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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Teilhabe für einen Jugendlichen mit Down-Syndrom als Hilfskraft in einem Handelsunternehmen

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt ein Handelsunternehmen für Sport- und Freizeitartikel mit 30 Mitarbeitern, das einen Jugendlichen mit einer Schwerbehinderung eingestellt hat. Zur Einstellung kam es über einen Integrationsfachdienst, zu dessen Aufgaben u. a. die Vermittlung und Qualifizierung von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gehören. Ohne die Unterstützung durch den Integrationsfachdienst wäre eine Einstellung nicht möglich gewesen, da der Arbeitgeber nicht das Personal und die Zeit gehabt hätte den Jugendlichen individueller und länger als üblich einzuarbeiten und für die erforderlichen Tätigkeiten anzulernen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat das Down-Syndrom und ist geistig behindert. Behinderungsbedingt hat er Schwierigkeiten beim Lernen und Merken. Er benötigt daher mehr Zeit, um Zusammenhänge zu verstehen und zu erkennen. Es ist wichtig für ihn klare, eindeutige und nicht zu komplexe Arbeitsanweisungen zu erhalten.

Übergang Schule - Beruf:

Der Jugendliche besuchte eine integrative Gesamtschule und wechselte anschließend auf eine berufsbildende Schule, um ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) zu absolvieren. Im BVJ wurde seine Allgemeinbildung verbessert und ihm ein berufliches Grundwissen vermittelt. Im Anschluss daran war er arbeitslos und wurde vom Reha-Team der Arbeitsagentur darüber informiert einen Integrationsfachdienst (über das Persönliche Budget) beauftragen und einschalten zu können.
Über den Integrationsfachdienst wurde der Jugendliche entsprechend zunächst als Praktikant an verschiedene Betriebe vermittelt. Dazu gehörte auch sein jetziger Arbeitgeber. Im Rahmen des Praktikums bei seinem jetzigen Arbeitgeber wurde der Jugendliche mit Hilfe eines Job-Coaches des Integrationsfachdienstes über ein Job-Coaching bzw. Betriebliches Arbeitstraining direkt am Arbeitsplatz qualifiziert und eingearbeitet. Dabei wurden die erforderlichen Arbeitsgänge strukturiert, schrittweise und intensiv bzw. oft trainiert, so dass ein passgenauer Einsatz für die Tätigkeit als Hilfs- und Servicekraft beim Arbeitgeber möglich wurde. Neben den Vorgaben durch die Arbeitsanforderungen bzw. den Arbeitgeber wurden auch die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Jugendlichen berücksichtigt. Nach dem Praktikum wurde der Jugendliche vom Arbeitgeber aufgrund der erworbenen Fertigkeiten, der positiven Arbeitseinstellung, der Zuverlässigkeit und des guten Kontaktes zu den Kollegen fest als Teilzeitkraft eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Jugendliche verpackt im Lager die bestellte Ware für den Versand. Zusätzlich verteilt er die eingehenden Pakete an die Kollegen, räumt das Lager auf, befüllt die Getränkeautomaten und füllt das Kopierpapier nach.

Arbeitsumgebung - Mobilität:

Mit dem Jugendlichen wurde vom Integrationsfachdienst auch ein Mobilitäts- bzw. Fahrtraining durchgeführt, damit er seinen Arbeitsweg selbständig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann.

Förderung und Mitwirkung:

Die Arbeitsagentur zahlte dem Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe und förderte über das Persönliche Budget zur beruflichen Teilhabe die Dienstleistung des Integrationsfachdienstes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und die Kontaktdaten zu Integrationsfachdiensten.



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Referenznummer:

Pb/110733



Informationsstand: 10.01.2018