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Angaben zum Praxisbeispiel

Gestaltung eines Arbeitsplatzes für eine Redakteurin mit Blindheit beim Rundfunk

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine große Rundfunkanstalt.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau ist von Geburt an blind. Sie ist nicht fähig optische Informationen (Texte in Schwarzschrift usw.) wahrzunehmen. Für sie müssen deshalb optische Informationen so umgewandelt werden, dass sie taktil mit den Fingern (z. B. Brailleschrift) oder akustisch wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis beinhaltet die Merkzeichen B, Bl, H und RF.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften, um danach als Journalistin zu arbeiten. Nachdem sie verschiedene Praktika bei der Rundfunkanstalt absolviert hatte, wurde sie als Redakteurin eingestellt.
Sie finden auch Beratungsstellen für behinderte Studierende in REHADAT.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Redakteurin arbeitet überwiegend an einem Bildschirmarbeitsplatz in einem Büro. Ihre Tätigkeit umfasst das Redigieren von Manuskripten anderer Autoren und das Zusammenstellen von Material für Rundfunksendungen. Außerdem arbeitet sie noch als Autorin. Um ihre Tätigkeit ausüben zu können, nutzt sie einen Screenreader (spezielle Software) für die an den Computer angeschlossene Braillezeile. Die Braillezeile wandelt mit Hilfe des Screenreaders die optischen Bildschirminhalte in Computerbraille bzw. Informationen, die mit den Fingern gelesen werden können, um (vgl. Bild). Über die Braillezeile können auch Texte aus Briefen und Büchern in Schwarzschrift, die zuvor in eine Texterkennungssoftware eingescannt wurden, taktil ausgegeben und anschließend von der Redakteurin mit den Fingern gelesen werden. Alternativ dazu kann sie sich die Texte auch über die Sprachausgabe vorlesen oder mit dem Brailledrucker in Blindenschrift ausdrucken lassen. Die Vernetzung beim Rundfunk macht es ihr leicht, sich mit Hilfe der Technik auf dem Laufenden zu halten. Agenturnachrichten sind am PC lesbar und Manuskripte kann sie sich per E-Mail schicken lassen. Diese druckt sie in Blindenschrift aus, um sie dann zu redigieren. Zusätzlich steht ihr täglich für 90 Minuten eine Arbeitsassistenz zur Verfügung.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte aus der Gruppe:


Arbeitsumgebung - Mobilität:

Die Frau absolvierte ein Mobilitätstraining. Geübt wurde das Erreichen des Arbeitsplatzes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, der Gang zur Nachrichtenredaktion sowie das Zurechtfinden in den Redaktionsräumen mit Hilfe des Langstockes.
In REHADAT finden Sie auch Literatur und Adressen zum Thema Mobilitätstraining für blinde Personen.

Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Integrationsfachdienst bzw. den Fachdienst für blinde und sehbehinderte Menschen.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter und Fachdienste für blinde und sehbehinderte Menschen.



Schlagworte und weitere Informationen

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Referenznummer:

R/PB5290



Informationsstand: 20.06.2018