Inhalt

Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Weber

Wo lag die Herausforderung?

Aufgrund eines Wirbelsäulenschadens unterzog sich der Mann eine Bandscheibenoperation, woraufhin er nicht mehr schwer Heben beziehungsweise Tragen darf und bestimmte Körperhaltungen, wie Bücken oder Beugen, vermeiden sollte. Sein Arbeitsplatz musste entsprechend seiner Einschränkungen angepasst werden.

Was wurde gemacht?

Der Mann wurde an eine neu angeschaffte automatische Stofflegemaschine mit Cutter versetzt. Der Mann beobachtet dabei den Prozess des Stoffschneidens und stellt die gewünschten Zuschnittswerte ein. Bei seinen Arbeiten steht dem Mann ein Gabelhochhubwagen zur Verfügung. So wird der Mann keinen großen Belastungen ausgesetzt.

Schlagworte und weitere Informationen

Da die Versicherungszeit mehr als 15 Jahre beträgt, wurde nach der medizinischen Reha für ein Jahr vom Rentenversicherungsträger eine monatliche Eingliederungshilfe bzw. ein Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber gezahlt. Die Arbeitsgestaltung (Stofflegemaschine und Gabelhochhubwagen) wurde zu 60 % vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter und der Deutschen Rentenversicherung.

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist ein Textilhersteller.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Aufgrund eines Wirbelsäulenschadens unterzog sich der schwerbehinderte Mann einer Bandscheibenoperation und einem nachfolgenden Aufenthalt in einer Reha-Klinik. Behinderungsbedingt sollte der Mann nicht für schwere und häufige Hebe- oder Tragearbeiten eingesetzt werden. Dies gilt besonders in Verbindung mit der Einnahme von Zwangshaltungen, wie dem Bücken oder Beugen.

Beruf:

Der Mann ist gelernter Weber und bediente maschinelle Webstühle.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Weber arbeitete an bis zu 38 maschinellen Webstühlen gleichzeitig (gerissene Fäden verknüpfen, Störungen beheben usw.). Behinderungsbedingt konnte er die mit der Tätigkeit verbundenen Zwangshaltungen (das Bücken und Beugen) und das Heben sowie Tragen der gewebten Stoffe nicht mehr ausführen. Er wurde deshalb an eine neu angeschaffte automatische Stofflegemaschine mit Cutter versetzt. Diese CNC-gesteuerte Maschine zieht und schneidet den fertiggewebten Stoff automatisch auf die eingestellte Länge und legt ihn zu mehreren Lagen auf einer Tischbahn übereinander. Der Mitarbeiter überwacht diesen Prozess und stellt die gewünschten Zuschnittswerte am Bediengerät ein. Anschließend werden die geschnittenen Stofflagen von einem Element der Tischbahn, einem Lufttisch, auf einen Gabelhochhubwagen gezogen und zur weiteren Verarbeitung transportiert. Das Schieben der Stofflagen vom Lufttisch auf den Gabelhochhubwagen wird durch Düsen im Lufttisch, die unter den Stofflagen ein Luftkissen erzeugen, erleichtert.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB0362


Informationsstand: 06.07.2012