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Angaben zum Praxisbeispiel

Neuschaffung eines Arbeitsplatzes für einen Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung in einer Baumschule

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Baumschule und möchte einen Jugendlichen mit Schwerbehinderung neu einstellen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Jugendlichen:

Der Jugendliche hat eine geistige Behinderung. Behinderungsbedingt sind seine geistigen Fähigkeiten (Lernen, Merken usw.), sein Arbeitstempo und seine Arbeitsleistung eingeschränkt. Er lässt sich außerdem sehr leicht ablenken, benötigt ständig neue Anweisungen und muss häufig kontrolliert werden.

Ausbildung und Beruf:

Während der Schulferien arbeitete der Jugendliche gelegentlich in der Baumschule. In dieser Zeit viel bereits der Entschluss eine Ausbildung in Bereich des Gartenbaus bzw. zum Gartenbauwerker in der Baumschule zu absolvieren. Es hat sich jedoch gezeigt, dass er für diese Ausbildung nicht geeignet war. Aus diesem Grund schloss sich ein zweijähriger Förderlehrgang zur Berufsvorbereitung an, in dem der Jugendliche unter ständiger Aufsicht und Anleitung die verschiedenen Tätigkeiten im Gartenbaubereich verrichtete, so dass er einfache Tätigkeiten ohne ständige Beaufsichtigung ausführen kann. Der Arbeitgeber ist deshalb bereit den Jugendlichen mit Auslaufen des Förderlehrgangs in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis als ungelernte Hilfskraft zu übernehmen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Jugendliche führt zum Teil unter Aufsicht alle im Baumschulbereich anfallenden Arbeiten aus und übernimmt zusätzlich das zweimal jährliche Umtopfen der Baumschulpflanzen. Hierbei handelt es sich um eine einfach strukturierte Tätigkeit, deren Arbeitsgeschwindigkeit ausschließlich von der Bedienungsperson bestimmt wird. Die auf einem Transportband zugeführten Pflanzen werden von dem Jugendlichen abgenommen, ausgetopft, in ein größeres Pflanzengefäß gestellt und unter den Fülltrichter der Umtopfmaschine gehalten. Durch die Betätigung eines Fußschalters wird die erforderliche Menge zusätzlicher Pflanzenerde zugegeben, so dass er die Erde nur noch etwas andrücken muss. Die fertig umgetopften Pflanzen werden dann auf ein zweites Förderband abgestellt und wenn dieses voll bestückt ist, in Kisten abgepackt. Diese Tätigkeiten kann der Jugendliche, nachdem eine entsprechende Einarbeitung erfolgte, selbständig verrichten. Ausgelastet ist er mit diesen Arbeiten etwa 90 bis 100 Arbeitstage pro Jahr. Neben der eigentlichen Umtopfmaschine und den Förderbändern wird für den Arbeitsplatz noch eine hydraulische Schüttgutschaufel für den vorhandenen Gabelstapler zur Befüllung des Vorratstrichters der Umtopfmaschine mit Pflanzenerde benötigt. Der Jugendliche ist sehr motiviert, freundlich und bei den Kollegen sehr beliebt.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte aus der Gruppe:


Förderung und Mitwirkung:

Für eine anderweitige Unterbringung des Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt bestanden wenige Chancen. Für die Neuschaffung des Arbeitsplatzes wurde ein Zuschuss in Höhe von 80% der entstehenden Kosten vom Integrationsamt gewährt. Von der Arbeitsagentur wurde die Eingliederung des besonders betroffenen schwerbehinderten Jugendlichen in das Arbeitsleben durch die Gewährung eines Lohnkostenzuschusses für 3 Jahre (100%/100%/80%) gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Arbeitsagenturen und Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Auffassung /
  • IMBA - Aufmerksamkeit /
  • IMBA - Konzentration /
  • IMBA - Lernen/Merken /
  • IMBA - Problemlösen /
  • IMBA - Selbständigkeit /
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Referenznummer:

R/PB2877



Informationsstand: 15.03.2017