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Praxisbeispiel
Barrierefreie Gestaltung für eine Kindergärtnerin

Wo lag die Herausforderung?

Die Frau hat eine Gliedmaßenfehlbildung der Arme und Hände. Die Gliedmaßenfehlbildung führt zu einer Einschränkung beim Handhaben sowie Greifen und zusätzlich zu einer Einschränkung des Greifraums. Außerdem können durch die Fehlbildung nur geringe Körperkräfte erzeugt und für Tätigkeiten genutzt werden. Aufgrund der starken Funktionseinschränkung der Arme und Hände nutzt die Frau die Füße zum Schreiben, Zeichnen usw. Sie benötigt an ihrem Arbeitsplatz entsprechende Hilfsmittel.

Was wurde gemacht?

Damit die Erzieherin den Kindergarten betreten kann, mussten elektrische Schiebetüren und ein elektrisches Schloss mit Zahlencode bzw. Code-Karte im Eingangsbereich installiert werden. Der Sanitärbereich musste so umgebaut werden, dass sie sich die Füße bei Verschmutzung in der vorhandenen Dusche waschen kann. Für die Verwaltungs- und Organisationsaufgaben stehen ihr ein höhenverstellbarer Arbeitstisch und Bürostuhl mit stark neigbarer Rückenlehne zur Verfügung.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert. Der Arbeitgeber erhält außerdem monatlich vom Integrations- bzw. Inklusionsamt, zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastungen (Minderleistung und Betreuung der Mitarbeiterin), einen finanziellen Zuschuss.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein kommunaler Kindergarten.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau hat eine Dysmelie bzw. Gliedmaßenfehlbildung der Arme und Hände. Die Gliedmaßenfehlbildung führt zu einer Einschränkung beim Handhaben sowie Greifen und zusätzlich zu einer Einschränkung des Greifraums. Außerdem können durch die Fehlbildung nur geringe Körperkräfte erzeugt und für Tätigkeiten genutzt werden. Aufgrund der starken Funktionseinschränkung der Arme und Hände nutzt sie die Füße zum Schreiben, Zeichnen usw.
Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis trägt die Merkzeichen B, G und H.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau arbeitet als Erzieherin bzw. Kindergärtnerin beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Erzieherin betreut zusammen mit einer Kollegin die Kinder einer Gruppe. Ziel ist dabei die Kinder durch altersgerechte Spiele und Exkursionen in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung zu unterstützen. Die älteren Kinder der Gruppe sollen zusätzlich durch spielerisches Lernen auf die folgende Zeit in der Grundschule vorbereitet werden. Neben den erzieherischen und pädagogischen Aufgaben übernimmt die Kindergärtnerin auch verwaltungstechnische und organisatorische Aufgaben. Für die Verwaltungs- und Organisationsaufgaben stehen ihr ein höhenverstellbarer Arbeitstisch und Bürostuhl mit stark neigbarer Rückenlehne zur Verfügung. Diese beiden Hilfsmittel ermöglichen es der Kindergärtnerin die Schreibarbeiten mit den Füßen in einer für sie erforderlichen Arbeitshöhe auszuführen. Zum Anspitzen der Blei- und Buntstifte nutzt sie einen Elektrospitzer, der auf dem Arbeitstisch steht und mit den Füßen ohne Probleme erreicht und bedient werden kann.
Beim spielen mit den Kindern sitzt die Kindergärtnerin oft mit ihnen auf dem Boden. Sie sitzt dabei auf einer Sitzunterlage aus einem speziellen Schaumstoff, der beim Aufstehen ein tieferes Absinken verhindert und somit das Aufstehen für sie erleichtert.
Der Gruppenraum muss öfter gelüftet werden. Die Fenster und Rollläden wurden dazu mit Schließern und Öffnern versehen, die elektromotorisches angetrieben werden und über Schalter einfach von der Kindergärtnerin bedient werden können. Dies ist erforderlich, da sie zeitweise alleine die Gruppe betreut und ihre Kollegin deshalb nicht bitten kann zu lüften.

Arbeitsumgebung:

Damit die Erzieherin den Kindergarten betreten kann, mussten elektrische Schiebetüren und ein elektrisches Schloss mit Zahlencode bzw. Code-Karte (zum automatischen Öffnen der Schiebetüren) im Eingangsbereich installiert werden. Da die Erzieherin ihre Füße in bestimmten Situationen als Ersatz für die Hände benutzt, trägt sie im Kindergarten keine Schuhe und Socken. Der Sanitärbereich musste deshalb so umgebaut werden, dass sie sich die Füße bei Verschmutzung in der vorhandenen Dusche waschen kann. Dazu mussten eine Einhandarmatur und ein Seifenspender so installiert werden, dass sie mit den Füßen bedient werden können. Zum Waschen der Füße setzt sich die Erzieherin in die Dusche auf einen Duschhocker. Zum Abtrocknen der Füße nutzt sie ein übliches Handtuch, das sie mit den Füßen vom Handtuchhalter nehmen kann.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Handkoordination (rechts/links)
  • EFL - Handumwendebewegungen (rechts/links)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Dreipunktgriff
  • ERGOS - Fingergeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgeschicklichkeit
  • ERGOS - Handgreifkraft
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Schlüsselgreifkraft
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Feinmotorik (Hand- und Fingergeschicklichkeit)
  • IMBA - Hand-/Fingerbewegungen
  • IMBA - Licht
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Selbständigkeit
  • IMBA - Umstellung
  • MELBA - Feinmotorik
  • MELBA - Selbständigkeit
  • MELBA - Umstellung

Referenznummer:

Pb/110653


Informationsstand: 04.12.2009