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Angaben zum Praxisbeispiel

Eingliederung von geistig behinderten Menschen in einen Metallverarbeitenden Betrieb

Arbeitgeber:

Der metallverarbeitende Familienbetrieb stellt Behälter für Gasflaschen und Metallschränke für Heizungs- und Sanitärinstallationen her und beschäftigt bei einer Gesamtbelegschaft von 30 Personen 6 geistig behinderte Mitarbeiter. Die erste Einstellung eines behinderten Mitarbeiters erfolgte vor einigen Jahren, als die Förderschule mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung nach einer Praktikumsstelle für einen Schüler fragte. Der Inhaber und Geschäftsführer war nach eigenen Angaben zunächst sehr skeptisch, ob der schüchterne, eher schmächtig wirkende Jugendliche die erforderliche Leistung erbringen und sich im Betrieb zurechtfinden könnte. Diese Befürchtungen erwiesen sich jedoch bald als unbegründet. Da er sich schnell und gründlich in sein neues Tätigkeitsfeld einarbeitete, erklärte sich der Betrieb bereit den jungen Mann fest einzustellen. Der Jugendliche konnte sich so gut im Betrieb etablieren, dass ihm einige Jahre später sogar die Leitung der Lackierabteilung übertragen werden konnte.
Die Erfahrungen, die er in seinem Betrieb mit behinderten Menschen machen konnte, werden vom Geschäftsführer wie folgt beschrieben:
"Es hat uns immer wieder überrascht, wie viel Entwicklungsfähigkeit in jedem einzelnen steckt. Manche wachsen in Aufgaben hinein, die man ihnen am Anfang gar nicht zugetraut hat. Bei der Auftragsfülle und dem Termindruck können wir uns eine Beschäftigung aus sozialen Gründen nicht leisten. Die geistig behinderten Menschen überzeugen vor allem durch ihre hohe Motivation, ihre Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft, die höher liegt als die mancher nichtbehinderter Kollegen."

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Die Personen sind geistig behindert und in ihren kognitiven Fähigkeiten (z. B. beim Rechnen, Lesen und Lernen) eingeschränkt.

Übergang Schule - Beruf:

Der Arbeitgeber steht in engem Kontakt zu einem Integrationsfachdienst (IFD) und einem Vertreter der Förderschule. Zusammen führen sie Arbeitserprobungen und Praktika für Schüler durch. Während die Einarbeitung der geistig behinderten Menschen in ihre Arbeitsaufgaben relativ problemlos verlief, gab es jedoch im Umgang mit den nichtbehinderten Kollegen zunächst Spannungen. Fehlende Akzeptanz einzelner Mitarbeiter führte anfangs zu Hänseleien oder es wurde versucht die geistig behinderten Kollegen auszunutzen. In diesen Situationen musste der Geschäftsführer intervenieren und klärende Gespräche führen. Mittlerweile sind die geistig behinderten Mitarbeiter akzeptiert und auch selbstbewusster geworden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Zwei geistig behinderte Mitarbeiter sind in der Verpackungs- und Versandabteilung beschäftigt. Sie haben die Aufgabe, die produzierten Waren nach Auftragslisten zusammenzustellen und versandfertig zu machen. Dazu ist die Benutzung von Stahlbandverpackungsmaschinen und Folienschweißgeräten erforderlich. Drei weitere behinderte Mitarbeiter werden in der Fertigung eingesetzt und bedienen dort verschiedene Metallbearbeitungsmaschinen wie Pressen und Abkantbänke.

Förderung und Mitwirkung:

Die Arbeitsagentur förderte die Einstellung der behinderten Mitarbeiter mit einem Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe. Der Arbeitgeber wird außerdem vom Integrationsamt durch eine Betreuungsaufwandsentschädigung zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung und kostenlos vom Integrationsfachdienst beim Übergang Schule - Beruf (zur Teilhabe am Arbeitsleben) unterstützt.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Arbeitsagenturen, der Integrationsämter und von Integrationsfachdiensten.



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Referenznummer:

R/PB1443



Informationsstand: 27.05.2014