaben und Tragen von Lasten eingesetzt werden.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter hat den Beruf des Tischlers erlernt, wurde jedoch später aufgrund der vorliegenden Behinderungen zum Fachlagerist umgeschult. Zuletzt hat er im Ausbaugewerbe als Trockenbauer gearbeitet. Danach war er eine Zeit lang arbeitslos, bis er vom Unternehmen als Lagerarbeiter und Gabelstaplerfahrer neu eingestellt wurde.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Lagerarbeiter ist für das Ein- und Auslagern des Rohmaterials, der Zukaufteile, der Halbfertigwaren sowie der Fertigteile zuständig. Für die Lagerung stehen über den gesamten Betrieb verteilt umfangreiche Palettenregalanlagen mit Lagerhöhen von bis zu 5 Metern zur Verfügung. Außerdem umfasst der Aufgabenbereich des Mitarbeiters die Be- und Entladung der LKW.
Aufgrund der sehr hohen Seheinschränkung des rechten Auges, der Kopfzwangshaltung und der Funktionseinschränkung der rechten Hand, kann der Mitarbeiter die vorhandenen konventionellen Gabelstapler nicht nutzen. Benötigt wurde daher ein Gabelstapler mit ergonomisch besonders gut gestaltetem verstellbarem Bedienfeld, sehr leichtgängiger Lenkung, einem ergonomischen Schwingsitz, elektronischer Höhenanzeige, kippbarer Fahrerkabine und Seitenschieber.
Die elektronische Höhenanzeige, im Zusammenhang mit der kippbaren Kabine, erleichtert dem Mitarbeiter das Ein- und Auslagern in großen Höhen, das ihm wegen des Verlusts des räumlichen Sehens bisher schwer fiel. Während des Hubvorgangs ist lediglich das im Blickfeld liegende Display für die Höhenanzeige zu beobachten, der Hubvorgang erfolgt automatisch. Auch das eigentliche Einschieben der Palette in das Regalfach kann in ergonomisch günstiger Körperhaltung ohne Kopfverrenkungen beobachtet werden, da die gesamte Fahrerkabine nach einer frei einprogrammierbaren Hubhöhe selbsttätig um 15 Grad nach hinten geneigt wird. Die zusätzliche Ausstattung des Staplers mit einem Seitenschieber macht umständliches Rangieren unnötig. Durch die Betätigung eines Steuerventils können die Gabeln mit der Last leicht nach rechts oder links in die exakte Position verschoben werden. Das für den Mitarbeiter besonders schwierige genaue Anfahren der Lagerposition ist so nicht erforderlich.
Durch die sehr spezielle Ausstattung des angeschafften Staplers werden die Fähigkeitseinschränkungen des Mitarbeiters ausgeglichen.

Arbeitsschutz:

Der Mitarbeiter ist im Besitz eines Gabelstaplerführerscheins (Befähigungsnachweis zum Führen von Flurförderzeugen) und hat die notwendigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen durch den Betriebsarzt mitgemacht. Auch das Ergebnis einer Gefährdungsbeurteilung sprach für den Einsatz als Gabelstaplerfahrer im Unternehmen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • ERGOS - Sehen
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Heben
  • IMBA - Kopf-/Halsbewegungen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Sehen
  • IMBA - Sehen (Gesichtsfeld/Räumliches Sehen)
  • IMBA - Tragen
  • IMBA - Unfallgefährdung
  • MELBA - Feinmotorik

Referenznummer:

R/PB4208


Informationsstand: 08.09.2021