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Angaben zum Praxisbeispiel

Schaffung eines Arbeitsplatzes über Job Carving zur Einstellung eines Produktionshelfers bei einem Unternehmen für Werbeanlagen

Arbeitgeber:

Das Unternehmen ist ein familiengeführter Fachbetrieb für Werbeanlagen. Zum Angebot gehören die Beratung, Planung, Ausführung und Montage der Werbeanlagen wie Beschriftungen, Fahnen und Lichtwerbung für die Industrie, das Handwerk, den Handel, Banken usw.
Über die Industrie- und Handelskammer (IHK) vor Ort werden die Mitglieder in Bezug auf ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten und beraten. In diesen Zusammenhang berichtete der Inklusionsberater der IHK dem Arbeitgeber über die Möglichkeit des Job Carvings zur Zusammenfassung von zeitraubenden Nebentätigkeiten zu einem neuen Arbeitsplatz für Menschen mit einer Behinderung, um Fachkräfte davon zu entlasten. Nachdem das Interesse des Arbeitgebers geweckt wurde, schaltete der Inklusionsberater der IHK den Integrationsfachdienst (IFD) ein. Gemeinsam wurde überlegt, ob durch das Job Carving eine Tätigkeit für einen Produktionshelfer mit ausreichenden Aufgaben geschaffen werden kann.

Job Carving:

Der IFD beauftragte für das Job Carving einen erfahrenen freiberuflichen Job Coach. Dieser sprach mit dem Arbeitgeber und den Mitarbeitern und verschaffte sich so einen Überblick über die Planungs-, Produktions- und Montageabläufe bzw. die einzelnen Abteilungen. Zu Beginn waren die Mitarbeiter noch zögerlich bezüglich der Meldung und Übergabe von Nebentätigkeiten an den Job Coach. Nach wenigen Terminen vor Ort hatten die Mitarbeiter aber bereits Aufgaben bewusst zurückgestellt bzw. für den Job Coach ausgewählt, damit der diese unter Praxisbedingungen selber ausführen und so besser beurteilen konnte. So wurde es ihm ermöglicht entsprechend geeignete Teilaufgaben für den neuen Arbeitsplatz eines Produktionshelfers bzw. für einen Mensch mit einer Schwerbehinderung zusammenzustellen. Zum Ende des Job Carvings hatte der Job Coach unterschiedliche und geeignete Teilaufgaben, z. B. Bleche schleifen, Folien abziehen, Leuchtdioden kleben sowie versiegeln, Maschinen reinigen, Produktionshalle fegen sowie Ordnung herstellen und Werbemittel demontieren sowie reinigen, ausgewählt. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber wurde die zu große Anzahl an Teilaufgaben weiter produktionsspezifisch eingegrenzt. So entstand ein vorläufiges Tätigkeitsprofil, dessen Inhalte genauer analysiert wurden, um somit die Arbeitsanforderungen für den neu einzustellenden Produktionshelfer beschreiben und einstufen zu können.

Förderung und Mitwirkung:

In Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber mit dem Inklusionsberater der IHK, IFD und Job Coach konnte über das Job Carving ein möglicher Arbeitsplatz für einen Menschen mit einer Schwerbehinderung geschaffen werden - auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit für den Arbeitgeber und der Entlastung für die Mitarbeiter. Nachdem der Prozess des Job Carvings abgeschlossen war, wurde wieder der IFD zur Suche nach einem passenden Bewerber mit einer Schwerbehinderung für die Stelle eingeschaltet. Sollte der Bewerber nicht über sämtliche Fähigkeiten in Bezug auf die Arbeitsanforderungen verfügen, so kann über den IFD ein Job Coach für ein Betriebliches Arbeitstrainings bzw. Job-Coaching einbezogen werden.
Die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes und Job Coaches wurden vom Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter, Integrationsfachdiensteund Inklusionsberater der Kammern.



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Referenznummer:

Pb/110953



Informationsstand: 11.01.2017