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Praxisbeispiel
Betriebliches Eingliederungsmanagement für einen Meister in einer Lackiererei

Es gibt eine Abbildung zu diesem Praxisbeispiel:
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Wo lag die Herausforderung?

Der Mann hat eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, wodurch er körperlich und psychisch nur gering belastbar ist. An seinem Arbeitsplatz waren entsprechende Anpassungen nötig.

Was wurde gemacht?

Zum einen wurde der Mann nach seinem Herzinfarkt langsam und stufenweise wieder an seine Arbeit herangeführt, zum anderen brachte man Struktur in den Arbeitsalltag des Mannes, sodass er seine Arbeit einfach planen konnte und in weniger stressige Situationen geriet.

Schlagworte und weitere Informationen

Nach dem SGB IX § 167 Abs. 3 können die Rehabilitationsträger (z. B. Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften) und die Integrations- bzw. Inklusionsämter Unternehmen, die ein Betriebliches Eingliederungsmanagement einführen, durch Prämien oder einen Bonus fördern.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nr. der Integrations- bzw. Inklusionsämter, der Deutschen Rentenversicherung und der Berufsgenossenschaften.

Arbeitgeber:

Die Ford-Werke haben seit 1930 ihren Stammsitz in Köln. Die europäische Zentrale des Unternehmens befindet sich seit 1998 ebenfalls in Köln, wo neben der Hauptverwaltung auch noch die Fahrzeugfertigung des Ford Fiesta und die 1-Liter-EcoBoost-Motorenfertigung, das Entwicklungszentrum und das europäische Ersatzteillager ansässig sind. Die Ford-Werke beschäftigen in Köln mehr als 18.000 und in Deutschland rund 25.000 Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen. In Europa beschäftigt Ford rund 53.000 Mitarbeiter, inklusive der Joint Ventures 67.000. Das Unternehmen fertigt in 24 Produktionsstätten in Europa - zum Teil mit Joint-Venture-Partnern - Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Motoren und Getriebe.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat als Folge eines Herzinfarktes eine Herz-Kreislauferkrankung. Er ist durch seine Erkrankung nur eingeschränkt körperlich und psychisch (Stress usw.) belastbar.

Ausbildung und Beruf:

Der Mitarbeiter ist Meister in der Instandhaltung innerhalb der Lackiererei.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Zu den Aufgaben des Meisters in der Lackiererei gehört die planmäßige Überwachung der Anlagen, aber auch kurzfristige Einsätze, wie sie durch unvorhersehbar auftretende technische Störungen oder andere Ereignisse verursacht werden können. Diese erfolgen naturgemäß unter hohem Zeitdruck und Stress, da in jedem Fall Produktionsverluste vermieden werden sollen.
Als Folge des Herzinfarktes sowie der anschließenden mehrwöchigen medizinischen Rehabilitation war der Meister nach seiner Rückkehr an seinen alten Arbeitsplatz nicht sofort und ohne weiteres wieder zu 100% einsetzbar.
Zwei voneinander unabhängige Maßnahmen wurden durch das zuständige Integrationsteam beschlossen und durchgeführt, um den Meister wieder an den alten Arbeitsplatz zu integrieren. Zum einen wurde er behutsam im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung (Stichwort "Hamburger Modell") an seine volle tägliche Arbeitszeit herangeführt. Zum anderen wurden die Arbeitsinhalte so umgestaltet (in Absprache mit den betrieblichen Vorgesetzten), dass der Anteil an planbaren Tätigkeiten im Vergleich zu den kurzfristigen Tätigkeiten (sog. "Feuerwehreinsätze") deutlich stieg. Nach Abschluss der 6-wöchigen stufenweisen Wiedereingliederung, bei welcher die tägliche Arbeitszeit von 2 bis auf 6 Stunden gesteigert wurde, arbeitet der Mitarbeiter wieder zu 100% auf seinem alten Arbeitsplatz. Die Begleitung des Arbeitseinsatzes auch nach Beendigung der stufenweisen Wiedereingliederung durch das Integrationsteam ließ bis heute keine weiteren Schwierigkeiten erkennen.
Weitere Informationen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement bei Ford finden Sie hier.

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Ausdauer (psychisch)
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Umstellung
  • IMBA - Verantwortung
  • MELBA - Ausdauer (psychisch)
  • MELBA - Umstellung
  • MELBA - Verantwortung

Referenznummer:

R/PB5393


Informationsstand: 14.02.2007