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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für zwei Spülkräfte einer Mensa

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Studentenwerk einer Universität. Zum Studentenwerk gehören zwei Mensen und mehrere Beratungsstellen für Studenten.

1. Schwerbehinderte Frau

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Die Frau hat seit einem Bandscheibenvorfall eine Rückenerkrankung. Außerdem hat sie eine Gehbehinderung und neigt zu Schwindelanfällen. Behinderungsbedingt sollte sie deshalb körperlich anstrengende Tätigkeiten, die häufiges Gehen, Bücken, Heben oder Tragen von Lasten beinhalten vermeiden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 60.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau ist gelernte Einzelhandelskauffrau und arbeitet seit einigen Jahren als Spülkraft in der Mensa des Studentenwerks.

2. Schwerbehinderte Frau

Behinderung und Funktionseinschränkung:

Die Frau hat ebenfalls eine Rückenerkrankung und sollte schwere Hebe- und Tragearbeiten vermeiden. Der Grad ihrer Behinderung beträgt 60 (GdB 60). Ihr Schwerbehindertenausweis enthält das Merkzeichen G.

Beruf:

Die Frau ist ausgebildete Bürofachhelferin und arbeitet seit kurzer Zeit als Spülkraft in der Mensa.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

In der Mensa werden täglich ca. 4.500 Essensportionen ausgegeben. Während der Hauptausgabezeit werden 80% der Portionen auf Hartglastellern serviert. In dieser Zeit müssen die beiden Spülkräfte und ihre drei Kolleginnen in der Spülküche mit Hilfe zweier Spülanlagen für die reibungslose Versorgung der Ausgabe mit Geschirr sorgen. Da die verwendeten Hartglasteller ein hohes Eigengewicht haben, bedingt diese Arbeit, speziell beim Abstapeln von bis zu 20 Tellern auf einmal, ein ständiges schweres Heben und Tragen von Lasten. Pro Minute müssen die Spülkräfte in der Hauptausgabezeit ca. 32 Gedecke säubern, in die Spülanlage einsortieren und nach dem Durchlaufen der Spülanlage hinten wieder entnehmen, sortieren und entsprechend abstapeln.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Damit die beiden Spülkräfte weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen können, mussten in der Küche neue Spülanlagen mit vollautomatischen Tellerabstapelvorrichtungen installiert werden. Diese Abstapelvorrichtungen übernehmen für die Spülkräfte das Abstapeln der Hartglasteller in die Wagen. Dadurch entfällt für die beiden Spülkräfte das taktgebundene häufige schwere Heben und Tragen der Tellerstapel.

Schlagworte und weitere Informationen

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrationsamt mit der Übernahme von 18 % der Kosten gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Gleichgewicht
  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Gleichgewicht halten
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Gleichgewicht
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB5140


Informationsstand: 28.03.2007