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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für einen Fleischermeister

Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Hüftgelenkschädigung und eine Rückenerkrankung, weshalb er nicht schwer heben sowie tragen kann und bestimmte Körperhaltungen vermeiden sollte. Am Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Für den Zwischentransport und die Zwischenlagerung wurden 15 einheitliche Norm-Rollbehälter mit je 200 l Fassungsvermögen angeschafft. Der Fleischwolf wurde mit einer entsprechenden Beschickungseinrichtung für diese Behälter nachgerüstet. Der vorhandene Schneidmischer konnte nicht nachträglich mit einer Beschickungseinrichtung ausgestattet werden, so dass ein neues Gerät mit hydraulischer Beschickung angeschafft wurde.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem Integrationsamt mit 28% der Gesamtkosten gefördert. Zusätzlich wurde dem Arbeitgeber ein zinsloses Darlehen in Höhe von 13% der Gesamtkosten gewährt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Bei der Firma handelt es sich um einen handwerklichen Fleischereibetrieb mit 25 Beschäftigten, der überwiegend Kantinen, Imbissbetriebe usw. mit Fleisch- und Wurstwaren beliefert.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Hüftgelenkschädigung und eine Rückenerkrankung (Bandscheibenschaden). Er ist deshalb nur eingeschränkt fähig Arbeiten auszuführen, die häufiges Heben, Bücken oder Tragen erfordern. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50. Der Schwerbehindertenausweis enthält das Merkzeichen G.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter ist gelernter Fleischermeister. Er arbeitet seit 15 Jahren bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Fleischer ist für die Herstellung von Wurst zuständig. Der Herstellungsprozess erfordert von ihm die Arbeit an einem Fleischwolf, einem Schneidmischer und der eigentlichen Wurstmaschine. Die Fleischstücke werden vom Schlachtbetrieb in Kunststoffkästen (Gewicht ca. 40 kg) geliefert, die der Mitarbeiter etwa in Schulterhöhe in den Einfülltrichter des Fleischwolfes entleeren muss. Die grobzerkleinerte Fleischmasse wird in auf dem Fußboden stehende Kästen befördert und anschließend vom Fleischermeister in den Schneidmischer geschüttet. Die fertige Wurstmasse gelangt aus dem Schneidmischer in Alu-Rollbehälter. Für das Umfüllen dieser Behälter steht an der Wurstmaschine eine spezielle Beschickungseinrichtung zur Verfügung. Die an Fleischwolf und Schneidmischer anfallenden schweren Hebe- und Tragearbeiten kann der Mitarbeiter aus behinderungsbedingten Gründen nicht mehr ausführen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Für den Zwischentransport und die Zwischenlagerung wurden 15 einheitliche Norm-Rollbehälter mit je 200 l Fassungsvermögen angeschafft. Der Fleischwolf wurde mit einer entsprechenden Beschickungseinrichtung für diese Behälter nachgerüstet. Der vorhandene Schneidmischer konnte nicht nachträglich mit einer Beschickungseinrichtung ausgestattet werden, so dass ein neues Gerät mit hydraulischer Beschickung angeschafft wurde.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB5180


Informationsstand: 28.02.2007